Hier möchten wir Ihnen Informationen rund um das Thema

IMPFUNGEN gegen COVID-19

geben:

Liebe Patientinnen und Patienten,

ich möchte Ihnen hier ein paar Hinweise zu den Impfungen gegen Covid-19 geben und mitteilen, wie Sie sich in unserer Praxis gegen Covid-19 impfen lassen können:

WANN?

Die Priorisierung ist zum 7.6.2021 bundesweit aufgehoben werden. Somit kann sich jetzt jeder ab 12 Jahren für eine Impfung anmelden. 

Die Verfügbarkeit der Impfstoffe ist jedoch leider weiterhin SEHR begrenzt.

WOMIT?


Impfstoffe

Stand heute (29.05.2021) sind in Deutschland vier Impfstoffe zugelassen:

  • Die Vakzinen der Firma BioNTech/Pfizer und Moderna basieren auf einer erstmals im Rahmen von Impfungen beim Menschen eingesetzten, relativ neuen Technologie: der mRNA-Technologie  
  • Die von der Universität Oxford entwickelte und von der Firma AstraZeneca hergestellte Vakzine sowie die Vakzine der Firma Johnson & Johnson basieren auf einer ebenfalls sehr neuen Impftechnologie, der Vektorimpfung. Im Gegensatz zur mRNA-Technologie gibt es bereits zugelassene Impfstoffe gegen das Ebola- und das Dengue-Virus auf Basis der Vektorimpfstoff-Technologie.
 

Wirkungsweise

Alle hier genannten Impfstoffe haben das Ziel, Körperzellen zur Produktion des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 anzuregen. Wenn das Immunsystem dieses körperfremde Eiweiß erkennt und Schutzstoffe (Antikörper, Immunzellen) dagegen bildet, kann es den Körper im Fall eines Kontakts mit SARS-CoV-2 schnell genug und stark genug verteidigen, bevor das Covid-19-Virus zu einer (schweren) Erkrankung führt.


Man könnte vermutlich auch einfach mit dem Spike-Protein impfen. Da die Produktion großer Mengen dieses Spike-Proteins in Bioreaktoren jedoch sehr aufwändig ist, bräuchte man sehr (zu) lange, bis man ausreichend Impfstoff auf Basis dieses Spike-Proteins zur Verfügung stellen könnte. Die Wissenschaftler haben sich deshalb Wege einfallen lassen, wie man die körpereigenen Zellen zur Produktion dieses (für den Menschen unschädlichen) Spike-Proteins bringen kann. In allen bisher zugelassenen Impfstoffen (mRNA- und Vektor-Impfstoff) wird nicht das Spike-Protein selbst, sondern der Bauplan für das Spike-Protein in die körpereigenen Zellen gebracht.
 

Im Fall eines mRNA-Impfstoffs wird der unmittelbare Bauplan in Form einer messenger RNA (mRNA) verabreicht, anhand dessen die Ribosomen (die „Proteinbäckereien“) in den Zellen direkt mit der Produktion von Spike-Protein beginnen können. Bei einem Vektorimpfstoff wird noch ein Schritt früher angesetzt: Mittels eines für den Menschen ungefährlichen Virus (Vektor) wird der Bauplan für das Spike-Protein in Form einer DNA in die Körperzellen eingebracht. Die Körperzellen bilden dann ausgehend von dieser DNA eine mRNA, die dann wiederum – wie bei den mRNA-Impfstoffen – als Bauplan für die Produktion von Spike-Protein in den Ribosomen der Zelle dient. Eine gute Darstellung, wie dies abläuft, finden Sie HIER. Eine weitere gute Erklärung finden Sie HIER.

 

WIRKSAMKEIT


Was heißt „Wirksamkeit“?

ALLE bisher zugelassenen Impfstoffe übertreffen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit alles, was selbst optimistischste Experten erwartet hatten!
 

Man muss sich immer klar machen, dass es kaum einen Impfstoff gibt, der zu 100% gegen die Infektion, gegen die er entwickelt wurde, schützt. Nur ein Teil der Impfstoffe ist zudem in der Lage, eine „sterile Immunität“ zu erzeugen. Gemeint ist, dass im Fall des Kontakts mit dem Erreger eine Infektion – also eine Vermehrung des Erregers im Körper sowie eine schädigende Wirkung auf den Körper – komplett verhindert werden kann. Demgegenüber steht die „klinische Immunität“, die Verhinderung einer (schweren) Erkrankung durch eine Impfung, auch wenn sich der Erreger in geringen Mengen im Körper vermehren und auch etwas mit diesem interagieren kann.
Die alljährliche Grippeimpfung schützt beispielsweise „nur“ zu 50-70% gegen ein grippales Krankheitsbild infolge einer Influenzavirus-Infektion. Allerdings: Wenn man trotz der Grippeimpfung an einer Influenza erkrankt, ist das Risiko, einen schwersten und potenziell lebensgefährlichen Verlauf der Influenza zu entwickeln deutlich reduziert. Der Grippeimpfstoff schützt also vor allem vor sehr schweren Verläufen. Ein leichter grippaler Infekt mit ein paar Tagen Husten und Halsschmerzen wird nicht immer verhindert. Das bei einer Influenza jedoch real gegebene Risiko, beatmet auf einer Intensivstation zu landen, wird jedoch durch die Impfung deutlich reduziert.

Das muss man sich klarmachen, wenn man die „Wirksamkeit“ der verschiedenen Covid-19-Impfstoffe miteinander vergleicht! Zum einen ist es schwer, verschiedene Studien nebeneinanderzulegen und die Ergebnisse gegenüberzustellen. Dies wäre nur dann wissenschaftlich genau möglich, wenn diese Studien genau (!) gleich gemacht wären. Angefangen von einer identischen Zusammensetzung der untersuchten Probandengruppe hinsichtlich Alter, Geschlecht, Herkunft, Wohnort, sozialer Herkunft u.s.w. bis hin zu einer absolut identischen Definition der Wirksamkeit müssten die Studien genau gleich gelaufen sein, um sie vergleichen zu können. Dem ist jedoch NICHT so! Auch deshalb sind die Vergleiche der Wirksamkeit der unterschiedlichen Impfstoffe sehr schwierig! An einigen Stellen werden Äpfel mit Birnen verglichen…

In den Zulassungsstudien war das wichtigste Kriterium der Wirksamkeit, wie häufig bei den Geimpften bzw. nicht Geimpften eine SARS-CoV-2-Infektion jeglicher Intensität aufgetreten ist. Hierbei war es jedoch zunächst absolut egal, wie stark die Infektionen verlaufen sind.

 

In den BioNTech-Studien war das Hauptkriterium die Verhinderung von Covid-19-Erkrankungen, definiert als mindestens ein neu aufgetretenes Symptom (Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Frösteln, Muskelschmerzen, Geruchs-/Geschmacksverlust, Halsschmerz, Durchfall, Erbrechen) UND der Nachweis von SARS-CoV-2 in der PCR.

In den AstraZeneca/Oxford-Studien war das Hauptkriterium die Wirksamkeit der Vakzine gegen das Auftreten von PCR-bestätigten Covid-19-Erkrankungen. Als Kriterien der Erkrankung wurden auch hier mindestens ein Symptom aus Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Geruchs- oder Geschmacksverlust gewertet.

In den Moderna-Studien war ebenfalls das Auftreten einer PCR-bestätigten Covid-19-Erkrankung mit jedoch mindestens zwei der folgenden Symptome Fieber, Frösteln, Muskel-, Kopf- oder Halsschmerzen,  Geruchs- oder Geschmacksverlust oder eines dieser Symptome und Husten oder Kurzatmigkeit oder Zeichen einer Lungenentzündung im Röntgenbild der Lunge.

In der Johnson&Johnson-Studie war das Auftreten von vom Patienten berichteten Symptomen jeglichen Schweregrades und die PCR-Bestätigung einer Infektion das primäre Kriterium der Wirksamkeit. 

Klar wird hier schon, dass die Kriterien für die Wirksamkeit der Impfstoffe zwar ähnlich, aber nicht gleich sind. Sehr deutlich wird jedoch vor allem auch, dass keinerlei Unterscheidung zwischen einem leichten grippalen Infekt mit Husten und Halskratzen und einem schweren Verlauf mit Krankenhausaufnahme und ggf. Behandlung auf der Intensivstation gemacht wurde.

Gemessen an diesen Kriterien erzielten die beiden mRNA-Vakzinen die höchste Wirksamkeit mit Schutzraten von 95% (BioNTech/Pfizer) und 94,1% (Moderna).

Die AstraZeneca/Oxford-Vakzine erreichte in den verschiedenen Unterstudien Schutzraten zwischen 62,1% und 90,0%. Im Mittel kann man von einer Schutzrate in der Größenordnung von 70,4% ausgehen. Bereits in den Zulassungsstudien wurde jedoch deutlich, dass die Immunantwort – also die Schutzwirkung – beim Vektorimpfstoff von AstraZeneca/Oxford „nachreift“, also zunächst immer besser wird, je länger die erste Impfung zurückliegt und je größer der Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung ist. Hierin liegt auch die jetzige Empfehlung begründet, den gemäß Zulassung maximal möglichen Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung von 12 Wochen auszunutzen. Beim AstraZeneca-Impfstoff ist der Schutz gegen eine symptomatische Covid-19-Infektion um so besser, je größer der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung ist. Dies wurde in den Auswertungen der Zulassungsstudien mit über 24.000 Probanden gut nachgewiesen. So war der Schutz gegen eine symptomatische Covid-19-Infektion bei einem Abstand zwischen erster und zweiter Impfung von unter 6 Wochen bei 55,1%, bei einem Abstand von mind. 12 Wochen bei 81,3%. Bei keinem der Geimpften kam es 21 Tage nach der ersten Impfung zu einer Krankenhausaufnahme wegen Covid-19. Im Zeitraum vom 22. bis 90. Tag nach der ersten Impfung lag die Schutzwirkung gegen eine symptomatische Covid-19-Infektion bei 76%. Dieser Schutz nahm bis zum Zeitraum der zweiten Impfung nach 12 Wochen nicht ab. Heißt praktisch: Drei Wochen nach der ersten Impfung mit AstraZeneca-Impfstoff sinkt das Risiko eines schweren Verlaufs von Covid-19 massiv. De facto ist dann ein schwerer Verlauf, der zu einer Krankenhausaufnahme führt, sehr unwahrscheinlich. SARS-2-Infektionen mit leichteren Symptomen sind bei einem Viertel der Erstgeimpften innerhalb der ersten drei Monate nach Impfung möglich, werden langfristig aber um so unwahrscheinlicher, je länger der Abstand zwischen beien Impfdosen ist. Wer also eine besser langfristige Schutzwirkung haben möchte, lässt sich erst nach 12 Wochen nachimpfen. 


Die Johnson&Johnson-Vakzine erreichte einen Schutz gegen eine PCR-bestätigte Covid-19-Infektion 14 Tage nach nur einer Impfung in 66,9% und 28 Tage nach nur einer Impfung in 66,1%. Bereits 14 Tage nach der Impfung kam es zu einer deulichen Schutzwirkung gegen Covid-19. Der Schutz gegen schwere Verläufe ist vier Wochen nach der Impfung nahezu 100%! Nach nur einer Impfung!

 

Was wirklich zählt

Diese Zahlen spiegeln jedoch nicht das wider, worum es uns eigentlich vordringlich bei diesen Impfungen geht! Das wichtigste Ziel ist es, die schweren Verläufe der Covid-19-Erkrankung zu verhindern! Etwas Husten, leichtes Fieber und Halsschmerzen – so wie die Infektion in vielen Fällen vor allem bei jungen Menschen verläuft – ist nicht das, wovor wir Angst haben. Angst haben wir vor den Verläufen, bei denen Menschen so schwer erkranken, dass sie ins Krankenhaus müssen und ggf. auf einer Intensivstation behandelt, schlimmstenfalls sogar beatmet werden müssen. Einmal beatmet versterben ca. 50% der so Erkrankten an Covid-19.

Aus großen Studien, die parallel zu den großen Impfprogrammen in Großbritannien und Israel durchgeführt wurden, erhalten wir jetzt die für mich wirklich wichtigen Informationen: Sowohl der BioNTech- als auch der AstraZeneca/Oxford-Impfstoff konnten nämlich zeigen, dass sie EXZELLENT gegen wirklich schwere Verläufe von Covid-19 wirken!

Nach Auswertung von über einer Million Impfungen in Schottland (wobei zunächst nur eine anstatt zwei Impfungen erfolgt sind) konnten die Krankenhausaufnahmen aufgrund von Covid-19 vier Wochen nach der ersten Impfung um 94% nach Impfung mit dem AstraZeneca/Oxford- Impfstoff und um 85% nach Impfung mit der BionTEch/Pfizer-Vakzine reduziert werden! In diese Auswertung sind vor allem Impfungen bei Hochbetagten eingeflossen, da auch in Schottland zunächst die Alten geimpft wurden. Das ist phänomenal!
 

In einer weiteren Auswertung aus Großbritannien, die nur über 70-Jährige einschloss, konnte gezeigt werden, dass eine einzige Dosis des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs 60-70% effektiv in der Verhinderung einer Covid-19-Erkrankung jeder Schwere bei über 70-Jährigen ist. Nach der zweiten Dosis steigt der Schutz auf 85-90%. Diejenigen, die sich trotz Impfung infiziert hatten, hatten ein um 44% vermindertes Risiko, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu kommen.

Eine Einzeldosis des AstraZeneca/Oxford-Impfstoff verringerte das Auftreten einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung jeglicher Schwere um 60-75%.
Während der Laufzeit dieser Untersuchung hat sich die „britische Mutation“ – auch als B1.1.7-Stamm bezeichnet – in Großbritannien massiv verbreitet. Trotzdem erwies sich auch die AstraZeneca/Oxford-Vakzine als hoch wirksam!


In den Zulassungsstudien zeigten sich auch die beiden zugelassenen Vektor-Vakzinen, die in ihrer Wirksamkeit gegenüber einer Covid-19-Infektion jeden Schweregrades generell etwas weniger wirksam waren als die mRNA-Vakzinen als SEHR wirksam gegen schwere Verläufe von Covid-19.
So schützt die Vakzine von AstraZeneca/Oxford bereits drei Wochen nach der erstmaligen Impfung in bis zu 100% gegen schwere Verläufe von Covid-19, die eine Krankenhausaufnahme erforderlich machen. Gleiches findet sich nach einer einmaligen Impfung mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson zum Zeitpunkt 28 Tage nach Impfung.

Beide Vektor-Vakzinen zeigten zudem, dass die Schutzwirkung - zumindest in den ersten drei Monaten nach Impfung - um so besser ist, je länger die die Impfung zurückliegt. Die Immunantwort "reift also nach". 

 

Apropos Mutationen

Anfang Februar haben Ergebnisse einer in den Augen einiger Wissenschaftler zu kleinen und vielleicht noch nicht ausreichend aussagekräftigen Studie die Vermutung nahegelegt, dass die AstraZeneca/Oxford-Vakzine nicht gut gegen die in Südafrika zuerst nachgewiesene Mutante (B.1.351) des Virus wirksam ist. Auch diese Befunde haben dazu geführt, dass Südafrika die Impfungen mit dem AstraZeneca/Oxford-Impfstoff beendet hat. Ob das wirklich die richtige Entscheidung ist, lieber gar nicht zu impfen, ist nicht unumstritten. Dennoch gilt die „südafrikanische“ Mutation als „immune escape“-Variante, der es besser gelingen kann, sich der Immunantwort gegen das „ursprüngliche“ Virus zu entziehen.
Die Wirksamkeit des AstraZeneca/Oxford-Impfstoffs gegen die „britische“ Mutation ist nicht wesentlich eingeschränkt. Das haben virologische Untersuchungen und die oben genannten Erfahrungen im breiten Einsatz der Impfstoffe in Großbritannien gezeigt.

Aktuell setzt sich in Deutschland – und in ganz Europa – zunehmend die "indische" Delta-Mutation durch und macht einen immer größer werdenden Anteil an den neuen Infektionen aus. Auch für Deutschland rechnen Experten mit einer Verbreitung der Delta-Variante. Wann dies passieren wird, ist noch nicht klar, dass es passieren wird, ist leider sehr sicher. 

Aktuell ist jedoch aus mehreren Untersuchungen klar, dass alle aktuell verfügbaren Impfstoffe nach vollständiger Impfung (also i.d.R. nach der ZWEITEN Impfung) SEHR gut gegen schwere Verläufe - auch der "indischen" Delta-Variante schützen! 

Fast alle Experten sind sich jedoch einig, dass man später, falls neue Mutationen auftreten, gegen welche die jetzigen Impfstoffe nicht wirken, mit maßgeschneiderten neuen Impfstoffen nachimpfen kann.

UPDATE vom 02.05.21:
HIER finden Sie einen kurzen und guten Überblick zu den aktuell bekannten und diskutierten Virusmutationen.  
Prof. Watzl, Immunologe aus Dortmund, äußerte sich erst Ende April zur GUTEN WIRKSAMKEIT ALLER aktuellen VAKZINEN GEGENÜBER allen aktuellen VIRUSMUTANTEN eindeutig optimistisch. Aus seiner Sicht bieten ALLE derzeitig in Deutschland eingesetzten Impfstoffe einen guten Schutz vor schweren Verläufen mit allen derzeit beschriebenen Mutationen. 


SICHERHEIT DER IMPFSTOFFE


Zu schnell entwickelt?

Viele fragen sich, warum die Entwicklung der Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 so schnell gehen konnte. Die Antwort darauf ist mehrschichtig:
Zum einen entwickelt sich die Biotechnologie mit rasanter Geschwindigkeit weiter. Die Technologien zur mRNA-Impfung und zur Vektorimmunisierung sind neu, aber bereits über Jahre hinweg entwickelt und ausgereift worden. Die Firma BioNTech beispielsweise arbeitet seit 2008 auf der Basis der mRNA-Impftechnologie an Impfstoffen gegen Krebs. Zudem wird bereits seit Jahren an der Impfung gegen MERS, einen engen Verwandten des SARS-CoV-2 gearbeitet, die ebenfalls auf der Vektorimpfstoff-Technologie beruht.
Auch die Technologien zur Erforschung von Viren und deren Erbgut sind im Laufe der Jahre immer besser und schneller geworden. In den 90er Jahren dauerte die erstmalige Entschlüsselung des menschlichen Erbguts noch mehr als 10 Jahre. Heute ist dies in wenigen Tagen möglich. Das Genom von SARS-CoV-2 war mit diesen neuen Technologien bereits am 12. Januar 2020 – nur wenige Tage nach dessen erstmaliger Identifizierung – vollständig entschlüsselt worden. Auf der Basis dieses jetzt bekannten genetischen Codes war es – die zur Verfügung stehende mRNA- und Vektorimpfstoff-Technologie nutzend – möglich, bereits im Februar/März 2020 mehrere Impfstoffkandidaten zu entwickeln und im April 2020 erste klinische Studien am Menschen zu starten. Das ist in der Tat sehr schnell! Möglich war es auch nur – aber auch deshalb – weil moderne Technologien dies möglich machten. Mit einem modernen Computer können komplizierte Berechnungen auch sehr viel schneller durchgeführt werden als mit den ersten PCs aus den 80er Jahren!
Ein Teil der Antwort ist also: Moderne Technologien machen es schneller möglich.


Zum zweiten sind Zulassungsbehörden bereit gewesen, schnellere Wege der Prüfung – ohne die Gründlichkeit der Prüfung zu verringern – zu gehen: Während normalerweise die verschiedenen Phasen der klinischen Prüfungen nacheinander erfolgen und erst beim vollständigen Abschluss aller Studien zur Prüfung eingereicht werden, haben die Zulassungsbehörden im Fall der Covid-19-Vakzinen bereits begonnen, Studiendaten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit zu prüfen, als die Studien noch liefen.
Endgültige Entscheidungen zur Zulassung erfolgten jedoch erst, nachdem alle Daten in ausreichender Qualität vorgelegen haben. Deshalb dauerte die Erteilung einer regulären Zulassung für die Impfstoffe von BioNTechModerna und AstraZeneca/Oxford in der EU auch länger als die vorläufigen/eingeschränkten Zulassungen in Israel oder Großbritannien.
Die medizinische Fachwelt hat zu Recht aufgeschrien, als Russland seinen Sputnik V-Impfstoff im August 2020 auf Basis einer Phase II-Studie mit lediglich 76 (!) Probanden zugelassen hat. Diese Entscheidung galt den hiesigen Zulassungsbehörden als Verstoß gegen internationale Mindeststandards in der Arzneimittelzulassung und als gefährliches Experiment am Menschen. Die amerikanische und die europäische Zulassungsbehörde hat zwar weitgehende Kooperation signalisiert, aber von Anfang an klar gemacht, dass es keine Kompromisse bei den Prüfstandards zur Zulassung der Impfstoffe geben werde.
Zweiter Teil der Antwort ist also: Schnellere – jedoch genauso gründliche – Zulassungsverfahren machen es schneller möglich.


Zum dritten gab es einen unglaublichen Druck aus der ganzen Welt, möglichst schnell einen möglichst gut wirksamen, möglichst schnell in großen Mengen herstellbaren, möglichst preiswerten Impfstoff gegen diese Jahrhundertseuche zu entwickeln. Universitäten, Biotech- und Pharma-Firmen, Regierungen und Organisationen steckten all ihre wissenschaftliche Expertise sowie riesige Mengen an Geld in den Wettkampf um den Impfstoff gegen Covid-19.
Ein dritter Teil der Antwort ist also: Mit viel Geld und vielen gleichzeitig tüftelnden Wissenschaftlern kann man schneller ein Ziel erreichen.
 
Schließlich scheint das Virus ein „dankbarer Gegner“ zu sein. Jahrzehntelange Versuche, einen Impfstoff gegen HIV, Malaria oder Hepatitis C zu entwickeln sind bisher vergebens. Trotz der modernen Technologien, trotz des großen Bedarfs und trotz vieler daran arbeitender Wissenschaftler und riesigen Summen an Geld, die für die Forschung zur Verfügung stehen!
Die Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2 lief entschieden besser, als die meisten Wissenschaftler zu hoffen gewagt hätten. Kaum einer der namhaften Impfstoffforscher und Infektiologen hätte gehofft, einen Impfstoff entwickeln zu können, der mehr als 70% Schutzwirkung erzielt. Impfstoffe gegen Grippe – den anderen bedeutsamen und gefährlichen viralen Erreger schwerster Atemwegsinfektionen – erzielen trotz jahrelanger Erfahrungen meist nicht mehr als 50-70% Schutzwirkung. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hatte in 2020 geäußert, man wäre bereit, einen Covid-19-Impfstoff zuzulassen, der 50% wirksam ist. Niemand hatte auf eine Wirksamkeit über 70% oder gar über 90% zu hoffen gewagt.
Der letzte Teil der Antwort lautet also: Das Virus scheint ein „dankbarer Gegner“ für Impfstoffe zu sein und wir scheinen seinen verwundbaren Punkt schnell gefunden zu haben.


Unzureichend getestet?

Alle derzeitig in der EU und damit in Deutschland zugelassenen Impfstoffe gegen Covid-19 sind vor ihrer Zulassung in sehr großen Phase-III-Studien am Menschen getestet worden:

  • Der BionTECH/Pfizer-Impfstoff (Handelsname „Comirnaty®“) ist an 43.448 Probanden getestet worden.
  • Für den AstraZeneca/Oxford-Impfstoff wurden – und werden – 23.848 Probanden in Phase-III-Studien getestet
  • Der Moderna-Impfstoff wurde an 30.420 Probanden in Phase III geprüft

 
Einige Menschen haben die Befürchtung, dass mit diesen Impfstoffen das menschliche Genom verändert werden könne. Dies gilt unter Experten als extrem unwahrscheinlich bzw. nahezu sicher ausgeschlossen.


Nebenwirkungen - Erfahrungen aus der Praxis

Stand heute (08.03.2021) sind allein in Deutschland 5,17 Millionen Menschen einmalig und bereits 2,48 Millionen Menschen vollständig (zweimalig) gegen Covid-19 geimpft worden. Weltweit sind bereits über 300 Millionen Impfungen gegen Covid-19 erfolgt.
 
Die weltweiten Impfkampagnen werden von den Zulassungsbehörden und im Rahmen von begleitenden Studien intensiv beobachtet. Bisher sind - bis auf die unten beschriebenen (Update vom 05.04.2021) - keine nicht erwarteten schweren Reaktionen aufgetreten, die nachweislich oder zumindest sehr wahrscheinlich auf die Impfung zurückzuführen sind.

UPDATE 13.06.2021:
Herzmuskelentzündung nach mRNA-Impfstoff von BioNTech

Israel hat seit Dezember 2020 einen Großteil seiner Bevölkerung mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft. Begleitet wurde dieses Impfprogramm von einzigartigen wisschenschaftlichen Auswertungen - sowohl die Effektivität, als auch potenzielle Nebenwirkungen der Impfungen betreffend. 

Im Rahmen dieser Begleituntersuchungen fielen bereits vor Wochen eine geringe Anzahl von Herzmuskelentzündungen in zeitlichem Zusammenhang mit der zweiten Impfung bei jungen Männern auf. Ein vermuteter Zusammenhang solcher Myokarditis-Fälle mit der mRNA-Vakzine von BioNTech/Pfizer wird jetzt auch von den US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) als wahrscheinlich auf die Impfung zurückzuführen bestätigt. Die abolute Mehrzahl der Fälle verlaufe sehr mild.

Auch das Deutsche Paul Ehrlich-Institut bestätigt in seinem Sicherheitsbericht, dass man Fälle von Myokarditis nach Covid-Impfungen gemeldet bekommen habe. Diese Fälle seien jedoch so selten, dass ein sicherer Zusammenhang zur Impfung aktuell noch nicht gesichert werden kann. 


UPDATE 02.05.2021:
Sinusvenenthrombosen nach Vektor-Impfstoffen

In der Zwischenzeit ist durch eine sehr genaue Erfassung von klinischen Ereignissen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung aufgefallen, dass es SEHR SELTEN zu einer Sonderform von Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Gehirnvenen (Sinus) einiger weniger Geimpfter, die den Vektorimpfstoff von AstraZeneca/Oxford erhalten haben, kam. Ähnliche Phänomene sind auch unter dem anderen Vektor-Impfstoff der Firma Johnson&Johnson aufgetreten. 

Diese Sinusvenenthrombosen traten meist 4-16 Tage nach der Impfung auf und waren nach einer Impfung mit dem AstraZeneca/Oxford-Vakzin statistisch häufiger aufgetreten, als sie spontan zu erwarten gewesen wären.
Mit Stand vom 21.04.2021 sind in Deutschland 63 Fälle von Hirnvenenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang nach einer Impfung mit AstraZeneca/Oxford-Impfstoff aufgetreten. Davon betroffen waren 49 Frauen und 14 Männer. Verstorben sind 6 Frauen und 6 Männer. Im gleichen Zeitraum sind jedoch mehr als 5,6 Millionen Dosen AstraZeneca-Impfstoff in Deutschlad verabreicht worden. Es handelt sich als um ein SEHR SELTEN auftretendes Phänomen (ca. 1:100.000 bis 1:200.000). Alle Ereignisse traten bisher nach der ERSTEN Impfung auf. 

Ob und wieviele dieser Fälle ursächlich auf die Impfung mit dem AstraZeneca/Oxford-Impfstoff zurückzuführen sind, kann aktuell noch nicht sicher gesagt werden. Gerinnungsspezialisten sehen jedoch starke Ähnlichkeiten mit einer seit langem bekannten Nebenwirkung des Einsatzes von Heparin. Dieser - täglich millionenfach in der Medizin eingesetzte (!) - Gerinnungshemmer kann in seltenen Fällen eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II auslösen, die dem hier beschriebenen Phänomen der Thrombosen mit begleitendem Abfall der Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut sehr stark ähnelt. In beiden Fällen lassen sich Autoantikörper gegen Plättchenfaktor IV nachweisen, die im Rahmen der Heparin-Behandlung - bzw. mutmaßlich auch in einigen Fällen der Impfung mit dem AstraZeneca/Oxford-Vakzin - ausgelöst werden. Es handelt sich um eine schwere, jedoch potenziell behandelbare Komplikationdie tagtäglich im Rahmen unzähliger Heparin-Behandlungen bei Millionen von Menschen in Kauf genommen wird.

Es handelt sich um ein autoimmunologisch ausgelöstes Phänomen, also um eine fehlgesteuerte Immun-/Antikörperantwort mit Auftreten von gegen die eigenen Blutplättchen gerichteten Antikörpern. Dieses Phänomen kann prinzipiell jeden treffen. Eine Assoziation zu einer erhöhten Thromboseneigung besteht nach aktuellem Wissensstand nicht. Man kann also nicht abschätzen, ob jemand, der schon einmal eine Thrombose hatte oder in dessen Familie es zu gehäuften Thrombosen kam, ein höheres Risiko für das Auftreten dieser Komplikation hat. 

Diese Komplikation ist - wie oben beschrieben - in sehr ähnlicher Form als Nebenwirkung einer Behandlung mit Heparin seit Jahren bekannt. Zudem besteht bei rechtzeitiger Diagnose eine gute Behandlungsmöglichkeit. Gerinnungsspezialisten sehen das Phänomen als medizinisch beherrschbar an. 

Experten der Europäischen Arzneimittelbehörde und der Ständigen Impfkommission in Deutschland (STIKO) sind sich nicht vollständig einig in ihrer Bewertung, ob und in welchem Maß der Impfstoff von AstraZeneca/Oxford für die Auslösung dieser SELTENEN (1:200.000 Impfungen) Komplikationen verantwortlich ist. Nach Abwägung des Nutzens und der (zumindest theoretisch möglichen) Risiken, ist jedoch die Entscheidung getroffen worden, den AstraZeneca/Oxford-Impfstoff sowie den Johnson&Johnson-Impfstoff zunächst bevorzugt an Menschen über 60 Jahren zu verimpfen. In dieser Altersgruppe sind bisher keine Fälle gehäufter Sinusvenenthrombosen aufgetreten. In der STIKO-Empfehlung ist jedoch ausdrücklich erwähnt, dass der Impfstoff auch bei unter 60-Jährigen weiterhin eingesetzt werden KANN. Es ist jedoch eine individuelle Aufklärung und eine Abwägung von Kosten und Risiken durch den impfenden Arzt vorzunehmen. 

Da eine Impfung gegen Covid-19 Schutz vor einer potenziell tödlich verlaufenden Virusinfektion vermittelt, muss man das Risiko ohne - oder einer erst verspäteten - Impfung dem Risiko der seltenen Nebenwirkungen durch die Impfung gegenüberstellen. 

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat auf der Grundlage der aktuell verfügbaren Daten das Risiko dieser Sinusvenenthrombosen dem Risiko einer nötigen Intensivbehandlung infolge einer Covid-19-Infektion in verschiedenen Altersgruppen und bei verschiedenen Inzidenzen gegenübergestellt
In den Szenarien wurde eine "low infection rate" mit einer Inzidenz von 55/100.000 einer "medium infection rate" mit einer Inzidenz von 400/100.000 gegenübergestellt. Die aktuelle Inzidenz von unter 50/100.000 liegt in Berlin im Bereich "Low infection rate". Dargestellt ist die Relation der Verhinderung von Intensivbehandlungen infolge von Covid-19 gegenüber dem Risiko einer Impfstoff-induzierten Thrombose. 

Bei (auch in Deutschland aktuell wieder) niedriger Inzidenz (55/100.000) überwiegt der Vorteil der Impfung erst ab etwa einem Alter von 60 Jahren eindeutig! Ab etwa 50 Jahren halten sich Vorteile und Risiken in etwa die Waage.



UPDATE 29. Mai 2021:
Vektor-Impfstoffe bei uns erst ab 50 Jahren

Als Reaktion auf die (erfreulicherweise) sinkenden Inzidenzen in Deutschland, passen wir unsere Nutzen-Risiko-Abwägung an. Wir werden deshalb ab Juni 2021 die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca/Oxford und von Johnson&Johnson nur noch an Personen ab 50 Jahren verimpfen.
Frauen empfehlen wir diese Impfstoffe erst ab einem Alter von 60 Jahren (wären aber ggf. bereit, auch ab 50-jährige Frauen zu impfen). Diese Empfehlung basiert auf der Tatsache, dass die seltenen Sinusvenenthrombosen mit begleitender Verminderung der Blutplättchen deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern aufgetreten sind. 
Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung können ggf. auch im jüngeren Alter geimpft werden. 

Studiendaten aus Großbritannien zeigen, dass das Risko einer Hirnvenenthrombose auch infolge einer Covid-19-Erkrankung deutlich erhöht ist! Schon lange ist bekannt, dass Covid-19 selbst mit einem massiv erhöhten Risiko für Thrombosen einhergeht. Das trifft auch auf Hirnvenenthrombosen zu. 
Für die Sonderform der Hirnvenenthrombose nach Covid-19 gibt die Studie eine Wahrscheinlichkeit von 39 pro Million an.
Für die Wahrscheinlichkeit einer Hirnvenenthrombose nach einer Impfung mit dem Covid-19-Vektorimpfstoff von AstraZeneca: 5 pro Million
Die Autoren folgern also, dass das Risiko einer Hirnvenenthrombose nach einer Covid-19-Infektion 8-10 x höher ist, als nach einer Covid-19-Impfung

Risikoforscher beschreiben das Risiko, an den Komplikationen einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu versterben als ähnlich hoch, wie durch einen unaufmerksamen Autofahrer im Verkehr zu Tode gefahren zu werden

Schätzungen der Infektionssterblichkeit gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit, an der SARS-2-Infektion zu sterben (Infektionssterblichkeit), mit dem Alter zunimmt.
So beträgt das Risiko, an Covid-19 zu versterben,
- für einen unter 35-jährigen Menschen unter 0,004%,
- für einen 35-45-jährigen Menschen 0,06%,
- für einen 45-55-jährigen Menschen 0,2%,
- für einen 55-65-jährigen Menschen 0,7%,
- für einen 65-75-jährigen Menschen 2,3%.
- ab 75 Jahren steigt das Risko auf 7,6%. 

Auch wenn die Ständige Impfkomission (STIKO) am 01. April 2021 empfohlen hat, dass der AstraZeneca-Impfstoff und der Johnson&Johnson-Impfstoff im Allgemeinen nur bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden sollte, so sieht die STIKO einen Einsatz bei unter 60-Jährigen jedoch als durchaus möglich an!

Wie oben beschrieben, empfehlen wir diese Impfstoffe nicht mehr für Menschen unter 50 Jahren, die keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben. 


HÄUFIGE NEBENWIRKUNGEN


ALLE Covid-Impfstoffe sind prinzipiell NICHT sehr gut verträglich!

Fakt ist, dass es nach Impfungen zu Reaktionen an der Impfstelle (meist Schmerz, Schwellung etc.) sowie im gesamten Körper (oft Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit, zuweilen Fieber etc.) kommen kann. Diese Reaktionen sind Ausdruck der Immunantwort, also exakt der Reaktion, die vom Immunsystem als Antwort auf die Impfung gewünscht ist. Das Immunsystem „denkt“, dass ein Krankheitserreger im Körper ist und „bekämpft“ diesen. Hierbei werden die gleichen Botenstoffe des Immunsystems freigesetzt, die auch im Rahmen der Auseinandersetzung mit einem Krankheitserreger freigesetzt werden (Zytokine u.a.). Diese Zytokine werden auch nach Impfungen gebildet und sind Teil der (gewünschten!) Immunreaktion. Man könnte auch sagen, es ist ein „gutes Zeichen“, wenn man etwas merkt.

Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin wirken gegen die meisten dieser unangenehmen grippalen Nebenwirkungen. Die Einnahme dieser wird jedoch nur empfohlen, wenn die Beschwerden stark sind, weil sie zu einer Reduktion der Immunantwort führen könnten
 
Konkret können folgende Nebenwirkungen gehäuft auftreten:

Lokalreaktionen an der Impfstelle

AstraZeneca/Oxford
1./2. Injektion
BioNTech/Pfizer
1./2. Injektion
Schmerzen  / 20% 83% / 78%
Überempfindlichkeit 50% / 50%

Allgemeinreaktionen im Körper

AstraZeneca/Oxford
1./2. Injektion
BioNTech/Pfizer
1./2. Injektion
Kopfschmerz 70% / 30% 52%
Frösteln 60% / 20% 33% / 58%
Muskelschmerzen 60% / 20% 60%
Fiebergefühl 50% / 20%
Fieber 40% / <5% 8,3% / 17%
Müdigkeit 20% / 30% 42% / 75%
Gelenkschmerz 20% / <5% 25%
Übelkeit 30% / 10%

 
Bei den mRNA-Impfstoffen (BioNTech/Pfizer und Moderna) treten solche grippeartigen Nebenwirkungen öfter nach der zweiten Impfung auf.  
Dies ist gut im folgenden Diagramm aus einer der Entwicklungsstudien für den BioNTech-Impfstoff zu sehen:
 
Jeweils links die Nebenwirkungen nach der ERSTEN und rechts die Nebenwirkungen nach der ZWEITEN Injektion. Im jetzt verwendeten Impfstoff wird die 30µg-Konzentration genutzt.
 

 
Beim AstraZeneca/Oxford-Impfstoff häufiger nach der ersten Gabe.
Ebenfalls hier dargestellt die Nebenwirkungen nach der ERSTEN Injektion oben und nach der ZWEITEN Injektion in der Reihe unten.
 

 
Jüngere haben im Allgemeinen stärkere Nebenwirkungen als Ältere.

Auch wenn diese Reaktionen unangenehm sein können, so lösen die Impfstoffe keine Infektionen aus. Die Impfstoffe enthalten keine krankmachenden Erreger! Die Impfreaktionen können oft mit Paracetamol oder Ibuprofen abgemildert werden. Verglichen mit der zu vermeidenden Infektion sind diese Nebenwirkungen ganz sicher in fast allen Fällen das geringere Übel.


IMPFUNG NACH COVID-19?

Zur Besonderheit der Covid-19-Impfstoffe gehört es, dass sie in den Untersuchungen zum Effekt auf das Immunsystem zu besseren Immunantworten geführt haben als viele durchgemachte Infektionen mit SARS-CoV-2.
 
So zeigten sich nach den Impfungen – sowohl mit den mRNA-, als auch mit dem Vektor-Impfstoff – bessere Antikörperkonzentrationen gegen das Virus und höhere Konzentrationen neutralisierender Antikörper, also der Antikörper, die das Virus am Eintritt in die Zielzellen hindern, als nach einer durchgemachten Infektion.  
 
Exemplarisch ist dies in einer Untersuchung mit dem BioNTech-Impfstoff sehr gut zu sehen. Hier konnten nach einer Impfung höhere Konzentrationen neutralisierender Antikörper nachgewiesen werden (163) als im Blut von Menschen, die eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben (94, HCS). 
 
Auch wenn aktuell noch niemand sagen kann, wie lange eine Impfung vor Covid-19 schützt, so ist doch anzunehmen, dass eine Impfung besser und länger vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 schützt als eine durchgemachte Infektion. Es ist jedoch möglich, dass Menschen, die bereits eine Covid-19-Erkrankung hatten, mit stärkeren Nebenwirkungen auf die Impfung reagieren. Deshalb – und weil man davon ausgeht, dass eine durchgemachte Infektion eine Zeitlang gut vor einer erneuten Infektion schützt – empfiehlt die STIKO aktuell, dass man erst 6 Monate nach der Covid-19-Infektion geimpft werden sollte.

Zudem wird aktuell empfohlen, dass Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben, zunächst nur eine Impfdosis erhalten sollten, weil bei ihnen nach nur einer Impfung die gleiche Menge von Antikörpern im Blut nachweisbar ist, wie bei zweifach Geimpften, die kein Covid-19 hatten. 


Weitere Informationen…

Kassenärztliche Vereinigung Berlin
 
Senatsverwaltung für Gesundheit Berlin
 
Impfdashboard.de
 
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission STIKO
 
Fragen und Antworten-Seite der STIKO zur Covid-19-Impfung
 
Impfseite des Gesundheitsministeriums


Tobias Glaunsinger

Liebe Patientinnen und Patienten,

  • Termine zur ERSTEN Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff finden Sie HIER
  • Termine zur ZWEITEN Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff finden Sie HIER
  • Termine zur Impfung mit BioNTech-Impfstoff nach Erstimpfung mit AstraZeneca-Impfstoff (Kreuzimpfung) finden Sie HIER

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Die STändige ImpfKOmmission am Robert-Koch-Institut hat am 1.7.2021 empfohlen, dass ALLE Personen jeglichen Alters, die eine erste Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff erhalten haben, ihre zweite Impfung mit einem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer oder Moderna erhalten sollten. 

Diese Empfehlung basiert auf folgenden Überlegungen/Erkenntnissen:

  1. Die Delta-Variante des SARS-CoV-2 (ehemals "indische" Variante) breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus. Es ist mittlerweile gesichert, dass diese Variante deutlich ansteckender als die bisher in Deutschland zirkulierenden Virus-Varianten ist. Analog zur Entwicklung in Großbritannien wird deshalb ein Wiederanstieg von Neuinfektionen parallel zur Zunahme des Anteils der Delta-Variante auch in Deutschland erwartet
     
  2. Eine komplette = doppelte Impfung mit den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca - und wahrscheinlich auch die einmalige Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson - schützt sehr gut gegen eine Infektion mit der Delta-Variante und zu mehr als 90% vor schweren Verläufen durch diese. 
    Dieser Schutz ist bei einer einmaligen Impfung mit BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca deutlich schlechter! Nach einmaliger Impfung liegt der Schutz gegen eine Infektion mit er delta-Variante jeglichen Schweregrades nur bei 33%. 
    Deshalb ist es sehr wichtig, möglichst schnell die Impfungen zu komplettieren. Alle bisher nur einmal Geimpften sollten sich möglichst schnell ihrer zweiten Impfung unterziehen (Ausnahme: Johnson & Johnson). 
     
  3. Alle, die BioNTech/Pfizer- oder Moderna-Impfstoff als Erstimpfung hatten, sollten im Abstand von 3-6 Wochen (BionTEch) bzw. im Abstand von 4-6 Wochen (Moderna) ihre zweite Impfung mit demselben Impfstoff erhalten. 
    Termine zur ZWEIT-Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff für Patienten, die bereits ihre erste Impfung mit BioNTech-Impfstoff bei uns erhalten haben, finden Sie HIER

     
  4. Seit dem 01.07.2021 empfiehlt die STIKO jetzt, dass sich alle mit AstraZeneca-Impfstoff Erstgeimpften mit dem BioNTech/Pfizer- oder dem Moderna-Impfstoff zweitimpfen lassen sollten.

    Dieser Empfehlung können wir uns nach den jetzt kürzlich veröffentlichten Studienergebnissen zur Verträglichkeit und Wirksamkeit dieser "heterologen" "Kreuzimpfungen" nur anschließen. Glücklicherweise haben wir JETZT (erst jetzt) auch die Möglichkeit, größere Mengen des BioNTech-Impfstoffs zu erhalten. Deshalb können wir Ihnen auch zeitnah einen Termin hierfür anbieten. 

    Ein paar Erkenntnisse aus den zuletzt veröffentlichten Studien:

    Nach einer Zweit-Impfung mit BioNTech-Impfstoff entwickeln sich bis zu 10x mehr schützende Antikörper gegen SARS-CoV-2 als nach einer Zweit-Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff.

    Nach einer Zweit-Impfung mit BioNTech-Impfstoff entwickeln sich bis mehr schützende Immunzellen gegen SARS-CoV-2 als nach einer Zweit-Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff. Es entwickeln sich sogar mehr schützende Immunzellen als nach einer zweifachen Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff. Gerade die Kombination aus einem Vektor-Impfstoff (AstraZeneca) und einem mRNA-Impfstoff scheint also die beste Impfstrategie zu sein!

    Die Zweit-Impfung mit BioNTech-Impfstoff nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca-Impfstoff ist deutlich besser verträglich, wenn der Abstand zwischen beiden Impfungen mindestens 8-10 Wochen statt 4 Wochen ist. Wir empfehlen deshalb einen Abstand von mind. 8 Wochen. Möglich ist jedoch eine Zweitimpfung nach einem Mindestabstand von 4 Wochen = 28 Tagen. 


    Termine zur Zweit-Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff nach einer Erst-Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff erhalten Sie HIER
     

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Der Bund hat offiziell die Impfungen mit diesem Impfstoff an alle Interessierten freigegeben. 

Unabhängig davon gibt es die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), Impfungen mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff vorzugsweise an Personen über 60 Jahren zu verabreichen. Grund hierfür ist eine SELTENE Nebenwirkung (Hirnvenenthrombosen) des Impfstoffs, die besonders bei Jüngeren und deutlich öfter bei Frauen auftritt. Da es sich zwar um eine SEHR seltene, aber dennoch auch potenziell dramatische Nebenwirkung handelt, gilt es bei jüngeren Menschen stets zwischen dem Risiko für diese seltene Nebenwirkung und dem Nutzen durch die Impfung abzuwägen. 

In Abwägung des Nutzens der Impfung und des Risikos für schwere Nebenwirkungen haben wir uns entschlossen, Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff in unserer Praxis nur Menschen ab 50 Jahren anzubieten.

Unabhängig davon möchten wir unter 60-jährigen Frauen raten, ggf. auf die bald besser verfügbaren mRNA-Impfstoffe zu warten. Bei dringendem Wunsch wären wir jedoch auch bereit, Frauen ab 50 Jahren mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu impfen. 

Interessierte ab 50 Jahren:

  • Termine zur EINMALIGEN Impfung mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff finden Sie HIER

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