Weiterführende Informationen zum Thema Affenpocken (MPX):

IMPF-TERMINE:

ERST-Impfung
gegen Affenpocken: Termin HIER klicken
FIRST vaccination
against monkey pox: For Appointment click HERE

ZWEIT-Impfung, wenn erste Impfung in unserer Praxis erfolgt ist: Termin HIER klicken,
sonst bitte HIER klicken!
Appointments for SECOND vaccination, IF first shot was given in our practice Click HERE, otherwise click HERE!

Mit der Terminbestätigung zur Impfung erhalten Sie dieses Informationsblatt über die Impfung sowie diese Einwilligungserklärung.

Bringen Sie bitte die
unterschriebene Einwilligungserklärung und
- Ihren Impfausweis
- Ihre elektronische Gesundheitskarte 
ODER einen deutschen Personalausweis
ODER einen Pass UND eine Anmeldebestätigung für einen Wohnsitz in Berlin

zum Impftermin mit!


Eine Impfung ist nur für deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in Berlin oder nicht-deutsche Bürger mit Aufenthaltstitel für Deutschland und ständigem Wohnsitz in Berlin möglich!


 

WER SOLLE GEIMPFT WERDEN?

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat am 09.06.2022 eine Empfehlung zur Impfung gegen die Affenpocken für folgende Gruppen ausgesprochen:

  1. Postexpositionsimpfung:

    Personen, die einen engen körperlichen Kontakt und/oder einen längeren ungeschützten Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt (unter 1 m Abstand) mit einem/r Infizierten hatten, sollten so schnell wie möglich - bis zu 14 Tagen nach Exposition - eine Impfung erhalten.  
     
  2. Indikationsimpfung
    Menschen mit erhöhtem Expositionsrisiko - aktuell Männer, die Sex mit Männern und wechselnden Partnern haben. 



DIE IMPFUNG
Die Menschenpocken, an denen bis zu 30% der Betroffenen gestorben sind, konnten durch ein weltweites Impfprogramm ausgerottet werden. Letzte Fälle sind 1977 in Somalia und ein letzter bekannter Fall 1978 in Großbritannien als Folge einer Laborinfektion aufgetreten. Im Jahr 1980 hat die WHO die Welt offiziell als frei von Pocken erklärt.

Es handelt sich um die erste, durch ein Impfprogramm ausgerottete Infektionskrankheit. 1976 wurde die vormals bestehende Impfpflicht gegen Pocken in der Bundesrepublik Deutschland, 1982 in der ehemaligen DDR aufgehoben. Die Impfung wurde 1983 beendet. Wer vor 1976 geboren ist, hat höchstwahrscheinlich eine Impfung gegen Pocken erhalten.

Es wird vermutet, dass die Impfung gegen die Menschenpocken - aufgrund der Verwandschaft der Viren - einen guten Schutz auch gegen die infektion mit Affenpocken vermitteln kann. Da es sich um einen sehr lang schützenden Lebendimpfstoff handelte, wird vermutet, dass Menschen, die gegen die Menschenpocken geimpft wurden, auch (noch) gut gegen die Affenpocken geschützt sind. 

Zum Einsatz kommt ein relativ gut verträglicher Lebendimpfstoff gegen Pocken (IMVANEX® bzw. JYNNEOS®), der auch gegen Affenpocken eingesetzt werden kann.
Geimpft werden sollte mit zwei Dosen im Abstand von mind. 28 Tagen.

Nach einem Kontakt mit Affenpocken kann eine Impfung zur Verhinderung oder Abmilderung der Erkrankung eingesetzt werden. Erfolgt die Impfung bis 4 Tage nach Exposition, wird eine sehr hohe Schutzwirkung gegen Infektion angenommen. Im Zeitraum von 5-14 Tagen nach Exposition angewendet, kann eine Erkrankung zwar nicht verhindert, wahrscheinlich jedoch abgemildert werden. 

Der Impfstoff wird von einer Firma in Dänemark hergestellt. Das Bundesgesundheitsministerium hat bereits Anfang Juni größere Mengen des Impfstoffs bestellt. Das Vakzin ist NICHT über die Apotheken verfügbar. Der Impfstoff wird - wie der Corona-Impfstoff - vom Bundesministerium für Gesundheit, also vom deutschen Staat, gekauft. Der Bund entscheidet dann auch über die Verteilung
Der Impfstoff besteht aus "lebenden" modifizierten Pockenviren (Modifiziertes Vaccinia-Virus Ankara). Diese Viren können menschliche Zellen infizieren, sich in diesen aber nicht mehr vermehren. Deshalb gilt das Vakzin auch für immungeschwächte Menschen als anwendbar. 

Der Impfstoff hat potenziell Nebenwirkungen, wird nach unserer Erfahrung jedoch gut vertragen.

Folgende Nebenwirkungen sind möglich:
Lokale Reaktionen an der Impfstelle (Oberarm) treten häufig auf:

  • Schmerzen 84,9% (Grad 3 = deutliche Schmerzen in 7,4%)
  • Rötung 60,8%
  • Schwellung 51,6%
  • Juckreiz 43,1%

Systemische Reaktionen = Allgemeinreaktionen im Körper treten ebenfalls häufig auf:

  • Muskelschmerzen 42,8%
  • Kopfschmerzen 34,8%
  • Abgeschlagenheit 30,4%
  • Übelkeit 17,3%

Die Nebenwirkungen können 1-6 Tage anhalten und sind nach erster und zweiter Impf-Dosis gleich häufig. 

Hier finden Sie Aufklärungsbögen zur Impfung, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut:

DAS VIRUS

Das Affenpocken-Virus (MPXV) wurde erstmals 1958 bei Affen nachgewiesen, die als Versuchstiere gehalten wurden. In der Natur scheint das Virus jedoch eher bei Nagetieren vorzukommen. Im Jahr 1970 wurde der erste Fall einer Infektion bei einem Menschen in Kongo (Zentralafrika) nachgewiesen. Seitdem gab es immer mal wieder sporadische Fallberichte und kleinere Ausbrüche in Zentral- und Westafrika. Fälle außerhalb Afrikas waren fast ausschließlich durch Reisende "importierte" Fälle. In 2003 kam es erstmals zu einem Ausbruch in den USA, der von aus Ghana importierten Säugetieren ausging. Seit 2017 läuft ein größerer Ausbruch in Nigeria/Westafrika. 


In Afrika scheint es es mindestens zwei Formen des Virus zu geben, die zentralafrikanische, mit bis zu 10% tödlichen Verläufen einhergehende, und die westafrikanische, mit 1% tödlicher Verläufe weniger gefährliche Variante. Die aktuell bei uns zirkulierende Variante ist mit dem westafrikanischen, "harmloseren" Virus verwandt. Bei dem Ausbruch in den USA 2003 traten mehr als 90 Infektionen beim Menschen auf, von denen keine tödlich verlief. Dennoch sind vereinzelt tödlich verlaufende Erkrankungen - vor allem bei kleinen Kindern und stark Immungeschwächten - nicht ausgeschlossen werden.  


Affenpocken© AdobeStock/dottedyeti

AKTUELLER AUSBRUCH
Seit Mai
diesen Jahres nehmen Affenpocken-Infektionen sprunghaft in vielen Ländern zu. Die meisten Fälle verzeichneten im Frühjahr 2022 Großbritannien (wo im Mai 2022 auch der erste Fall auftrat), Spanien, Portugal und Deutschland

Betroffen waren bisher in Deutschland fast ausschließlich Männer, die Sex mit Männern haben
 

Seit August 2022 tritt die Infektion in Deutschland nur noch sporadisch auf. 

ÜBERTRAGUNG
Für die Übertragung des Virus sind wahrscheinlich direkte Kontakte mit Pockenläsionen, zumindest intensivere körperliche Kontakte zwischen Menschen erforderlich. Die meisten Fälle sind aktuell wahrscheinlich im Rahmen sexueller Kontakte übertragen worden. 

Möglich scheint eine Übertragung auch durch Tröpfchen in der Atemluft während der noch unspezifischen ersten Stadien der Infektion, in denen noch keine Hautveränderungen auftreten. Hierbei ist das Virus jedoch wahrscheinlich viel weniger übertragbar als beispielsweise SARS-CoV-2.

Da das Virus in der Umgebung recht gut und lange infektiös bleiben kann, sind auch Gegenstände, Kleidung, Bettwäsche, Handtücher etc. aus der unmittelbaren Umgebung des Erkrankten potenziell infektiös.

Erkrankte sind infektiös, solange sie Symptome haben. Insbesondere die typischen Hautläsionen (Pocken) sind hoch ansteckend. Eine Infektion ist zudem durch Kontakt mit infizierten Tieren möglich. 

DIE ERKRANKUNG
Die Affenpocken-Erkrankung verläuft in mehreren Phasen und sehr viel milder als die (ausgerotteten) Menschenpocken. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb einiger Wochen. In Einzelfällen sind jedoch schwere Verläufe möglich. 
Nach einer Inkubationszeit von 5-21 Tagen entwickeln sich zunächst unspezifische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie - typischerweise - Lymphknotenschwellungen. Einige Tage nach dem Beginn der Beschwerden beginnen die Hautveränderungen. Aus einem Fleck entwickelt sich zunächst Knötchen, dann ein Bläschen, welches schnell eitrig-trüb gefüllt erscheint (Pustel) und schließlich verkrustet. 

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