Neuigkeiten aus der Praxis Prenzlauer Berg:

Liebe Patientinnen und Patienten,


mit großer Freude habe ich wahrgenommen, dass sich viele von Ihnen/Euch für meine Versuche interessiert haben, etwas Klarheit in den Dschungel an Informationen über das neue Coronavirus zu bringen. Die positiven Rückmeldungen bestärken mich, von Zeit zu Zeit weitere Updates zu liefern und insbesondere auch häufig gefragte Themen anzusprechen. Der Übersichtlichkeit halber fasse ich meine bisherigen Veröffentlichungen schrittweise mit neuen zusammen und werde alles etwas besser gliedern:  


Chronologie

 
Mitte Dezember 2019 kommt es in der zentralchinesischen Stadt Wuhan zu einer Häufung von schweren Lungenentzündungen ohne nachweisbare Erklärung.

Am 30.Dezember 2019 warnt Li Wenliang, ein Augenarzt aus einem Krankenhaus in Wuhan, seine Kollegen in sozialen Netzwerken vor dem mutmaßlichen Ausbruch eines neuartigen Virus, welches SARS-artige Erkrankungen mache. Er wird am 3. Januar 2020 unter Androhung von Strafen zum Schweigen gebracht. Er selbst wird am 12. Januar 2020 ins Krankenhaus aufgenommen, nachdem er Husten, Fieber und Luftnot bekommen hatte. Später wird bei ihm Covid-19 diagnostiziert. Er stirbt am 6. Februar 2020.

Am 31. Dezember 2019 melden die chinesischen Behörden an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass ein unbekannter Erreger als Ursache der gehäuften Lungenentzündungen vermutet wird. Es wird spekuliert, dass der Erreger auf dem Huanan Seafood Wholesale Market“ von Tieren auf Menschen übergegangen sei, da ein Großteil der ersten Erkrankten einen Zusammenhang mit dem Markt hatten.

Am 7. Januar 2020 wird ein bis dato unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren als Grund der Infektionen identifiziert. Es wird zunächst als „neuartiges CoronaVirus (2019-nCoV) bezeichnet“.

Am 12. Januar 2020 wird das Genom des Virus entschlüsselt und veröffentlicht. Kurze Zeit später wird das erste Nachweisverfahren – unter anderem von Forschern aus der Berliner Charité – entwickelt.

Am 21. Januar 2020 wird der erste Fall in den USA bekannt.

Am 23. Januar 2020 verhängt die chinesische Regierung in Wuhan und der Region Hubei drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und startet ein bis dahin nie dagewesenes, extrem aufwändiges Programm zur Seuchenkontrolle.

Am 24. Januar 2020 sind bereits 830 Infektionen in 9 Ländern außerhalb Chinas bekannt. Die ersten Fälle in Europa werden aus Frankreich berichtet.

Am 28. Januar 2020 wird die erste Infektion in Deutschland im Landkreis Starnberg/Bayern berichtet. Ein Mann aus einem Autozulieferer-Betrieb hat sich während des Besuchs einer chinesischen Kollegin an dieser infiziert. Der Ausbruch kann zunächst gut kontrolliert werden.

Am 30. Januar 2020 erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektion zum Globalen Gesundheitsnotstand. Am gleichen Tag wird eine Frau aus Bayern positiv getestet, nachdem sie sich wenige Tage zuvor in Tirol auf einer Berghütte aufgehalten hat.

Am 04. Februar 2020 wird ein Kreuzfahrtschiff, die „Diamond Princess“ im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt, nachdem auf dem Schiff 10 Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekannt wurden. In den nächsten zwei Wochen infizieren sich mindestens 700 Menschen auf dem Schiff, 4 sterben.

Am 8. Februar 2020 kommt es zu einem Ausbruch in Südkorea, nachdem es bei einer Massenhochzeit einer Sekte zu vielen Ansteckungen gekommen ist. Südkorea wird in den kommenden Wochen zu einem der am stärksten betroffenen Länder.

Am 11. Februar 2020 erhält das neuartige Coronavirus einen offiziellen Namen: SARS-CoV-2. Die Erkrankung, die durch das Virus ausgelöst wird, bekommt den Namen Covid-19, abgeleitet von CoronavirusDisease und dem ersten Auftreten im Jahr 2019.

Am 15. Februar 2020 nimmt ein Paar in Gangelt (Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfahlen) an einer Karnevalssitzung teil. Das Paar hat sich zuvor unwissentlich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Diese Karnevalssitzung gilt als Ausgangspunkt eines der stärksten lokalen Ausbrüche in Deutschland.

Am 19. Februar 2020 findet in Bergamo (Norditalien) ein Fußballspiel im Rahmen der Champions League zwischen den Clubs Atalanta Bergamo und FC Valencia statt. 44.000 italienische und 2.000 spanische Fußballfans reisen für dieses Spiel an. Die An- und Abreise in Bussen von/nach Milano, das stundenlange Verweilen im Stadion und ausgelassene Feiern nach dem Spiel in überfüllten Bars wird von einigen Epidemiologen als „biologische Bombe“ bezeichnet. Ob dieses Spiel die in den kommenden Wochen folgenden massiven Coronavirus-Ausbrüche in Bergamo und Norditalien sowie in Spanien angeheizt hat, ist nicht sicher belegt. Die Vermutung liegt jedoch sehr nah…

Am 20.Februar 2020 wird der erste Patient mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auf eine Intensivstation ins Codogno Hospital (Region Lombardei, Norditalien) aufgenommen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden erhöht sich die Anzahl der Patienten bereits auf 36. Die Epidemie in Italien hat begonnen.

Am 21. Februar 2020 sind in China mindestens 75.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 2.200 sind daran gestorben.

Am 23.Februar 2020 ist Italien das am stärksten betroffene Land Europas – mehrere Städte in Norditalien werden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wird abgebrochen.

Am 25. Februar 2020 wird das Virus bei einem Mann in Göppingen/Baden-Württemberg festgestellt, der zuvor in Mailand gewesen ist.

Am 26. Februar 2020 sind in Italien mehr als 150 Menschen infiziert. Österreich stellt den Zugverkehr mit Italien ein. Drei weitere Infektionsfälle werden aus Baden-Württemberg gemeldet. Alle Infizierten hatten sich zuvor in Norditalien aufgehalten.

Am 27. Februar 2020 berichtet die Stadt Heinsberg von 20 bestätigten Infektionen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Erkrankten während der Karnevalssitzung am 15. Februar 2020 angesteckt haben. Sechs weitere Infektionen werden aus Baden-Württemberg, je eine aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg sowie 14 aus NRW gemeldet.

Am 28. Februar 2020 gibt es in ganz Deutschland nachgewiesene Infektionen. Schwerpunkte sind Ausbrüche in Heinsberg, Bayern und Baden-Württemberg. Im Kreis Heinsberg sind jetzt 37 Infektionen nachgewiesen, die alle auf das infizierte Ehepaar auf der Karnevalssitzung am 15. Februar zurückzuführen sind. Am Tag darauf sind es bereits 60 Fälle.

Am 1. März 2020 wird der erste Fall aus Berlin gemeldet. Das Überraschende: Es war ein Zufallsfund. Der Patient stellte sich mit grippalen Beschwerden in einer Notaufnahme vor, wurde jedoch nach kurzer Behandlung wieder nach Haus entlassen. Bei einem parallel zu einem Test auf Influenza durchgeführten Test auf SARS-CoV-2 wurde die Coronavirus-Infektion – zufällig – nachgewiesen.

Am 2. März 2020 gibt es 150 Infizierte in Deutschland. Bereits am 6. März werden es 500 sein. Der erste Fall in Brandenburg wird bei einem Mann festgestellt, der sich zuvor in Südtirol aufgehalten hatte.

Am 9. März 2020 wird in ganz Italien eine Reisebeschränkung und eine weitgehende Ausgangssperre verhängt. Das gesamte Land wird zur Sperrzone erklärt. In Deutschland gibt es die ersten beiden Todesfälle, einer davon in Gangelt, Kreis Heinsberg.

Am 11. März 2020 erklärt die WHO offiziell, dass es sich um eine Pandemie handelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht das Thema zur Chefsache und erklärt erstmals, dass sich wahrscheinlich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung mit dem Virus infizieren werden.

Am 13. März 2020 wird der erste Fall aus einem Pflegeheim in Wolfsburg/Niedersachsen gemeldet. Im Verlauf werden mindestens 79 Bewohner positiv getestet, 27 sterben.

Am 20. März 2020 beschließen Bayern und das Saarland erste Ausgangsbeschränkungen.

Am 21. März 2020 meldet Italien 793 Todesfälle durch Covid-19. Die Kliniken in Bergamo sind völlig überlastet.

Am 22. März 2020 sind in Deutschland mehr als 18.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, davon 55 gestorben. Der Bund beschließt ein weitgehendes Kontaktverbot.

Am 27. März 2020 wird bekannt, dass sich der britische Premierminister Boris Johnson, der noch vor kurzem die Infektion verharmlost und Kontaktbeschränkungen abgelehnt hat, an Covid-19 erkrankt ist. Einige Tage später wird er erst ins Krankenhaus, kurz darauf auf eine Intensivstation aufgenommen.

Am 30. März 2020 lässt die US-Marine ein Lazarettschiff mit 1.000 Betten im Hafen von New York City anlegen, weil die Krankenhäuser überlastet sind. Zuvor war bekannt geworden, dass mitten in New York City Leichen in Kühlwagen gelagert werden, weil die Kapazität der Leichenhallen und Bestatter überschritten wurde.

Am 31. März 2020 bezeichnet der UN-Generalsekretär Guterres die Coronavirus-Infektion als die größte Herausforderung an die Welt seit dem 2. Weltkrieg.

Am 08. April 2020 sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen mit dem Virus infiziert oder haben die Infektion überstanden. 1.816 sind infolge Covid-19 gestorben. Eine beeindruckende Grafik zur Ausbreitung in Deutschland finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland#/media/Datei:COVID-19_spread_in_Germany_(27_February_to_22_March_2020).gif

Am 23. April 2020 veröffentlicht die New York Times Daten zur Übersterblichkeit, also zur das erwartete Maß übersteigenden Sterblichkeit in verschiedenen Ländern: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html

Am 24. April 2020 berichtet das Projekt Euromomo („European Mortality Monitoring Project“), welches die Sterblichkeitsstatistik in Europa erfasst, dass die Coronavirus-Epidemie tödlicher ist als die Grippe. Ein großer Teil der europäischen Länder melden eine mehr als 15-fach erhöhte Sterblichkeit verglichen den für diese Zeit üblichen Sterberaten. Allein in der 13. Kalenderwoche seien in den meldenden Ländern 18.000 Verstorbene zusätzlich gezählt worden als im Mittel der vorangehenden Jahre in der gleichen Kalenderwoche. Die eindrucksvollen Daten finden Sie hier: https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/


Das Virus

Der Erreger von Covid-19 – SARS-CoV-2 gehört zur Gruppe der Coronaviren. Diese haben ihren Namen aufgrund ihres Aussehens. In ihrer Hülle befinden sich stachelartig nach außen gerichtete Eiweiße („spike“-Proteine), welche die Viren wie mit einer Krone (lateinisch „Corona“) geschmückt aussehen lassen. Die Virusgruppe ist seit den 1960er Jahren als Auslöser von Infektionen bei Menschen und Tieren bekannt.

Als krankmachend („pathogen“) für den Menschen waren bis Ende letzten Jahres sieben Vertreter bekannt. Vier sind typische Auslöser von Erkältungskrankheiten (HCoV-229E, HCov-NL63, HCoV-OC43, HKU1). Sie sind jedes Jahr für bis zu 15% der Erkältungsinfekte verantwortlich. Ein weiteres der bereits bekannten Coronaviren – HECoV – kann Darminfektionen (Durchfall) auslösen.

Im Jahr 2002/2003 kam es zu einem Ausbruch eines bis dahin nicht bekannten, zu diesem Zeitpunkt „neuartigen“ Coronavirus, welches zu einer akuten schweren Infektionen der Atemwege bei Menschen (Severe Acute Respiratory Syndrome) geführt hat. Das auslösende Virus wurde SARS-CoV genannt. Die meisten Fälle wurden in China, Taiwan, Singapur und Hongkong registriert. Außerhalb von Asien war Kanada mit 251 Fällen am stärksten betroffen. Die Ausbreitung dieses SARS-Virus kam 2003 zum Stehen und seitdem traten keine erneuten Ausbrüche auf. Im Rahmen der Epidemie kam zu 8.096 bekannten Infektionen und zu 774 Todesfällen (Fallsterblichkeit 9,5%).

Im Jahr 2012 kam es erneut zu einer Häufung akuter schwerer Lungenentzündungen mit einem SARS-ähnlichen Krankheitsbild, diesmal auf der arabischen Halbinsel. Schnell wurde ein weiteres, zu diesem Zeitpunkt „neuartiges“ Coronavirus als Auslöser identifiziert. Das bevorzugte Vorkommen der Erkrankung auf der arabischen Halbinsel führten zur Namensgebung Middle East Respiratory Syndrome. Das auslösende Virus wurde als MERS-CoV bezeichnet. Neben einem größeren Ausbruch 2015 in Südkorea, wohin das Virus durch einen Reisenden von der arabischen Halbinsel eingeschleust wurde, fanden (und finden) die meisten Infektionen in Saudi-Arabien statt. Ende Februar 2020 waren der WHO insgesamt 2.519 Erkrankungen bekannt, von denen 866 zum Tode führten (Fallsterblichkeit 34%).

Das jetzt neuartige Coronavirus hat die größte Ähnlichkeit mit dem SARS-Erreger. Dies hat jetzt zur Namensgebung SARS-CoV-2 geführt. Es stammt ursprünglich – genau wie SARS-CoV – aus dem Tierreich. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist es von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden. Wie und wann der Übertritt zum Menschen erfolgte und ob es ein weiteres Tier (Pangolin?) als Bindeglied dieser Übertragungskette gegeben hat, ist noch immer nicht endgültig geklärt.

Im Gegensatz zum „alten“ SARS-CoV ist das neue SARS-CoV-2 sehr viel leichter von Mensch zu Mensch übertragbar. Während sich SARS-CoV vor allem in der Lunge vermehrt, findet beim „neuen“ SARS-CoV-2 – zumindest zu Beginn der Erkrankung – eine sehr starke Vermehrung im Rachen statt. Es kommt zu sehr hohen Viruskonzentrationen in Mund-Rachen-Nasen-Sekreten (Speichel etc.). Folglich kann eine Übertragung durch kleinste Tröpfchen, die beim Husten und Niesen, aber auch beim Sprechen, Singen und Atmen entstehen, erfolgen. SARS-CoV-2 ist ein behülltes Virus, das heißt es besitzt eine (sehr empfindliche!) Membran. Dadurch ist es sehr empfindlich gegen Austrocknung, Hitze, Desinfektionsmittel und Seifen.

Übertragung & Ausbreitung


Wann ist man infektiös?
Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, sind meist nur in einem relativ kurzen Zeitfenster (7 Tage) im Rahmen normaler sozialer Kontakte infektiös. Davon abzugrenzen sind zusätzlich besondere Ansteckungsrisiken im medizinischen Bereich – beispielsweise bei einer Intubation oder einer Endoskopie der Bronchien (Bronchoskopie).

Im Bereich der Alltagskontakte besteht bereits 1-2 Tage VOR dem Auftreten der ersten Symptome bei einem Infizierten die Gefahr, das Virus auf andere zu übertragen!
Es können also auch Menschen andere anstecken, die sich selbst für gesund halten!
Es wird sogar geschätzt, dass der Tag VOR dem Beginn der ersten Symptome der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ist, das Virus auf andere zu übertragen! Etwa 44% – fast die Hälfte (!) – aller Übertragungen findet statt, BEVOR der Virusträger seine eigene Infektion in Form von Symptomen bemerkt!  

Einmal mit Symptomen erkrankt, lässt die Gefahr, andere anzustecken recht schnell nach. Forscher aus München und aus der Charité haben anhand intensiver Untersuchungen an Infizierten zeigen können, dass sich das Virus nur in den ersten Tagen stark im Rachen vermehrt.  Später im Krankheitsverlauf verlagert sich die Virusvermehrung zunehmend in die Lungen. In den ersten fünf Tagen mit Symptomen konnte man das Virus aus dem Rachen gut nachweisen, danach zunehmend seltener. „Lebendes“ = infektiöses Virus ließ sich aus dem Rachen in Zellkultur nur innerhalb der ersten vier symptomatischen Tage anzüchten. Man kann also vermuten, dass es für soziale Kontakte ein infektiöses Zeitfenster gibt, welches 2 Tage vor Beginn der Symptome beginnt und bis etwa 5 (maximal 8) Tage nach Beginn der Symptome anhält. Jenseits dieser Zeiten ist eine Ansteckung – zumindest bei leichtem bis moderaten Krankheitsverlauf, also ohne Notwendigkeit eines Krankehausauftenthalts, im Rahmen sozialer Kontakte – unwahrscheinlich. Bei medizinischen Maßnahmen – zum Beispiel bei einer Intubation oder einer Bronchoskopie – hat der Arzt direkten Zugang zu den tiefen Atemwegen in der Lunge, in denen sich das Virus auch später noch sehr stark vermehren kann. Hier ist – auch später noch – von einer Infektionsgefahr auszugehen!


Abstand & Mundschutz!
Die Übertragung durch kleinste Tröpfchen in der Luft gilt als wichtigster Übertragungsweg! Diese Tröpfchen entstehen sehr zahlreich beim Husten/Niesen, aber auch beim Sprechen, Singen und atmen. Da sich zumindest die größeren Tröpfchen zumeist nur in einem Radius von 1,5 ( bis 2) Metern um den infizierten Menschen ausbreiten, gilt die Beachtung eines Mindestabstands zu anderen Menschen als sehr effektive Maßnahme, um sich vor einer Infektion durch Einatmen dieser Tröpfchen zu schützen. Dieser Abstand ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen es nur zu einem geringen Austausch der umgebenden Luft (geschlossene Räume!) kommt. Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung durch die Luft geringer, weil die Luft stärker ausgetauscht, das Virus dadurch verdünnt wird. Dennoch: Auch im Außenbereich verringert ein Mindestabstand zu anderen Menschen die Infektionsgefahr!

„Chirurgische“ Atemmasken (Mund-Nasen-Schutz) oder (selbstgenähte) Baumwoll-/Stoffmasken hindern vor allem größere Tröpfchen daran, vom Maskenträger in die umgebende Luft abgegeben zu werden. Sie stellen also vor allem einen Schutz für die Menschen in der Umgebung des Trägers dar. Zu einem gewissen Grad ist jedoch auch der Träger dieser Art von Masken vor dem Einatmen infektiöser Tröpfchen geschützt. Dieser Schutz ist jedoch nicht vollständig! Zum einen könnten kleinste Tröpfchen durch den Stoff hindurchdringen, zum anderen könnten diese beim Atmen am (nicht dicht das Gesicht abschließenden) Rand der Maske vorbei „angesaugt“ werden. Dennoch: Auch wenn diese Masken keinen hundertprozentigen Schutz bieten, so sind sie dennoch sinnvoll! Vor allem zum Schutz der anderen, jedoch auch etwas zum Selbstschutz. Und wenn mein Gegenüber und ich eine Maske tragen, haben beide etwas von beiden Effekten. Prägnanter als im vorliegenden Text kann man es nicht zusammenfassen:

Wichtig ist dennoch, an einen Mindestabstand zu anderen zu denken!

Im Gegensatz zum Mund-Nasen-Schutz – egal ob als Einwegartikel oder waschbar aus Stoff – gibt es professionelle, filtrierende Masken. Diese Schutzmasken müssen – je nach Bauart – 80% (FFP-1), 95% (FFP-2 oder KN95) und 99% (FFP-3) der in der Einatemluft enthaltenen Partikel bis zu einer bestimmten Größe herausfiltern. Wichtig dafür ist ein dicht abschließender Sitz der Maske auf der Gesichtshaut! Ein Vollbart macht das richtige Tragen dieser Masken beispielsweise nahezu unmöglich. Hinzu kommt, dass der dichte Abschluss dieser Masken, verbunden mit dem erhöhten Atemwiderstand durch das Filtergewebe, das Atmen deutlich erschwert.  

Diese filtrierenden Masken werden für den Schutz des medizinischen Personals in besonders infektionsgefährdeten Situationen dringend benötigt. Die Intubation eines an einer Covid-19-Lungenentzündung leidenden, luftnötigen Patienten stellt für den Arzt ohne diese speziellen Masken ein hohes Risiko für eine Infektion dar, weil er direkt infektiösen Tröpfchen aus der Lunge des Patienten ausgesetzt wäre.
Bedingt durch das weltweite, nahezu gleichzeitige und unvorhergesehene Auftreten des neuartigen Coronavirus kam es seit Jahresbeginn zu einem sprunghaft massiven Anstieg der Nachfrage nach diesen Masken. Der größte Teil der Produktion dieser Masken wurde in den letzten Jahren nach China verlagert. Ausgerechnet in das Land, in dem die Pandemie ihren Ursprung hatte. Chinas Industrieproduktion ist durch die Infektion jedoch zeitweise massiv reduziert worden. Hinzu kam, dass China im Januar einen Großteil der Masken für den Eigenschutz benötigte.
Obwohl sich die Verfügbarkeit langsam bessert, herrscht im so dringend auf diese FFP-Masken angewiesenen medizinischen Bereich weltweit ein gefährlicher Mangel. Deshalb meine dringende Bitte: Kaufen Sie den medizinischen Einrichtungen nicht diese existenznotwendigen Arbeitsmittel weg! Je größer die Nachfrage, desto schwerer sind diese zu bekommen. Und um so mehr steigt der Preis. Ich selbst habe zwischenzeitlich im Fachhandel für Arztpraxen bis zu 15 Euro für eine Maske bezahlt, die zu „normalen“ Zeiten für 2,50€ zu haben ist. Die Kosten dafür trage ich zu 100%, hier gibt es keine „Corona-Zuschüsse“ für die Anschaffung von Schutzausrüstung in Arztpraxen.

Im Privatbereich sind diese filtrierenden Masken kaum nötig – besonders gefährdete Gruppen vielleicht ausgenommen. Hinzu kommen die hohen Ansprüche an den sicheren, dicht abschließenden Sitz und das zuweilen deutlich erschwerte Atmen. Eine FFP-Maske auf einem Vollbart oder unter Aussparung er Nase getragen ist sinnlos!


Desinfektionsmittel?
Daneben sind Infektionen über kontaminierte Oberflächen möglich. Im Privathaushalt ist die Nutzung von Desinfektionsmitteln jedoch NICHT erforderlich und nicht ratsam! Dies gilt auch in Zeiten von SARS-2. 

Die umhüllten (mit einer sehr empfindlichen (!), für das Virus äußerst wichtigen Membran umgebenen) Coronaviren sind außerhalb des Körpers sehr leicht durch Austrocknung, Hitze und Seife unschädlich zu machen.
Gründliches Händewaschen mit Seife sowie normales Reinigen von Oberflächen mit Haushaltreinigern und von Wäsche mit üblichen Waschmitteln reicht meist aus, um das Virus zumindest massiv zu schädigen und zu reduzieren. Bei allen Infektionen ist es nie der einzelne Erreger, der eine Infektion auslöst, sondern eine mindestens nötige Erregermenge (Infektionsdosis), die zum Auslösen einer Infektion übertragen werden muss. Deshalb ist es nicht nötig, jedes Virus unschädlich zu machen. Dies wird einem auch so gut wie nie gelingen.

Da nur eine intakte Haut eine gute Barriere gegen Bakterien und Viren darstellt, sollte man bei häufigem Händewaschen an die regelmäßige Nutzung von Handcremes denken!

Desinfektionsmittel sind in Arztpraxen und Krankenhäusern wichtig, wo sich Ärzte und Pflegekräfte nicht nach jedem Patientenkontakt die Hände waschen KÖNNEN. Auch die beste Haut hält es nicht aus, sich fünfzig oder mehr mal am Tag die Hände zu waschen. Da jedoch auch Desinfektionsmittel auch im medizinischen Fachhandel aktuell nur schwer zu bekommen sind, kann ich nur an Sie alle appellieren: Waschen Sie sich gründlich mit Seife die Hände und lassen Sie die verfügbaren Desinfektionsmittel für das medizinische Personal! Sie werden uns potenziell brauchen!


Handschuhe?
Immer öfter sehe ich Menschen beim Einkaufen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch als Patienten in der Praxis mit Einweghandschuhen. Hiervor kann ich nur dringend warnen und nachdrücklich empfehlen, diese „hygienische Sauerei“ sein zu lassen!

Einweghandschuhe sind nie ein Ersatz für Händehygiene! Auch ein Chirurg muss sich gründlich die Hände waschen und desinfizieren bevor er die Operationshandschuhe anzieht und nachdem er sie wieder auszieht. Einweghandschuhe sind nur für eine KURZE TRAGEZEIT und nie als Alternative zum Händewaschen/Händedesinfektion gedacht! Sie dienen lediglich dazu, den direkten Kontakt der Hände mit potenziell infektiösen, giftigen, schädigenden oder ekelerregenden Stoffen und Ausscheidungen zu verhindern. Wichtig ist die Händereinigung vor und nach dem Tragen der Handschuhe und eine KURZE Tragezeit!

Werden diese Handschuhe über längere Zeit getragen, kommt es unweigerlich zum Schwitzen der Haut in/unter den Handschuhen. Dies führt zu einer Schädigung der für eine Infektionsabwehr wichtigen Barrierefunktion der Haut. Hinzu kommt, dass sich in dem warm-feuchten Millieu schnell eine Vielzahl von Keimen vermehren können. Diese können dann über die aufgeweichte Haut mit geschädigter Barrierefunktion schnell in den Körper eindringen. Somit sind diese Handschuhe nicht nur nicht hilfreich, sondern potenziell sogar schädlich!

Obendrein sind viele Einmalhandschuhe gar nicht für ein längeres Tragen ausgelegt und werden schnell porös. An einen OP-Handschuh werden höhere Materialansprüche angelegt als an einen medizinischen Schutzhandschuh und dieser muss mehr aushalten als ein nicht als Medizinprodukt geprüfter Handschuh aus dem Supermarkt...

Zusammenfassend kann man sagen, dass folgende Regeln gut geeignet sind, um die Gefahr der eigenen Infektion und die der Umgebung zu vermindern:

Hustenetikette

Husten und Niesen Sie immer in die Ellenbeuge, nicht in die Hand und nie frei in die Luft! Dies gilt auch, wenn Sie einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP-Maske tragen!      
Durch die hohen Luftgeschwindigkeiten beim Husten können Coronaviren selbst durch FFP-Masken nach Außen in die (Raum-)Luft gelangen! Und ein Teil des Virus kann sich in sehr kleinen Tröpfchen (Aerosol) über mehrere Stunden in der Raumluft aufhalten (und potenziell infektiös sein).    
Ein sehr anschauliches Experiment der Bauhaus-Universität zeigt, warum diese kleinen Maßnahmen so wirksam sein können: https://vimeo.com/399120258

Abstand halten           

Halten Sie – wann immer möglich – einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Ihren Mitmenschen.          
Hiervon ausgenommen sind Lebenspartner und Angehörige des eigenen Haushalts. Diese sind zwar durchaus auch gefährdet, sich an Ihnen – oder diese Sie – anzustecken. In Partnerschaften und im eigenen Haushalt ist das Risiko einer Ansteckung durch das enge Zusammenleben jedoch so hoch, dass man dies durch eine Abstandsregelung kaum senken kann.     
Etwas anders verhält es sich mit Angehörigen, die ein (sehr) hohes Risiko haben, besonders schwer an einer Covid-19-Infektion zu erkranken. Hier könnten das Schlafen und der Aufenthalt in getrennten Zimmern einer Wohnung und ggf. das getrennte Essen das Risiko einer Übertragung – und damit einer Gefährdung des besonders gefährdeten Angehörigen – vermindern helfen.

Meiden von Menschenansammlungen / zu Hause bleiben      

Je weniger Kontakt Sie zu potenziellen Virusträgern haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.           

Häufiges Lüften          

Je stärker die Luft in einem Raum ausgetauscht wird, desto mehr wird ein in der Luft enthaltener Stoff verdünnt. Lassen Sie also öfter mal die „dicke Luft“ raus!

Händehygiene

Waschen Sie sich häufiger gründlich die Hände, insbesondere wenn Sie im Außenbereich Gegenstände berührt haben (Türklinken, Einkaufswagen…). Achten Sie auf die Hautpflege mit einer Handcreme! Aber bitte: KEINE EINWEGHANDSCHUHE!

Nicht ins Gesicht fassen          

Die Schleimhäute der Augen, der Nase und des Mundes sind potenzielle Eintrittspforten für Coronaviren. Versuchen Sie sich zu disziplinieren, sich nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen. Dies gilt insbesondere in Umgebungen, in denen man kontaminierte Oberflächen (Türklinken, Einkaufswagen…) angefasst haben könnte. Hierdurch könnte das Virus von der Hand ins Gesicht und weiter ins Auge, Mund oder Nase „verschmiert“ werden. Achten Sie bitte auch darauf, die Innenseite Ihrer Schutzmaske niemals mit den (kontaminierten) Fingern zu berühren!
 

Ausbruch – Epidemie – Pandemie:
Unterschiede und deren Bedeutung


SARS-CoV-2: neues Virus trifft auf unvorbereitetes Immunsystem
SARS-CoV-2
ist ein für den Menschen neues, bisher nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkulierendes Virus. Dies bedingt, dass sich die Immunsysteme der Menschen noch nie mit diesem Virus auseinandergesetzt haben – die Menschen sind bezogen auf dieses Virus „immunologisch naiv“. Es gibt also zum Beginn der Pandemie in der Bevölkerung noch keinerlei Immunität gegen das Virus.

Dies ist wichtig, um zu verstehen, dass sich das Virus deshalb sehr schnell in der Population ausbreiten kann. Die Immunsysteme der Menschen haben dieses und sehr eng verwandte Viren bisher nie gesehen und werden quasi „überrascht“. Da jede Immunreaktion gegen einen bisher unbekannten Erreger - also das "Erkennen" des Eindringlings und die Bildung von Abwehrkräften - zunächst ein paar Tage Zeit braucht, kann sich das Virus im Körper der Infizierten zunächst ungehemmt vermehren. Hierbei kommt es zu sehr hohen Virus-Konzentrationen. Diese treten im Fall von SARS-CoV-2 ausgerechnet in den (leicht in die Umgebung freigesetzten) Rachensekreten auf. Hierdurch ist vor allem in den ersten Tagen der Infektion eine sehr leichte Übertragung auf andere Menschen – die sich wiederum über die Aufnahme des Virus in den Nasen-Rachen-Raum infizieren – möglich. 

Genau hierin liegt der wesentliche Unterschied zu einer Infektion mit den anderen „bekannten“ Erkältungs-Coronaviren. Da letztere seit langer Zeit in der Bevölkerung zirkulieren und sich fast jeder Erwachsene im Laufe seines Lebens bereits ein- oder mehrmals mit jedem dieser Viren infiziert hat, hat dessen Immunsystem einen gewissen Grad von Vorbereitung auf eine erneute Infektion – eine (Teil-)Immunität – entwickelt. Kommt es zu einer erneuten Infektion, kann das Immunsystem das Virus schnell erkennen und mit bereits vorgefertigten spezifischen Abwehrmechanismen bekämpfen. Hierdurch kann eine erneute Erkrankung vollständig verhindert (Immunität) oder zumindest abgeschwächt (Teil-Immunität) werden. Denselben Effekt hätte eine Impfung.

Trifft ein für die Menschheit völlig neuartiges Virus auf eine immunologisch nicht vorbereitete („immunologisch naive“) Bevölkerung, kann es sich also rasend schnell ausbreiten. Je effektiver/einfacher die Übertragung ist, desto schneller ist die Ausbreitung. Je leichter empfängliche Menschen mit infektiösen Sekreten in Kontakt kommen, desto leichter ist die Übertragung.
SARS-CoV-2 vermehrt sich sehr stark im Nasen-Rachen-Raum. Infektiöse Tröpfchen werden bei jedem Husten, Sprechen, sogar beim schlichten Atmen in die Umgebung freigesetzt. Empfängliche Menschen in der Umgebung werden durch simples Einatmen dieser Tröpfchen infiziert.

Dies unterscheidet SARS-CoV-2 beispielsweise von SARS oder HIV:
Das „alte“ SARS-Virus vermehrte sich vorwiegend in der Lunge. Der Weg der infektiösen Tröpfchen aus die Tiefer der Lunge nach Außen war sehr viel komplizierter als der Weg vom Rachen nach außen. Deshalb waren Mensch-zu-Mensch-Übertragungen zwar möglich, aber sehr viel unwahrscheinlicher als bei SARS-CoV-2. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass sie SARS-Epidemie 2003 nach „nur“ fast 8.000 Infektionsfällen zum Stillstand gebracht werden konnte.
HIV, gegen das es in der Bevölkerung auch keine erworbene Immunität gibt, vermehrt sich vor allem im von außen schwer zugänglichen lymphatischen Gewebe. Der Kontakt empfänglicher Menschen zu infektiösen „Sekreten“ Infizierter  – wie Blut, Sperma, Rektal- oder Vaginalsekret – ist (fast) nur bei intensiven, sehr intimen Kontakten möglich. Eine Ansteckung beim Einkaufen ist nahezu ausgeschlossen.

Je weniger das Immunsystem auf das Virus vorbereitet ist, desto besser kann es sich im Körper vermehren. Je besser sich das Virus vermehren kann, um so höher ist die Viruskonzentration in den Erkrankten und um so effektiver ist die Übertragung. Dies trifft nicht nur auf SARS-CoV-2 zu. Beispielsweise kann sich HIV zu Beginn einer Infektion extrem stark im Körper vermehren. In dieser Zeit ist das Risiko, die Infektion auf andere zu übertragen, mehr als 20x höher als später, wenn das Immunsystem das Virus erkannt hat und an der ungehemmten Vermehrung hindert.
Gleichzeitig führt eine anfangs ungehemmte Ausbreitung des Virus im Körper zu einer potenziell starken Schädigung von empfänglichen Organen. Ein klassischer Teufelskreis.


Vergleich Influenza/Virusgrippe
Ähnliche Phänomene kennen wir vom Grippevirus („Influenza-Virus“). Dieses wird ähnlich wie SARS-CoV-2 über Tröpfchen übertragen und neigt sehr stark dazu, seine genetischen Eigenschaften – und dadurch seinen Aufbau – zu verändern. Es kommt in einer Vielzahl unterschiedlicher Typen vor, die einer ständigen Veränderung unterworfen sind.
So lange dieser Wandel nicht zu stark ausgeprägt ist, unterscheiden sich die veränderten Viren nur geringfügig von den vorherigen. In diesem Fall erkennt das Immunsystem von Erwachsenen – die im Laufe der Jahre vielfach Kontakt zu und Infektionen durch Grippeviren hatten – die (gering) veränderten Viren zumindest zum Teil wieder und kann sich schnell auf deren Bekämpfung einstellen. Für Kleinkinder hingegen ist der Kontakt zu Grippeviren oft der erste Kontakt (sie sind für diese Viren „immunologisch naiv“). Deshalb haben sie oft sehr viel höhere Viruskonzentrationen in ihren Nasen- und Bronchial-Sekreten, sind deshalb für ihre Eltern und die Umgebung so ansteckend und selbst öfter und schwerer an Grippe erkrankt.

Ändert sich der genetische Code und damit das Aussehen eines Grippevirus jedoch stark, so trifft es wieder auf eine für diesen (jetzt stark veränderten) Virustyp „immunologisch naive“ Bevölkerung. Es kommt zu einer schnellen, weltweiten Ausbreitung des veränderten Virus („Grippe-Pandemie“ oder "pandemische Grippe"). Die Unfähigkeit der Immunsysteme, das Virus schnell unter Kontrolle zu bringen, führt anfangs zu deren unkontrollierten Vermehrung und dadurch bedingte vermehrte Schädigung des Organismus. Die Folge sind auch deutlich mehr Todesfälle. Die bekanntesten Influenza-Pandemien waren die „Spanische Grippe“ von 1918/19, der weltweit etwa 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen, die „Asiatische Grippe“ 1957 und die „Hongkong-Grippe“ 1968-1970, welche weltweit jeweils etwa eine Million Menschenleben forderten und die „Russische Grippe“, die Ende der 1970er Jahre etwa eine halbe Million Menschen tötete.   
Davon klar abgrenzen muss man die „saisonale Grippe“, die jedes Jahr in den Wintermonaten mit – im Vergleich zu den Vorjahren – nur leicht veränderten Influenza-Viren auftritt. Gegen diese Virustypen gibt es in der Bevölkerung eine gewisse (Teil-)Immunität aus vorherigen Infektionen und zusätzlich durch Impfungen. Dennoch können auch diesen – verglichen mit pandemischen Influenza-Wellen relativ „harmlosen“ – saisonalen Grippewellen in einigen Jahren sehr viele Menschen zum Opfer fallen. Beispielsweise forderte die letzte sehr starke Grippewelle 2017/2018 in Deutschland etwa 25.000 Menschenleben. Die Opferzahlen bei einer pandemischen Influenza liegen meist bei einem Vielfachen dessen. Dies sollte man verstehen, wenn man – zuweilen auch von nicht sehr gut informierten Ärzten – hört, „dass die Grippe ja auch jedes Jahr zu Tausenden Toten in Deutschland führe und man deswegen ja auch keine Kontaktsperren mache…“.


Der hinkende Vergleich mit den Grippetoten: Fallsterblichkeit vs. Übersterblichkeit
Immer wieder wird von Kritikern der aktuellen Schutzmaßnahmen der Vergleich der Opferzahlen zwischen denen der Grippe (hier wird dann gern die Grippesaison 2017/2018 angeführt) und denen von Covid-19 ins Feld geführt. Gern wird dann angeführt, dass man wegen 25.000 geschätzten Grippetoten in der Saison 2017/2018 in Deutschland ja auch keinen „lockdown“ gemacht habe. Dagegen würden die aktuell 6.649 Covid-19-Todesfälle (Stand 03.05.2020) ja nahezu minimal sein. Hier muss man sich allerdings klar machen, dass diese beiden Zahlen überhaupt nicht vergleichbar sind! 

Etwas verwirrend für viele Laien (und einige schlecht informierte „Spezialisten“) sind in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Arten der Ermittlung von Opferzahlen
Die aktuell überall gemeldeten Todeszahlen infolge von Covid-19 beziehen sich nur auf Todesfälle, bei denen der Erreger im Körper der Opfer nachgewiesen wurde ("Fallsterblichkeit"). Wenn jemand allein und unbemerkt zu Hause (an Covid-19) verstirbt und nicht auf das Virus getestet wird, taucht er in dieser Statistik jedoch nicht auf.
Im häufigen Modell der „Übersterblichkeit“ hingegen werden zunächst einmal sämtliche Todesfälle in der Bevölkerung – egal welcher Ursache – in einem bestimmten Zeitraum gezählt. Danach werden diese Fallzahlen mit denen in anderen Zeiträumen verglichen.
Wenn als Vergleichszeiträume beispielsweise die Dauer der Grippesaison und eine gleich lange Periode außerhalb der Grippesaison gewählt werden, so werden die „überzähligen“ Toten – also die Differenz der erwarteten mit den tatsächlichen Todesfällen – der Grippe zugeschrieben. Hierin gehen dann auch die Todesfälle ein, bei denen das Grippevirus zwar nicht direkt nachgewiesen wurde, die aber dennoch ohne die Grippe nicht aufgetreten wären. Durch die Betrachtung der Übersterblichkeit werden die tatsächlichen Opferraten eines Ereignisses also objektiver gemessen als durch die Fallsterblichkeit, bei der nur nachgewiesene und damit bekannte Fälle betrachtet werden. 
Die Übersterblichkeit durch Covid-19 wird jedoch erst nach dem Ende der Pandemie klar zu beziffern sein. Die aktuell überall gemeldeten Opferzahlen stellen die Fallsterblichkeit dar. Hingegen beziehen sich die 25.000 Todesopfer der Grippesaison 2017/2018 in Deutschland auf die Übersterblichkeit. Jeglicher Vergleich mit den aktuellen Opferzahlen an Covid-19 hinkt also!

Erste Daten, die das Ausmaß der Übersterblichkeit durch Covid-19 in verschiedenen Ländern erahnen lassen, werden jedoch langsam publiziert:
https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html
oder
https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/
oder für Deutschland:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_162_12621.html

Die pandemische Coronavirus-Infektion sollte man nie mit einer saisonalen Influenza vergleichen! Wenn, dann eher mit einer pandemischen Influenza, auf keinen Fall aber mit den saisonalen Erkältungs-Coronavirusinfektionen!


Warum die Ausbreitung verlangsamen?
Wie einfach es das neue Coronavirus hatte, sich rasend schnell in einer globalisierten Welt mit unzähligen Flugverbindungen zu verbreiten, sehen wir gerade live. Es trifft auf eine empfängliche, weil für dieses Virus „immunologisch naive“ Bevölkerung. Es gibt – im Gegensatz zur (pandemischen) Grippe – keine Impfstoffe und keine Medikamente. Realistischerweise ist davon auszugehen, dass sich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung früher oder später mit dem Virus infizieren wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.   
Da auch das beste Gesundheitssystem nur begrenzte Ressourcen hat, da ein verfügbares Beatmungsgerät zur gleichen Zeit nur für einen  Patienten zur Verfügung steht, ist es jedoch ganz entscheidend, wie schnell sich das Virus ausbreitet.
Bei einer sehr schnellen Ausbreitung besteht – auch hier in Deutschland (!) – die Gefahr, dass wir das sehen, was aus China im Januar und aus Italien, Spanien und New York City im März bekannt wurde: Ein völlig überfordertes Medizin-System, welches dem massenhaften Anfall schwerstkranker Patienten nicht gewachsen war. In der Folge konnte Menschen, die im Normalfall eine gute Chance gehabt hätten, nicht mehr geholfen werden. Ärzte mussten entscheiden, wer beatmet wird und wer stirbt. Das ist auch ein Grund dafür, warum die Sterblichkeit in einer Pandemie größer ist als bei kleineren Ausbrüchen.

Modellrechnungen des Robert-Koch-Instituts für Deutschland gehen in Abhängigkeit verschiedener Faktoren von unter 10 Millionen bis über 60 Millionen Infektionen und von unter 30.000 bis über 350.000 Todesfällen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie aus. Die große Varianz der Schätzungen erklärt sich zum einen durch die Möglichkeit unterschiedlich starker saisonaler Schwankungen (das Virus könnte sich im Sommer schlechter ausbreiten als im Winter). Zum anderen wird die Möglichkeit eingerechnet, dass es doch eine gewisse Teilimmunität geben könnte (vielleicht haben ja doch einige Menschen etwas Immunschutz nach einer Auseinandersetzung mit anderen Coronaviren: „Kreuzimmunität“). Schließlich fließen aber sehr unterschiedlich gut durchgeführte Grade der Isolation Kranker und der Quarantäne potenziell Infizierter in die Rechnungen ein. In diesem Modell wird ganz klar, dass vor allem Maßnahmen zur Isolation Kranker und zur Quarantäne potenziell Infizierter von herausragender Bedeutung sind, die Infizierten- und Opferzahlen möglichst gering zu halten. Die Modellrechnung zeigt zudem, dass zwischen unter 50.000 und bis zu 650.000 Krankenhausbetten nötig wären, um die schwer an Covid-19 Erkrankten adäquat zu versorgen. 


Die Kurve abflachen ("flatten the curve")
Die Strategie vieler Regierungen ist es deshalb, die Geschwindigkeit der Ausbreitung so gut es geht einzudämmen. Man will so gut es geht versuchen, den gleichzeitigen Anfall schwer erkrankter Menschen auf das Maß zu reduzieren, das noch auf gutem Niveau behandelt werden kann. Die Kurve des Diagramms, dass die Anzahl der Erkrankten auf der y-Achse in Bezug zur Zeit auf der x-Achse darstellt, soll abgeflacht werden („flatten the curve“).
Dieses kurze Video veranschaulicht das gut: https://www.youtube.com/watch?v=Buqviy1e9uM&feature=youtu.be

Eine der wichtigsten Stellschrauben, das zu erreichen ist es, die Kontakte von Menschen untereinander so stark es geht zu beschränken. Die Washington Post einige wunderbare Animationen veröffentlich, die den Effekt von Quarantäne und Einschränkung sozialer Kontakte/Bewegungsfreiheit auf die Ausbreitung der Infektion  veranschaulichen. Sehr sehenswert! 

https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/world/corona-simulator/?fbclid=IwAR3LPQpcM3b0Lwxjg2iZngwIAgIeZL9tosVsU_52dkDzFbAshYEjqBbrX8Q

In Deutschland haben wir die befürchtete Überlastung der Intensivstationen in den meisten Regionen bisher – glücklicherweise – nicht erleben müssen! Wir haben jedoch auch das Glück, die Ausbreitung der Infektion sehr früh erkannt zu haben. Wir haben so Zeit gehabt – die Bilder aus Italien und Spanien vor Augen – uns auf das Virus vorzubereiten. Mit großem Aufwand wurden zusätzliche Kapazitäten und Betten auf Intensivstationen zur Behandlung schwersterkrankter Covid-19-Patienten geschaffen.
In einem Intensivregister (https://www.intensivregister.de/#/intensivregister werden tagtäglich freie Intensivbetten erfasst, damit Patienten gezielt in Krankenhäuser mit freien Behandlungskapazitäten gebracht werden können. Durch die zunehmende Schließung von Schulen, Gaststätten und Geschäften, durch „home office“, Reisebeschränkungen und das Verbot von Menschenansammlungen konnte die Geschwindigkeit der Ausbreitung massiv gebremst werden.
Jetzt hört man einige rufen: „Wo sind denn jetzt die ganzen Toten?“ und „Lasst uns zurück zur Normalität, es ist doch gar nichts passiert!“. So verständlich dieser Wunsch ist, ist es aber sehr wahrscheinlich ein Erfolg genau jener Maßnahmen, dass wir (noch) keine sich stapelnden Särge in Eislaufhallen und Kirchen sehen, wie in Spanien und Italien. Es ist aber wie immer: Das, was man durch Vorsicht verhindert hat, kann man nicht sehen, nur vermuten und schätzen. „There is no glory in prevention…“ Ich hoffe sehr, dass wir nicht durch unsere Ungeduld unseren Vorsprung verspielen…

Covid-19: Die Erkrankung durch SARS-CoV-2

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Aufnahme des Virus bis zum Beginn von Symptomen, beträgt im Mittel 5 Tage. Hierbei ist jedoch auch eine kürzere Zeit von 3 Tagen sowie eine Dauer von bis zu 13 Tagen möglich. 

Weiterer Text folgt demnächst

Risikogruppen für einen schweren Verlauf von Covid-19

Das Risiko, im Rahmen einer Infektion mit SARS-CoV-2 einen schweren Verlauf zu entwickeln, ist prinzipiell für jeden Menschen in jeder Altersgruppe gegeben. 
Es zeichnete sich jedoch bereits früh im Rahmen der Pandemie ab, dass einige Patientengruppen ein deutlich höheres Risiko haben, einen schweren oder gar lebensbedrohlichen Verlauf der Infektion zu entwickeln. Hier ein Überblick, was dazu aktuell bekannt ist: 

Ältere Menschen
Menschen ab einem Alter von 50-60 Jahren, vor allem aber ab 70 Jahren haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen schweren Verlauf der Erkrankung zu entwickeln. Das Risiko, an einer Covid-19-Erkrankung zu versterben, steigt mit höherem Alter deutlich an. Sehr deutlich war dies bereits anhand der ersten Auswertungen aus China zu sehen. Hier war deutlich nachweisbar, dass mit zuehmenden Alter ein immer größerer Anteil der Erkrankten im Rahmen der Infektion verstirbt (Case Fatality Rate):


In China ist die Fallsterblichkeit (Case Fatality Ratio) ab einem Alter von 50 Jahren leicht, ab 70 Jahren deutlich angestiegen:



aus: Verity et al: Lancet online März 2020

Eine ganz ähnliche Zunahme tötlicher Verläufe zeigte sich auch während des schweren Ausbruchs in Nord-Italien im Frühjahr 2020:



Jetzt wird viel darüber diskutiert, warum ältere Menschen ein höheres Risiko haben, schwerer zu erkranken. Diskutiert werden eine zunehmende Schwächung des Immunsystems, die höhere Wahrscheinlichkeit und Anzahl chronischer Erkrankungen sowie eine schlechtere Anpassungsfähigkeit älterer Menschen an schwere körperliche Belastungen. Wahrscheinlich sind viele einzelne Faktoren für das resultierende Gesamtrisiko verantwortlich. Ein körperlich fitter 80-Jähriger kann durchaus einen sehr viel leichteren Verlauf haben als ein untrainierter und übergewichtiger 50-jähriger Diabetiker... 

Männliches Geschlecht
Auffallend sind in allen Auswertungen zu schweren und tötlichen Verläufen, dass Männer hiervon immer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Woran dies liegt, ist auch nicht endgültig geklärt. Eine anfängliche Vermutung lag darin, dass Männer in china deutlich öfter rauchen als Frauen. Wahrscheinlich reicht dies als Erklärung jedoch nicht aus. 

Immunschwäche
Anfangs wurde vermutet, dass eine Immunschwäche ganz allgemein ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf ist. Diese pauschale Aussage lässt sich jedoch so nicht mehr halten. 

So geht eine gut antiretroviral behandelte HIV-Infektion - zumindest mit einer Helferzellzahl über 200/µl und einer HIV-Viruslast unter der Nachweisgrenze - sehr wahrscheinlich NICHT mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 einher. Hierzu haben sich mittlerweile auch mehrere Fachgesellschaften und Expertengremien geäußert

Auch andere Formen der Immunschwäche sind nicht automatisch mit einem erhöhten Risiko für schwere Verlaufsformen von Covid-19 gleichzusetzen. Vielmehr scheinen insbesondere auch die Anzahl und Schwere von Begleiterkrankungen sowie die "Fitness" des Herz-Kreislaufsystems eine ganz große Rolle zu spielen. 

Da man mittlerweile davon ausgeht, dass zumindest bei einem Teil der schwer verlaufenden Infektionen eine Überreaktion des Immunsystems ("Zytokin-Sturm") eine entscheidende Ursache für die ausgeprägte Schädigung der Lunge und anderer Organe darstellt, kann ein gewisses Maß an Immunschwäche sogar protektiv, also schützend sein

Chronische Lungenerkrankungen
Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Chronische Stoffwechselerkrankungen
Diabetes mellitus
Adipositas


Wen, wann und wie testen?

Text​​​​​​​ folgt demnächst

Medikamente gegen SARS-CoV-2

Text​​​​​​​ folgt demnächst

Impfung gegen SARS-CoV-2

Text​​​​​​​ folgt demnächst

Liebe Patientinnen und Patienten,

zwischen all diesen unschönen Nachrichten, die Corona-Plage betreffend, hier mal eine gute:

Ab Mai begrüßen wir mit Alexander Sokolov einen neuen Mitarbeiter in unserem Team.

Alexander wird uns als Arzthelfer vor allem im Labor tatkräftig unterstützen.

Wir wünschen ihm einen guten Start und uns allen eine gute Zusammenarbeit. 

Herzlich willkommen, Alex!

Liebe Patientinnen und Patienten,

wir müssen uns wohl leider darauf einstellen, dass uns das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) noch lange begleiten wird. Eine grundlegende Entspannung ist voraussichtlich erst mit der Zulassung – und breiten Verfügbarkeit (!) – eines Impfstoffs zu erwarten. Experten schätzen, dass dies erst 2021 realistisch sein wird.

Auch wenn das große Sterben in Deutschland bisher ausgeblieben ist (m.E. mutmaßlich v.a. ein Erfolg der Kontaktbeschränkungen und eines der besten Gesundheitssysteme der Welt), so sollte dieses Virus nicht unterschätzt werden. Nach meiner tiefen Überzeugung ist es eben nicht nur ein „harmloses Grippevirus“ – wobei ich immer betont habe, dass ich die Influenza nicht für harmlos halte –, sondern ein zumindest für Risikogruppen potenziell tödliches Virus.

Eine Arztpraxis ist ein Ort, zu dem es kranke Menschen auf der Suche nach Hilfe zieht. Deshalb ist das Risiko, einen mit dem neuen Coronavirus infizierten Menschen zu treffen, in einer Arztpraxis auch deutlich höher als an anderen Orten. Arztpraxen und Krankenhäuser sind Orte mit erhöhter Infektionsgefahr.

Dennoch sind auch in diesen Zeiten Arzt-Konsultationen nötig und gefahrarm möglich. Die Angst vor dem Corona-Virus darf nicht dazu führen, dass dringend notwendige ärztliche Untersuchungen unterbleiben und /oder sinnvolle – und nötige – Kontrolluntersuchungen in der Behandlung chronischer (Infektions-)Erkrankungen unterbleiben.

Bitte haben Sie/habt keine Angst, sich/Euch bei gesundheitlichen Beschwerden und zur Routineuntersuchung/-behandlung chronischer Erkrankungen weiterhin an uns zu wenden!

Wir haben ein Konzept erstellt, wie wir Ihren/Euren Besuch in der Praxis so sicher wie möglich gestalten und auch mein Personal und mich so gut es geht schützen können. Hierbei geht es mir und uns nicht darum, uns „maximal von unseren Patienten zu distanzieren“ – wie es mir bereits vorgeworfen wurde –, sondern es geht darum, das Risiko einer Infektion für Sie/Euch und mich/mein Team auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wir sind weiterhin für Sie/Euch da – auch persönlich, auch vor Ort, auch unter vier Augen, auch von Angesicht zu Angesicht, auch im Nahbereich unter 1,5 Metern, auch per Telefon und eben auch mit Nutzung neuer Technologien.

Selbst wenn eine Coronavirus-Infektion Sie/Euch „nur“ mit 14 Tagen Husten, Fieber und Gliederschmerzen in die Heimisolierung zwingt, so möchte ich nicht, dass diese Infektion ausgerechnet in unserem Wartezimmer erworben wird. Andererseits kann ich auch nicht für Sie/Euch das sein, wenn es mich und mein Team mit ähnlichen Beschwerden in die Quarantäne zwingt.

Nach allem, was wir aktuell wissen, stellt die Übertragung des Virus durch die Luft – über Tröpfchen oder Aerosole – den wichtigsten Übertragungsweg dar. Am effektivsten scheint diese Übertragung, wenn Erkrankte Husten oder Niesen und dabei unzählige kleiner Tröpfchen mit Virus in die umgebende Luft freigeben. Diese Tröpfchen schweben vorwiegend in einem Nahfeld von bis zu 1,5-2 Metern in der Luft und sinken innerhalb von Minuten schnell zu Boden. Solche Tröpfchen entstehen – wenn auch nicht so zahlreich – auch beim Sprechen und Atmen. Aus dieser Tatsache erklärt sich die Empfehlung, als eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Übertragung des Virus, einen Mindestabstand zu anderen Menschen – wo und wann immer es geht – nicht zu unterschreiten.

Sitzabstände, Terminabstände, Menschenabstände und Schutzscheiben

Wir haben deshalb die Abstände von Sitzmöglichkeiten im Wartezimmer deutlich vergrößert und am Anmeldetresen zum Schutz meiner Mitarbeiter eine Plexiglas-Scheibe installiert. Sehr ungewöhnlich – auch für mich (!) – ist eine zweite Plexiglaswand in meinem Sprechzimmer. Auch diese soll – wenn wir uns gegenübersitzen – die Ausbreitung von ausgeatmeten Tröpfchen von Ihnen/Euch zu mir – und von mir zu Ihnen/Euch (!) – etwas reduzieren. Ähnliche Konstruktionen sieht man (m.E. sinnvollerweise) mittlerweile allenthalben an Supermarktkassen, in Apotheken und in vielen anderen Arztpraxen.

Zudem haben wir die Abstände zwischen den Laborterminen (Blutentnahme, Impfung, EKG…) vergrößert. Hierdurch wollen wir erreichen, dass nur wenige Menschen zeitgleich im Wartezimmer sind.

Wir bitten Sie/Euch auch dringend darum, auch in der Praxis die Abstandsregeln einzuhalten und anderen Patienten – wann immer möglich auch dem Personal – gegenüber, einen Abstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

Mitarbeiterschutz

Meine Mitarbeiter und ich, die unmittelbar mit Ihnen/Euch in Kontakt kommen, tragen zudem einen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz, in besonders infektionsträchtigen Momenten auch eine filtrierende Atemschutzmaske (FFP-2/FFP-3). Auch dies bitten wir nicht als distanzierend oder unnahbar zu verstehen, sondern diese Masken stellen vor allem auch einen Schutz für Sie/Euch zum Schutz vor unseren Tröpfchen in der Ausatemluft dar! Mithin handelt es sich vor allem auch um eine Geste an Sie/Euch, die für uns alles andere als angenehm ist.   

Wenn Sie sich/Ihr Euch mit einem Atemwegsinfekt in unserer Praxis vorstellen/vorstellt, kann es sein, dass wir auch Sie/Euch bitten, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Dieser reduziert etwas das Risiko, Virus in die umgebende Luft freizusetzen.

Im Gegenzug bitten wir Sie/Euch darum, auch uns als (infektionsgefährdete) MENSCHEN (nicht als gegen alles gefeite Ärzte) wahrzunehmen. Wie oft habe ich es erlebt, dass mir Patienten bei der Untersuchung direkt ins Gesicht gehustet haben. Eben weil dies leider nicht so selten vorkommt, haben Sie/habt Ihr mich auch in der Vergangenheit oft mit einer Atemmaske untersuchen sehen. Diese speziellen Masken schützen den Träger jedoch auch nicht zu 100% und einmal in die Luft abgegebenes Virus kann sich in Form sehr feiner Tröpfchen (Aerosole) über Stunden in der Luft eines Raumes halten.

Ich bitte Sie/Euch deshalb DRINGEND darum, auch mir und meinen Mitarbeitern gegenüber auf die Husten- und Niesetikette zu achten. Bitte husten und niesen Sie nur in die Ellenbeuge – auch wenn Sie selbst eine Atemmaske tragen sollten! Warum dies die Verbreitung von Tröpfchen vermindern kann, sehen Sie in einer beeindruckenden Visualisierung von Luftströmungen, aufgezeichnet von der Bauhaus-Universität hier: https://vimeo.com/399120258
 

Bei Husten und Fieber:
Nicht einfach in die Praxis kommen! Vorher anmelden!

Wir sind für Sie/Euch da – auch, wenn Sie/Ihr an Covid-19 erkranken/erkrankt! Im Gegensatz zu vielen anderen Praxen testen wir auch hier in der Praxis auf das neue Coronavirus. Wir schicken Sie dafür nicht in ein Testzentrum.

Wir wollen – und müssen – jedoch unbedingt vermeiden, dass Covid-19-Erkrankte zwischen anderen Patienten im Wartezimmer sitzen! Aus diesem Grund setzen wir alles daran, Patienten, bei denen ein Verdacht auf Covid-19 besteht oder bestehen könnte, unbedingt außerhalb unserer regulären Sprechzeiten zu sehen und zu untersuchen.

Wir bitten Sie/Euch deshalb DRINGEND darum, bei Symptomen eines Atemwegsinfekts (v.a. Husten und/oder Fieber) NICHT unangekündigt in die Praxis zu kommen!

Auch wenn Sie/Ihr einen länger vereinbarten Termin zur Arzt-Konsultation oder zur Blutentnahme haben/habt, so sollte dieser NIEMALS ohne vorherige Rücksprache mit uns erfolgen, wenn Sie/Ihr akut an Husten und/oder Fieber leiden/leidet!!!

Falls Sie/Ihr an akutem Husten, Fieber, Halsschmerzen, Kopf-/Gliederschmerzen, Schnupfen, Durchfall oder plötzlichem Verlust des Geruchsinns leiden/leidet, bitte unbedingt VOR einem Besuch in der Praxis anrufen (44 03 99 72) oder email an uns: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de

Wir werden Ihnen/Euch dann in vielen Fällen zunächst einen taggleichen VIDEO-Akut-Termin anbieten. Sollte dies technisch nicht gehen, erfolgt dieser Termin per Telefon. Hierbei soll geklärt werden, ob es sich um einen unkomplizierten Infekt handelt, oder ob eine Coronavirus-Infektion wahrscheinlich und ggf. ein Abstrich hierauf erforderlich ist.

Untersuchungen und Abstrich bei Verdacht auf Covid-19

Im Fall einer nötig werdenden Abstrichuntersuchung erfolgt diese dann außerhalb der Sprechzeiten – wenn keine anderen Patienten mehr in der Praxis sind – bei einem speziellen Termin. Diese geschieht durch mich in persönlicher Schutzkleidung mit einem extra Schutzkittel, Schutzbrille, Handschuhen und einem filtrierenden Atemschutz (FFP-2/FFP-3-Maske) in einem eigens dafür umgebauten Raum. Diese Situation kann für Sie/Euch sehr ungewöhnlich wirken und zuweilen sogar Angst machen. Für mich ist sie anstrengend, weil man unter dem FFP-2-Atemschutz nur schlecht atmen kann und in der Schutzkleidung schnell schwitzt. Zudem ist diese persönliche Schutzausrüstung aktuell nur begrenzt verfügbar. In Ihrem/Euren und meinem Interesse sollten also diese Untersuchungen auf sinnvolle und nötige Untersuchungen beschränkt bleiben. Deshalb das schrittweise Vorgehen.

VIDEO-Sprechstunden

In vielen Terminen mit mir geht es um die Auswertung von Laborbefunden und um Beratung. Dann  ist meist keine direkte körperliche Untersuchung erforderlich. Diese Termine können aktuell gern auch als VIDEO-Termine erfolgen. Sollte dies technisch nicht möglich sein, können wir das ggf. auch per Telefon erledigen.

Für einen Video-Termin benötigen Sie keine spezielle Software. Es sind lediglich ein PC/Mac mit Kamera und Mikrofon, ein Lautsprecher – noch besser ein Kopfhörer – und ein aktueller Webbrowser erforderlich. Möglich ist auch die Nutzung eines Smartphones/Tablet. Eine Anleitung hierzu finden Sie/findet Ihr hier: 
https://praxis-prenzlauer-berg.de/DE/aktuelles/VIDEO-Sprechstunde---so-gehts--49.htm

Um jedoch teilweise bereits aufgetretene Missverständnisse zu verhindern: Auch wenn wir Ihnen/Euch alternative und für viele neuartige Wege der Arzt-Patienten-Kommunikation anbieten, so bleiben wir auch weiterhin persönlich für Sie/Euch da! Es besteht weiterhin die Möglichkeit, zu einem persönlichen Arzt-Patienten-Gespräch in die Praxis zu kommen.

Viele Patienten schätzen es jedoch, sich für eine kurze Befundbesprechung oder eine Beratung nicht unnötig in die Praxis begeben zu müssen, sondern dies bequem und risikoarm von zu Hause aus zu erledigen. Wenn Sie/Ihr das nicht wünschen/wünscht, teilen Sie/teilt uns dies einfach mit. Wir vereinbaren dann gern einen Vor-Ort-Termin mit Ihnen/Euch.

Selbstverständlich sind körperliche Untersuchungen und Blutentnahmen nicht per VIDEO-Sprechstunde möglich. Insofern sind auch hier persönliche Vor-Ort-Termine notwendig – und weiterhin möglich.

Da es einige Verwunderung bezüglich des Mediums VIDEO-Sprechstunde statt einfachen Telefonats gab: Hier müssen wir uns an gesetzliche Vorgaben halten. Die Abrechenbarkeit vieler ärztlicher Leistungen ist an einen „persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt“ – die „gleichzeitige Anwesenheit von Arzt und Patient im gleichen Raum“ – geknüpft. Seit 2017 erlaubt die Gesetzliche Krankenversicherung in begrenztem Umfang, einige dieser Leistungen auch nach Durchführung einer Video-Konsultation abzurechnen. Der telefonische Kontakt stellt hier KEINE für den Arzt abrechnungsfähige Alternative dar. Es ist zwingend der in beide Richtungen mögliche Ton- UND Bild-Kontakt zwischen Arzt und Patient in einem nach Datenschutz-Kriterien sicheren Verfahren erforderlich. Dies setzt die Verwendung zertifizierter (und für den Arzt kostenpflichtiger) Video-Sprechstunden-Portale statt der einfachen Nutzung von Skype® oder FaceTime® voraus.

Vorübergehende Sonderregelungen

Mit Beginn der Corona-Krise haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin und die Krankenkassen jedoch als SEHR flexibel reagierend gezeigt. Hier mal ein großes Lob!

So wurde die Beschränkung des Umfangs (der erlaubten Menge) der Video-Sprechstunden vorübergehend ausgesetzt und die KV Berlin erlaubt seit Ende März 2020 auch, Leistungen, die eigentlich nur nach persönlichem oder Video-Kontakt abgerechnet werden dürfen, vorübergehend auch nach telefonischem Kontakt abzurechnen. Zudem haben einige Anbieter von Video-Sprechstunden diese vorübergehend kostenfrei nutzbar gemacht.

Ebenso haben die genannten Institutionen vorübergehend die Regeln für die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankschreibung) gelockert. Eine solche kann aktuell auch nach telefonischem Kontakt - oder nach einer Video-Sprechstunde - ausgestellt und per Post an den Patient verschickt werden. 

Zur Vermeidung nicht zwingend nötiger Praxisbesuche wurde vorübergehend auch erlaubt, (Wiederholungs-)Rezepte, Überweisungen, Heilmittel- und Krankenpflegeverordnungen zu Lasten der Krankenkassen per Post an in der Praxis bereits bekannte Patienten zu verschicken.

Anpassungen unserer Leistungen

Um ausreichend Zeit für die (zeitaufwändigen) Abstriche und körperlichen Untersuchungen bei Covid-19-Verdacht und -Erkrankungen zu haben sowie um nicht dringende – und potenziell Patient und Arzt gefährdende – körperliche Untersuchungen zu reduzieren, haben wir unsere Leistungen etwas angepasst. Hier wird es – der Lage angepasst – immer wieder Nachjustierungen geben.

Achtung UPDATE am 10.05.2020:

Die Anpassungen betreffen – vorübergehend – folgende Termine:

Checkup-Untersuchungen:                 
vorübergehend Terminanzahl reduziert, aber wieder möglich

Hautkrebs-Screening und Krebsvorsorgeuntersuchungen:                             
vorübergehend Terminanzahl reduziert, aber wieder möglich

Ultraschall-Untersuchungen:              
vorübergehend Terminanzahl reduziert, aber wieder möglich

Beratungen zur HIV-PrEP:                  
vorübergehend Terminanzahl reduziert, aber wieder möglich

Tests auf sexuell übertragene Infektionen:     
Terminanzahl wieder erweitert.
Bei aktuellen Beschwerden kurzfristig zusätzliche Termine nach telefonischer oder eMail-Absprache möglich.

Wichtige Terminarten im Überblick

Hier einige wichtige Termine, die Sie sich/Ihr Euch für die Behandlung in unserer Praxis gern selbst online (unterstrichene Texte sind Hyperlinks) oder nach telefonischer Absprache mit den Mitarbeiter*Innen an der Anmeldung buchen können/könnt:

Normaltermin Arzt
persönlich, in der Praxis
als VIDEO-Termin        

Der Standard-Termin für alle gesundheitlichen Beschwerden, zur Besprechung von Laborbefunden und für Beratungen. Termindauer: 15 Minuten     
Nur für Patienten, die bereits aufgrund einer chronischen Infektionskrankheit (HIV, Hepatitis etc.) oder hausärztlich in meiner Behandlung sind. NICHT für neue Patienten.

Akut-Termin Arzt
persönlich, in der Praxis
als VIDEO-Termin

Für ganz akute/dringende gesundheitlichen Beschwerden. Termindauer: 5 Minuten    
Nur für Patienten, die bereits aufgrund einer chronischen Infektionskrankheit (HIV, Hepatitis etc.) oder hausärztlich in meiner Behandlung sind. NICHT für neue Patienten.

Test auf sexuell übertragene Infektionen und HIV
persönlich, in der Praxis

Bei Bedarf inclusive Abstrichen, Urinproben, Blutentnahmen und körperlicher Untersuchung. Bitte beachten: Diese Termine werden ständig fortlaufend neu freigeschaltet, sind aber sehr begehrt und schnell vergeben. Bitte öfter nachgucken!   
Termindauer: 5 Minuten  à Für längere Beratungen ggf. Zweittermin 

Bei akuten Beschwerden bitte telefonisch (44 03 99 72) oder via eMail (praxis@praxis-prenzlauer-berg.de) melden.

Labortermin für Routine-Blutentnahmen bei chronischen Infektionen
persönlich, in der Praxis

Nur zur Blutentnahme, KEIN Arzt-Kontakt. Termindauer: 10 Minuten   
Nur für Patienten, die bereits aufgrund einer chronischen Infektionskrankheit (HIV, Hepatitis etc.) in meiner Behandlung sind. NICHT für neue Patienten.

Impftermin für bereits abgesprochene/ärztlich angeordnete Impfungen
persönlich, in der Praxis

Nur zur Impfung, KEIN Arzt-Kontakt. Termindauer: 20 Minuten
Nur für Impfungen, die bereits mit mir besprochen wurden und durch mich angesetzt wurden.
NICHT für neue Patienten.

Liebe Patientinnen und Patieten,
bitte scheuen Sie sich/scheut Euch nicht, uns aufzusuchen, wenn es ein medizinisches Problem gibt!  Wir sind auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten für Sie/Euch da. 

Nochmal: Bei FIEBER, HUSTEN, HALSSCHMERZEN, PLÖTZLICHEM VERLUST DES GRUCHSINNS: erst ANRUFEN

Bleiben Sie gesund!

...hier nicht als Floskel gemeint!

Tobias Glaunsinger & Team
 

 

Liebe Patientinnen und Patienten,


wir bieten ab sofort VIDEO-Sprechstunden an.
Sie benötigen 
- einen internetfähigen PC/Mac/iPad/Tablet/iPhone/Smartphone
eine Kamera und ein Mikrofon
- Lautsprecher - idealerweise Kopfhörer (dann gibt es weniger Echos)
- einen aktuellen Internet-Browser (CHROME, FIREFOX, EDGE, SAFARI)
- eine eMail-Adresse
Eine spezielle Software ist NICHT erforderlich. 

Technische Anforderungen im Detail: 
https://www.medityme.com/static/technische-anforderungen/


Videosprechstunde - so funktioniert`s:

 
  1. Nach der Terminvereinbarung erhalten Sie eine eMail, die etwa so aussieht:


     
  2. Bitte etwa 5 Minuten VOR dem geplanten Termin - und ERST DANN - auf diesen Link klicken.
    Dieser Link funktioniert nur ein einziges Mal und verfällt danach. Bitte NICHT früher als 5 Minuten vor dem Termin anklicken!


     
  3. Es erscheint diese Seite des Anbieters der Video-Sprechstunde - MEDITyme:


     
  4. Hier bitte Name und Vorname eingeben und bei den
    AGB und der Einwilligungserklärung den Haken setzen:


     
  5. Zum Schluss auf "Videoberatung starten" klicken. 
     
  6. Jetzt bitte
    WARTEN (!)
    GEDULD (!)


    Ich sehe, dass Sie anrufen und melde mich, sobald ich Zeit habe.
    Ich bin jedoch oft noch mit anderen Patienten - vor Ort oder per Video - im Gespräch. Bitte warten Sie, bis ich für Sie Zeit habe!

    KEINE WEITEREN TASTEN anklicken! 
    KEINE NEUSTARTS!
    Die Verbindung wird sonst getrennt und kann NICHT erneut gestartet werden. 


Häufige Stolperfallen: 


Geräte-Test
Bitte gern mal mit jedem neuen Gerät zu einer beliebigen Zeit VOR dem geplanten Video-Termin einen Geräte-Test durchführen. 
Klicken Sie hierfür auf diesen Link: https://www.medityme.com/de/hardware-test-page

Freigaben von Kamera und Mikrofon
Verschiedene Browser und Betriebssysteme bitten um Freigaben von Kamera und MikrofonBitte auf "Zulassen" klicken!


 

 

Macintosh-Betriebssystem:
Der "Mac" möchte eventuell eine Freigabe von Kamera und Mikrofon in den Systemeinstellungen:



 

iOS-Geräte (iPad/iPhone):
Bitte nur den SAFARI-Browser nutzen!

Keine Weiterleitung zu MEDITyme
Nach klicken auf den eMail-Link erscheint nicht die Seite von MEDITyme, sondern die Anmeldeseite unserer Online-Terminbuchungsplattform SAMEDI:



Wenn Sie diesen Bildschirm sehen, dann hat etwas nicht geklappt: 

  1. Sie haben den eMail-Link zu spät NACH Beginn des Termins angeklickt

  2. Der Termin ist nicht ordnungsgemäß geplant worden

  3. Der Termin ist abgesagt oder verschoben worden.

In diesem Fall werde ICH versuchen, SIE anzurufen, wenn wir zu einem Video-Termin verabredet sind. Bitte halten Sie Ihre Telefonleitung frei!
Bitte NICHT in der Praxis anrufen, weil ich Sie sonst nicht erreiche!

Bis gleich!

Ihr/Euer
Tobias Glaunsinger




 

Liebe Patientinnen und Patienten,

Danke für die vielen lobenden Rückmeldungen zu meinen Coronavirus-Infos von Ende Februar/Anfang März.
Ich will Sie/Euch von Zeit zu Zeit über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten und mich zu häufig gestellten Fragen äußern. Um Sie/Euch nicht zu nerven, werde ich die Frequenz dieser Updates beschränken und mich nur bei wirklich neuen Erkenntnissen äußern. Bitte beachten Sie auch den Text vom 26.02.2020, letztes Update am 02.03.2020.

Auch wir haben die letzten Wochen dazu genutzt, unsere Abläufe an die neue Situation anzupassen. Dabei ist es mir ein großes Anliegen, Ihnen/Euch als Patientinnen und Patienten ein größtmögliches Maß an Sicherheit während eine Besuchs in meiner Praxis zu bieten. Gleichzeitig will - und muss - ich meine Mitarbeiter und mich bestmöglich schützen. 
 
Generell ist festzustellen, dass gerade Orte, zu denen kranke Menschen gehen, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Orte mit erhöhter Gefährdung für Infektionen sind. Den ersten Fall einer Covid-19-Erkrankung habe ich Anfang dieser Woche in der Praxis gesehen.
Insofern können wir Ihnen nur raten, nicht zwingend und dringend nötige Besuche in unserer Praxis auf ein Mindestmaß zu beschränken. Wir sind gern für Sie da und wollen Sie nicht "ausladen". In Anbetracht der aktuellen Einschränkungen des gesamten Lebens können jedoch viele planbare, nicht dringende Vorsorgeuntersuchungen auf einen späteren, hoffentlich entspannteren Zeitpunkt verschoben werden. 
Zudem müssen wir unsere Kapazitäten freihalten für dringend nötige Untersuchungen und Behandlungen.
Wir wollen für Sie das sein und uns um Sie kümmern können, wenn Sie uns dringend brauchen. 

Wir werden deshalb bis zu einer Entspannung der Lage keine Termine für

- nicht dringende Checkup-/Gesundheitsuntersuchungen
- nicht dringende Ultraschalluntersuchungen
- HIV-PrEP-Beratungen 
- Normaltermine nach 18 Uhr

sowie nur noch eine reduzierte Anzahl von Terminen für
Tests auf HIV und STI
- Kontrolluntersuchungen im Rahmen der PrEP
anbieten. 
 
Es wird weiter die Möglichkeit geben, sich in dringenden Fällen mit Symptomen einer sexuell übertragenen Infektion in meiner Praxis testen und behandeln zu lassen. Wenden Sie sich bitte ggf. per Telefon oder email an uns, wir werden Ihnen erforderlichenfalls einen Termin geben. 

Unabhängig davon sind jedoch auch in diesen Zeiten Routinekontrollen von Laborwerten bei der Behandlung chronischer Virusinfektionen sinnvoll, nötig und erforderlich. Im individuellen Fall kann man die Abstände der Routinekontrollen eventuell etwas erweitern. Dies sollten wir individuell besprechen und ggf. per email im voraus klären. 
Um das Infektionsrisiko zu minimieren, haben wir die Anzahl der Blutentnahme-Termine etwas ausgedünnt und die Abstände zwischen den Terminen erhöht. Hiermit wollen wir verhindern, dass zu viele Menschen gleichzeitig in der Praxis sind.  

Für alle nötigen, nicht aufschiebbaren Konsultationen haben wir einige Vorkehrungen beschlossen:

!!! Patienten mit Husten, Schnupfen, Fieber: VORHER anmelden !!!

Ich bitte ALLE Patientinnen und Patienten mit Symptomen einer Atemwegisinfektion (Husten, Schnupfen, Fieber, Halsschmerzen...) uns VOR einem Besuch in der Praxis über die Beschwerden zu informieren. Hierbei ist es völlig egal, weshalb Sie in die Praxis kommen, ob zur Routine-Blutentnahme, zum Routine-Arzt-Termin, zum Akut-Termin oder zum Abholen von Rezepten/Unterlagen. Bitte Rufen Sie uns in jedem Fall vorher an oder schreiben Sie uns eine email!
Wir werden uns gern um Sie kümmern. Wir wollen jedoch nicht, dass Sie im Wartezimmer zwischen anderen Patienten sitzen und diese gefährden. Wir werden Sie deshalb so terminieren, dass wir Sie getrennt von anderen Patienten sehen und ggf. untersuchen können. 

Video-Sprechstunde:
Bereits zum Jahresbeginn habe ich ein System zur Durchführung einer Video-Sprechstunde etabliert. Dieses Angebot will ich Ihnen jetzt vermehrt anbieten. Über eine gesicherte Plattform eines hierfür zertifizierten Anbieters kann ich Ihnen Konsultationen anbieten, die allen Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigungen und des Datenschutzes entsprechen. 
Sie benötigen lediglich einen Internet-fähigen PC/Mac/iPad oder Smartphone mit einer Kamera und einem Mikrofon. Als Software reicht ein aktueller Webbrowser. Nach der terminvereinbarung für einen Video-Termin erhalten Sie eine email mit einem Link. Klicken sie wenige Minuten vor dem Termin auf diesen Link und befolgen Sie bitte genau die Aufforderungen der Software. 
 
Die Video-Sprechstunde eignet sich für alle Konsultationen, bei denen keine körperlichen Untersuchungen oder Blutentnahmen stattfinden müssen. Unsere Video-Normaltermine sind also zur Besprechung von Laborbefunden und für Beratungen. Wir werden einigen von Ihnen anbieten, bereits gebuchte Besprechungstermine als Video-Sprechstunden durchzuführen.
 
Zudem werden wir Ihnen im Fall von akuten Infekten gehäuft Video-Akut-Termine anbieten. Hierbei können wir klären, ob es sich um leichte Infekte handelt, für die wir Ihnen eine Krankschreibung per Post zusenden können, oder ob eine weitere Abklärung - ggf. auch ein SARS-CoV-Abstrich - nötig ist. 

Termine zur Untersuchung bei Atemwegsinfekten und zum
Coronavirus-Abstrich
Getrennt von der normalen Sprechstunde bieten wir Ihnen bei Bedarf spezielle Termine zur körperlichen Untersuchung bei Atemwegs-Infekten und ggf. zur Gewinnung von Coronavirus-Abstrichen an. 
Diese Untersuchungen werden in einem speziell eingerichteten und isolierten Sprechzimmer durchgeführt. Bei diesen Untersuchungen werde ich Sie - wie von den Behörden vorgeschrieben - in Schutzkleidung empfangen. Bitte stellen Sie sich auf eine für viele ungewohnte Situation ein. Es sind ungewohnte Zeiten...



Immer wieder erreichen mich Fragen von Ihnen/Euch, die bestimmte Haupt-Themen betreffen. Häufige Themen möchte ich hier gern besprechen: 

HIV-Infektion als Risikofaktor für schweren Covid-19-Verlauf
Es gibt aktuell keine belastbaren Daten, die eine HIV-Infektion als eigenständigen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Covid-19-Infektion anzeigen.
Herr Professor Bogner, Infektiologe und HIV-Spezialist der Uniklinik München, hat sich dahingegen geäußert, dass er es als unwahrscheinlich ansieht, dass Menschen mit einer gut behandelten HIV-Infektion (Viruslast unter 50 c/ml) mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs rechnen müssen.
Die Deutsche AIDS-Gesellschaft hat sich in einem Rundschreiben an alle HIV-Schwerpunktärzte so geäußert, dass man zumindest bei gut antiviral behandelten Patienten (Viruslast <50 c/ml) mit Helferzellen über 200/µl nicht von einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Verläufe von Covid-19 ausgeht.
 
Asthma bronchiale & Inhalatives Cortison
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie hat sich in einem Statement vom 16.03.2020 klar dazu geäußert, dass bei Patienten mit Asthma bronchiale, bei denen eine klare Indikation für eine Behandlung mit inhalierbarem Cortison gestellt wurde, diese Behandlung NICHT abgesetzt werden sollte. Das Risiko einer Verschlechterung des Asthmas überwiege gegenüber der hypothetischen, aktuell nicht klar bewiesenen Gefahr schwererer Covid-19-Verläufe durch inhaliertes Cortison.
 
Ergänzung Glaunsinger:
Zum Wesen von Asthma bronchiale gehört, dass hier eine Vielzahl von überempfindlichen Immunzellen in der Bronchialschleimhaut zu finden sind. Diese Immunzellen reagieren auf unterschiedliche – meist eigentlich harmlose – Reize mit einer inadäquaten, übertriebenen Freisetzung von Entzündungsstoffen. Durch diese Entzündungsstoffe kommt es zu einer Schwellung der Bronchialschleimhaut, zur Bildung großer Mengen sehr zähen Schleims und zu einer Anspannung der die Bronchien umgebenden Muskelzellen, was in Kombination schließlich zu einer starken Verengung des Bronchien-Lumens führt. Folge ist, dass nicht mehr ausreichen Luft in die Lungenbläschen gelangt und die Atmung gefährdet ist. Inhalierbares Cortison ist – ab einem gewissen Schweregrad des Asthmas – das wichtigste Medikament zur Normalisierung der pathologisch gesteigerten Freisetzung von Entzündungsstoffen und nachgewiesenermaßen mit einer Besserung des Prognose des Asthmas assoziiert! Der alleinige Einsatz von Bronchien-erweiternden Mittel (wie Salbutamol, Formoterol etc.) ist mit einer Verschlechterung der Prognose des Asthmas assoziiert.
Trotz seiner die lokale Abwehr schwächenden Wirkung kann also Cortison durchaus mehr Nutzen als Schaden, weil die pathologisch gesteigerte Entzündungsreaktion im Rahmen des Asthmas auf ein Normalmaß heruntergefahren wird. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass es die Immunstoffe (Zytokine etc.) sind, wie im Rahmen von Covid-19 wesentlich an den schweren Verläufen der Lungenschädigung beteiligt sind („Zytokin-Sturm“).
Also: Bitte die Asthma-Mittel nicht eigenständig absetzen! Eventuell sollte jedoch eine nochmalige Prüfung erfolgen, ob der Einsatz von inhalierbarem Cortsion im konkreten Fall klar indiziert ist. Manchmal wurden Mittel irgendwann leichtfertig angesetzt und dann laufen sie halt so weiter…
 
Bluthochdruck & ACE-Hemmer/Sartane
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und die European Society of Cardiology raten in einem aktuellen statement NICHT dazu, eine Behandlung mit ACE-Hemmern (Ramipril, Enalapril etc.) oder Sartanen (Valsartan, Candesartan, Telmisartan etc.) abzusetzen. Vereinzelt kursieren Ansichten, diese Substanzen könnten zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen mit SARS-CoV-2 (dem Virus, welches die Erkrankung Covid-19 auslösen kann) führen. Hierfür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei fundierte Belege.
Diese Medikamente sind jedoch bei Bluthochdruck und Herzschwäche sehr wichtige Säulen in der Therapie und in unzähligen Studien mit einer Verbesserung der Prognose assoziiert! Gleichzeitig gelten nicht gut behandelte Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Bluthochdruck sowie andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei denen diese Mittel eingesetzt werden, als Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von Covid-19.
 
Versorgung mit HIV-Medikamenten
Viele von Ihnen/Euch machen sich Sorgen um ihre Versorgung mit HIV-Medikamenten in den nächsten Wochen und Monaten. Viele haben schon – bei anderen als HIV-Medikamenten – von Lieferengpässen gehört, da viele Medikamente in China hergestellt werden.
Ich habe am 16.03.2020 bei den Herstellern der HIV-Medikamente angefragt, inwiefern sie Probleme mit den Lieferketten sehen. Hierzu gab es beruhigende Antworten.
Die Firmen 
GILEAD (Hersteller von Biktarvy®, Genvoya®, Odefsey®, Descovy® u.a.),
ViiV (Hersteller von Triumeq®, Tivicay®, Dovato® u.a.) und 
MSD (Hersteller von Isentress®, Delstrigo® u.a.) antwortete mir, dass es
aktuell KEINE Lieferengpässe bei der Versorgung mit HIV-Medikamenten gibt.
 
Liebe Patientinnen und Patienten, ich verstehe Ihre/Eure Sorgen und Ängste. Zum jetzigen Stand scheint jedoch keine offensichtliche Gefahr zu bestehen, dass HIV-Medikamente nicht lieferbar sind/werden. Die Pharmafirmen rechnen aber auch mit wahrscheinlichen Verkaufszahlen in ihrer Lieferplanung. Wenn jetzt jeder anfängt zu hamstern, DANN kann es zu Engpässen kommen!
Schlimmstenfalls gibt es mittlerweile eine Vielzahl von HIV-Präparaten unterschiedlicher Hersteller. Im äußersten Notfall könnte man in den meisten Fällen Medikationen auch umstellen und anpassen.
Zudem ist im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung eine Rezeptierung von Medikamenten für ein Quartal = 3 Monate erlaubt. Ein Wiederholungsrezept ist dann auch erst im Folge-Quartal möglich. Ausnahmen davon gibt es nur in begründeten Einzelfällen für quartalsübergreifende Reisen etc. und dann in der Regel auch nur für eine zusätzliche Monatspackung.
 
Wen und wann auf SARS-CoV-2 testen?
Aktuell reden wir – Stand Mitte März 2020 – immer noch von einer relativ seltenen Infektion. In Berlin gibt es laut RKI 573 nachgewiesene Infektionen (19.03.2020). Klar ist, dass diese Zahl in den nächsten Tagen und Wochen deutlich ansteigen wird. Dennoch sind 600 oder 1.000 oder auch 5.000 Infektionen im Verhältnis zu 3,6 Mio. Einwohnern noch immer recht selten.
Zudem befinden wir uns aktuell – ich selbst schreibe diese Zeilen gerade von der heimischen Couch, auf die ich mich wegen einer Erkältung zurückgezogen habe – noch immer in der Erkältungs- und Grippezeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Husten und Schnupfen aktuell eine banale Erkältung sind ist somit – zumindest heute und wahrscheinlich in den nächsten zwei Wochen – viel höher, als dass es sich um eine Covid-19-Erkrankung handelt.

Gleichzeitig handelt es sich bei den aktuell eingesetzten Tests um sehr aufwändige, molekularbiologische Tests, bei denen nach bestimmten Sequenzen der Erbinformation des Virus gesucht wird. Dies ist technisch sehr anspruchsvoll, aufwändig und teuer. Selbst wenn Geld keine Rolle spielt, so ist doch die Anzahl täglich in den Labors technisch möglicher Tests begrenzt und nicht uneingeschränkt steigerbar.
 
Generell sind die Tests in Deutschland – verglichen mit vielen anderen Ländern –ausgesprochen gut und niedrigschwellig verfügbar.
Das ändert aber nichts daran, dass wir in den Labors nicht alles auf SARS-Testungen ausrichten können und für andere Untersuchungen – wie zum Beispiel Tests auf HIV, Hepatitis, Gonokokken, Chlamydien und andere Infektionen, die größtenteils auf den gleichen Geräten laufen – keine Kapazitäten mehr bestehen. All die anderen Erkrankungen und Infektionen sind ja nicht weg, nur weil jetzt auch SARS-2 da ist…
Somit geht es – wie auch bei der Nutzung von Schutzausrüstung etc. – um einen möglichst sinnvollen Einsatz von begrenzten Ressourcen.
 
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt somit aktuell die Durchführung eines Tests nur bei Menschen, die zum einen Symptome einer Atemwegsinfektion haben (Husten, Schnupfen, Fieber…) UND sich entweder innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben ODER/und einen engeren Kontakt zu einem mit SARS-2 infizierten Menschen gehabt haben. Der „engere Kontakt“ ist – als grober Anhaltspunkt – bei einem mindestens 15-minütigen Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt, das heißt ohne Einhaltung von mind. 1,5m Abstand gegeben.
 
Eine Testung von Gesunden, also Menschen ohne Hinweis auf einen Atemwegsinfekt, ist nur sehr bedingt sinnvoll. Zum einen kann ein negativer Test, welcher zu früh nach einem Infektionsrisiko durchgeführt wird, zwei Tage später positiv werden ("diagnostisches Fenster", ähnlich wie bei einem HIV-Test). Hier stellt sich also die Frage, wieviel Tage nach einem Infektionsrisiko eine Testung sinnvoll ist. Diese Frage ist – meines Wissens – nicht eindeutig geklärt. Herr Dr. Corman, Virologe aus dem Konsilarlabor für Coronaviren an der Charité, äußerte in einem sehenswerten Vortrag, dass dieser Zeitpunkt seiner Ansicht nach frühestens 5-6 Tage nach dem Infektionsereignis sein könnte. Andererseits gilt eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen (meist 4-10 Tage) als möglich. Es ist also auch möglich, dass das Virus erst später nachweisbar wird. Wie oft und wann will man also testen?
 
Zum anderen liegt nach aktuellen Schätzungen die sogenannte „secondary attac rate“ für SARS-2 – der Anteil Derer, die einem relevanten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, die sich dann wirklich infizieren – bei „nur“ 5-10%. Das heißt also, dass sich bei weitem nicht alle, die einen „Risikokontakt“ hatten, im Endeffekt auch infizieren. Viele Tests wären also unnötig und die Ressourcen woanders sinnvoller eingesetzt. 
 
Und so rät das Robert-Koch-Institut aktuell nur diejenigen Kontaktpersonen von Infizierten und Rückkehrer aus Risikogebieten zu testen, die auch Symptome haben.
Alle, die einem relevanten Risiko ausgesetzt waren, sollten jedoch – zum Schutz der Mitmenschen – zu Hause bleiben und soziale Kontakte bestmöglich meiden. Eine Quarantäne, also die behördliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit, kann jedoch nur vom Gesundheitsamt angeordnet werden.
 
Mund-Nasen-Schutz: Wer, warum und wann?
Die Infektion wird ganz überwiegend durch größere Tröpfchen übertragen, die von Infizierten beim Husten, Niesen oder bei "feuchter Aussprache" freigesetzt werden. Diese Tröpfchen enthalten infektiöses Virus und können bei Kontakt mit den Schleimhäuten von Mund und Nase eine Infektion auslösen. Diese Tröpchen haben eine Reichweite von etwa 1,5-2 Metern und sinken dann schnell zu Boden. Deshalb wird das Halten von Abstand als einfache und wichtige Schutzmaßnahme empfohlen. 

Ein Mund-Nasen-Schutz stellt einen gewissen Schutz vor der Einatmung dieser größeren Tröpfchen dar. Dies jedoch nur, wenn er richtig angelegt und beispielsweise über der Nase mittels der integrierten Drahtspange anmodelliert ist. 
Andererseits kann das Tragen eines solchen Mund-Nasen-Schutzes bei Menschen mit Atemwegsinfektionen dazu beitragen, die Verbreitung von infektiösen Tröpfchen durch Husten/Niesen zu vermindern. Deshalb werden Sie unter Umständen von uns einen solchen Mund-Nasen-Schutz erhalten, wenn Sie mit Husten in unsere Praxis kommen. 

Für den Schutz des medizinischen Personals vor größeren Tröpfchen sind solche Mund-Nasen-Schutzmasken in Zeiten eines massiven Anfalls von Menschen mit Atemwegs-infektionen und Covid-19 sehr wichtig!  

Gleichzeitig gibt es keine überzeugenden Beweise, dass diese Schutzmasken für den Schutz der Allgemeinbevölkerung im Alltag einen Vorteil bringen. Eine nicht richtige Anwendung (z.B. Berührung der kontaminierten Außenseite, danach Griff mit den Fingern ins Gesicht) oder das "Gefühl falscher Sicherheit" ("Mit der Maske kann mir nichts passieren, ich muss kein Abstand mehr halten und muss nicht mehr in die Ellbeuge niesen...") könnte sogar kontraproduktiv sein. 

In Anbetracht der Tatsache, dass die aktuelle Nachfrage nach diesen Schutzmitteln das Angebot weit übertrifft, habe ich - wie nahezu alle Ärzte in Deutschland - große Probleme, für meinen Schutz und für den Schutz meiner Mitarbeiter solche Schutzmasken zu beschaffen. Deshalb - und weil ein Schutz für die Allgemeinbevölkerung durch diese Masken nicht bewiesen ist - rate ich Ihnen/Euch vom Tragen dieser Masken ab. Individuelle Ausnahmen betreffen ggf. besonders gefährdete Patienten.  
Bitte seien Sie auch hier solidarisch - oder eigennützig - und halten Sie di verfügbaren Atemschutzmasken für das medizinische Personal verfügbar. Sie werden uns vielleicht brauchen!
 
Desinfektionsmittel?
Desinfektionsmittel sollten in einem normalen Haushalt - auch ausserhalb von Pandemien - nicht eingesetzt werden! Experten raten von deren Einsatz im normalen Haushalt ab! Dies gilt auch in Zeiten von SARS-2. 
Die umhüllten (mit einer sehr empfindlichen, für das Virus äußerst wichtigen Membran umgebenen) Coronaviren sind außerhalb des Körpers sehr empfindlich. Gründliches Händewaschen mit Seife sowie normales Reinigen von Oberflächen mit Haushaltreinigern und von Wäsche mit üblichen Waschmitteln reicht meist aus, um das Virus zumindest massiv zu reduzieren. Bei allen Infektionen ist es nie der einzelne Erreger, der eine Infektion auslöst, sondern eine mindestens nötige Erregermenge (Infektionsdosis), die zum Auslösen einer Infektion übertragen werden muss. Deshalb ist es nicht nötig, jedes Virus unschädlich zu machen. Dies wird einem auch so gut wie nie gelingen. 

Desinfektionsmittel sind in Arztpraxen und Krankenhäusern wichtig, wo sich Ärzte und Pflegekräfte nicht nach jedem Patientenkontakt die Hände waschen KÖNNEN. Auch die beste Haut hält es nicht aus, sich fünfzig oder mehr mal am Tag die Hände zu waschen...

Da jedoch auch Desinfektionsmittel aktuell nur schwer zu bekommen sind, kann ich nur an Sie/Euch alle appellieren: Wascht Euch gründlich mit Seife die Hände und lasst die verfügbaren Desinfektionsmittel für das medizinische Personal! Sie/Ihr werden/werdet uns brauchen!

"Flatten the curve" - was heißt das eigentlich?
Die Kurve abflachen (englisch: "flatten the curve") ist das Ziel aller aktuellen Maßnahmen. Erreicht werden soll, dass nur eine begrenzte Anzahl von Menschen zu einem gewissen Zeitpunkt erkrankt und der Anteil derer, die dann schwer krank werden, von unserem Medizinsystem gut behandelt werden KANN. Ein Grund für die hohen Todesraten in Wuhan und Italien war/ist, dass das Medizinsystem mit dem zeitgleichen Anfall zu vieler Schwerkranker überfordert war/ist. Wenn alle verfügbaren Beatmungsgeräte im Einsatz sind, stehen diese für weitere Patienten eben nicht mehr zur Verfügung. Und in vielen Fällen eines schweren Verlaufes von Covid-19 ist es eben ein Lungenversagen mit einer dann nötig werdenden Beatmung, die lebensrettend sein kann. 
 
Hier wird das Prinzip vom heute journal kurz und gut anschaulich erklärt: 
https://youtu.be/Buqviy1e9uM
 
Hier hat die Washington Post einige wunderbare Animationen, die den Effekt von Quarantäne und Einschränkung sozialer Kontakte/Bewegungsfreiheit auf die Ausbreitung der Infektion  veranschaulichen. Sehr sehenswert! 
 
Liebe Patientinnen und Patienten, ich kann Ihre/Eure Beunruhigung gut verstehen. Auch wenn ich mich sicher öfter als viele von Ihnen/Euch mit solchen Szenarien theoretisch beschäftigt habe, ist die Realität doch nie theoretisch vollständig im Voraus zu durchdenken. Niemand kennt aktuell die einzig wahre Lösung des Problems. Und die Haltung "Ich bin jung und keine Risikogruppe - was schert mich das?" ist sicher auch zu kurz gegriffen. Auch sonst gesunde, junge Menschen liegen immer wieder mit einer schweren Influenza auf deutschen Intensivstationen. Es wird auch einige Junge, sonst Kerngesunde mit den schweren Verläufen treffen. Auch deshalb ist dies nicht die Zeit für Egoismen!
Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen dieser noch sehr jungen Infektion, dass der überwiegende Anteil der Infizierten glücklicherweise NICHT schwer erkrankt! Das Problem ist, dass man nie vorhersagen kann, für wen es besonders gefährlich ist und wer "nur" eine leichte Erkältung - oder sogar gar keine Beschwerden - bekommen wird. 

Viele Risikofaktoren sind nicht grundlegend änderbar. Für folgende Faktoren ist bekannt, dass sie das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöhen:
- chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, erhöhter Blutdruck etc.)
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- chronischen Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, COPD etc.
- chronischen Leber- und Nierenerkrankungen 
- Alter 
über 60 Jahre 

Zudem hatten Männer in China häufiger schwere Verläufe als Frauen. Als Ursache dafür vermuten viele Epidemiologen auch, dass Männer in China sehr viel häufiger Raucher sind als Frauen. Weiß man also, dass Lungenerkrankungen ein Risikofaktor für schwere Verläufe sind, dass Rauchen ein wesentlicher Risikofaktor für die Auslösung/Verschlechterung von Lungenerkrankungen ist und das Raucher eine schlechtere Prognose während eines Lungenversagens mit Beatmung haben, so wäre es sicher JETZT eine gute Idee, mit dem Rauchen aufzuhören!

Ansonsten bleibt mir noch die große Bitte:
Kümmern Sie sich/kümmert Ihr Euch um Ihre/Eure Eltern und Großeltern! Sie sind es, die aktuell am meisten gefährdet sind. Nehmt Ihnen Einkäufe ab, damit sie sich nicht ins Getümmel derer stürzen müssen, die sich um Klopapier prügeln. Nur bitte: Bringen Sie NICHT ihre Kinder zur Betreuung zu den Großeltern! Auch wenn es sich anbietet in Anbetracht der Kita- und Schulschließungen. Kinder und Jugendliche erkranken nur selten/fast nie an Covid-19. Gerade Kinder können das Virus aber sehr leicht übertragen! Jeder, der kleine Kinder hatte oder hat weiß, wie schnell man sich an der ständig laufenden Nase als Erwachsener mit Erkältungen anstecken kann. Kinder scheiden Erkältungsviren oft in sehr viel höherer Konzentration aus als Erwachsene. Gleichzeitig haben sie oft weniger Symptome. So ist es - sehr wahrscheinlich - auch bei Covid-19! Deshalb: Bis auf Weiteres keine Kinderbetreuung durch die Großeltern! 

Herzliche Grüße an alle, es wird vorübergehen!

Bleiben Sie/bleibt gesund!

Tobias Glaunsinger

Update Berlin, 06.03.2020

Liebe Patientinnen und Patienten,

ich habe am 26.02.2020 an einer sehr gut von Ärzten besuchten Informationsveranstaltung der Berliner Medizinischen Gesellschaft zur Coronavirus-Epidemie in der Charité teilgenommen. Hauptredner war Herr Prof. Christian Drosten, der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité und führender Coronavirus-Experte Deutschlands. Des weiteren waren Vertreter des Robert-Koch-Instituts, der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, der Charité und der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin mit Redebeiträgen beteiligt. 
Zudem verfolge ich intensiv die aktuelle Lage und versuche, mir ein Bild zu machen. 

Da einige von Ihnen verunsichert sind, möchte ich Ihnen meine Sicht auf die Lage kurz mitteilen:
  1. Eine weitere Verbreitung des Virus - auch nach Berlin - ist in absehbarer Zeit sehr wahrscheinlich
  2. Realistischerweise ist davon auszugehen, dass sich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung früher oder später mit dem Virus infizieren wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. 
  3. Klar ist jedoch auch, dass die überwiegende Mehrzahl der Infektionen entweder gering symptomatisch oder mit grippalen Beschwerden - ohne Lebensgefahr - ablaufen werden. 
  4. Lebensbedrohliche Verläufe können vor allem bei älteren und chronisch vorerkrankten Patienten auftreten.
    Vereinzelte schwere Verläufe sind jedoch auch bei Jüngeren und nicht Vorerkrankten - ebenso wie bei der Influenza - möglich.  Kinder scheinen so gut wie nie ernsthaft zu erkranken. 
    Insbesondere Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, erhöhter Blutdruck etc.), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), chronischen Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, COPD etc.), chronischen Leber- und Nierenerkrankungen sowie Menschen über 60 Jahre scheinen besonders gefährdet zu sein, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln. Zudem haben Männer etwas häufiger schwere Verläufe als Frauen. 
  5. Prof. Bogner, Infektiologe und HIV-Spezialist aus der Uniklinik in Müchen, hält die Gefahr besonders schwerer Verläufe für HIV-Patienten, die gut behandelt sind, für nicht stark erhöht. Sein statement finden Sie HIER
  6. Die Sterberate liegt sehr wahrscheinlich - auch wenn es hierzu derzeit nur Schätzungen geben kann - bei 0,5 (-0,75)%
  7. Somit liegt die Gefährlichkeit aktuell wahrscheinlich im Bereich derer einer pandemisch verlaufenden Influenza (= echte Grippe). 
    Während der großen weltweiten Grippe-Pandemien 1957 und 1968 lag die Sterberate bei 0,3-0,7%.
  8. Auch wenn sich ein großer Teil der Bevölkerung infizieren wird, ist von entscheidender Bedeutung, WANN dies passiert! Je langsamer das Virus sich verbreiten kann, desto besser wird das Medizinsystem in der Lage sein, die wenigen schwer verlaufenden Fälle bestmöglich zu versorgen. 
    Jedem Verantwortlichen ist klar, dass sich durch keine Quarantäne, durch keine abgesagte Messe, durch keine geschlossene Kita und durch keine Atemschutzmaske die Ausbreitung des Virus wird gänzlich verhindern lassen. Wohl aber kann die Ausbreitung verzögert werden und wertvolle Zeit gewonnen werden. 
    Viele Experten gehen davon aus, dass sich das Virus in den sonnenreichen, wärmeren Monaten nicht mehr gut wird verbreiten können. Es ist empfindlich gegen UV-Licht und Austrocknung. Zudem leben die Menschen in den Sommermonaten nicht so eng aufeinander in geschlossenen Räumen, wie aktuell. 
     
  9. Eine Impfung steht aktuell nicht zur Verfügung. Ein Impfstoff wird auch nicht vor Sommer 2021 zu erwarten sein. 
  10. Es scheint ein wirksames Medikament gefunden worden zu sein. Dieses ist jedoch noch nicht zugelassen und erhältlich und wird aktuell in Studien in China getestet. Ob und wann dieses Medikament und mit welcher Wirksamkeit verfügbar sein wird, ist aktuell nicht absehbar. Es handelt sich um Remdesivir der Firma GILEAD. 
     
  11. In dem am stärksten betroffenen Gebiet in China gehen die Neuinfektionen - aktuell - deutlich zurück. Mit dem Aufheben der sehr drastischen Quarantäne-Maßnahmen ist jedoch ein erneuter Anstieg der Zahlen zu befürchten. 
  12. In Europa ist im Moment vor allem Italien am stärksten betroffen
  13. Eine aktuelle Übersicht über Risikogebiete finden Sie hier:
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html?nn=13490888
     
  14. Der wichtigste Schutz scheint aktuell darin zu bestehen
    - Menschenansammlungen mit vielen Menschen, die über längere Zeit auf engem Raum in geschlossenen Räumen sind, zu meiden
    - eine gründliche Händehygiene zu betreiben: gutes und gehäuftes Händewaschen
    - beim Husten und Niesen in die Ellenbeuge zu husten
  15. Aktuell erscheint es - außerhalb von medizinischen Einrichtungen - nicht sinnvoll, sich mit Atemschutzmasken oder Desinfektionsmittel einzudecken. Viel wichtiger ist es, Distanz zu Erkrankten zu waren und auf eine gute Händehygiene zu achten.
  16. Alle Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, der Herz-Kreislauf-Systems, des Immunsystems, mit Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, immununterdrückenden Medikamenten sowie ältere Menschen über 60 Jahre sollten sich ggf. jetzt noch gegen 
    - Virusgrippe (Influenza)
    - Pneumokokken (Handelsname Pneumovax oder Prevenar 13)
    - Pertussis (=Keuchhusten, Handelsname: Boostrix, Repevax...) 
    impfen lassen. 
    Hierdurch soll erreicht werden, dass im Fall einer stattfindenden Coronavirus-Infektion die Wahrscheinlichkeit komplizierender Infektionen mit Grippe, Pneumokokken (häufigste Erreger der Lungenentzündung) und Keuchhusten (Pertussis, trifft auch Erwachsene!) verringert wird. 
     
  17. Eine Testung ist nur bei Menschen sinnvoll und möglich, die verdächtige Symptome haben und die Kriterien einer Falldefinition des Robert-Koch-Instituts erfüllen. Das Testen von Menschen ohne Symptome erscheint nicht sinnvoll und ist aufgrund eingeschränkter Testkapazitäten nur in Einzelfällen möglich. 
     
  18. Bitte suchen Sie nicht einfach Notaufnahmen von Krankenhäusern auf, um sich auf SARS-COV-2 testen zu lassen!
     
  19. Sollten Sie Beschwerden einer Atemwegsinfektion haben
    UND 
    - innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem COVID-19-Fall gehabt haben
    - sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem COVID-19-Risikogebiet aufgehalten haben,
    so wenden Sie sich bitte
    - an die Hotline der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit90 28 28 28
    - an die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116 117
    - vorab an unsere Praxis: Telefon (44 03 99 72) oder praxis@praxis-prenzlauer-berg.de
    Bitte nicht unangekündigt in die Praxis kommen! 
    Wir würden uns gern auf Sie vorbereiten und sie von anderen Patienten isolieren!
     
  20. Wir sind intensiv dabei, uns auf die bevorstehenden Infektionsfälle vorzubereiten. Gleichzeitig wollen wir allen Patienten eine bestmögliche Sicherheit bei einem Besuch in der Praxis bieten. 
    Deshalb: Sollten Sie an einem Atemwegs-Infekt (Husten, Schnupfen, Halsschmerz, Fieber) leiden UND innerhalb der letzten 14 Tage in einem Corona-Risikogebiet gewesen sein, UND/ODER innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem Coronavirus-Infizierten gehabt haben, dann:
    Bitte nicht unangekündigt in die Praxis kommen! 
    Im Interesse der nicht infizierten Patienten möchten wir nicht, dass Sie sich unter diese ins Wartezimmer setzen und Andere gefährden. Rufen Sie uns vorher an, schreiben Sie uns eine email oder verfolgen Sie die Hinweise auf unserer Website.
    Wir werden Sie dann zu den Randzeiten unserer Sprechzeiten - ggf. demnächst zu besonderen Sprechzeiten - in die Praxis einladen.
    Wir sind für Sie da!
    Bitte geben Sie uns aber die Chance, uns auf Sie vorzubereiten. 

     
  21. Zudem werden wir Ihnen in Einzelfällen die Möglichkeit geben, sich zu Videosprechstunden mit mir zu verabreden. Ein entsprechendes System haben wir in den letzten Monaten in der Praxis etabliert. Selbstverständlich kann ich durch die Videokamera keine Lungen abhören und kein Blut abnehmen - wohl aber Befunde besprechen ohne dass Sie Gefahr laufen, sich im Wartezimmer der Praxis zu infizieren. 
     
  22. Der Stand dieser Informationen entspricht dem Wissen und der Beurteilung am 06.03.2020. Eine Änderung der Lage ist möglich. Bitte verfolgen Sie hierzu auch die aktuellen Nachrichten und die Informationsquellen. 
  23. Gute Informationsquellen:
    - Robert-Koch-Institut: 
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV_node.html
    - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
    https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html
    - Senatsverwaltung für Gesundheit Berlin:
    https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsschutz-und-umwelt/infektionsschutz/#Coronavirus
    - science media center germany:
    https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/fact-sheet/details/news/wie-toedlich-wird-das-coronavirus/
    - und Jedem, der es ganz genau wissen mag, sei ein großartiger Podcast ans Herz gelegt: Trotz seiner immensen Arbeitsbelastung nimmt sich Prof. Drosten aktuell täglich eine halbe Stunde Zeit, um einer Wissenschaftsjournalistin vom NDR Frage und Antwort zu stehen. Ich habe sehr vieles aus diesem Podcast gelernt - vielen Dank an Herrn Drosten, dass er so unermüdlich und sachlich aufklärt!
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
Alle, die in den nächsten Monaten in die Praxis kommen, bitte ich um Verständnis, dass meine Mitarbeiter und ich das Händeschütteln weitgehend vermeiden werden. Das ist nicht unhöflich - wir schenken Ihnen dafür ein Lächeln...

Bleiben Sie schön gesund!

Ihr Tobias Glaunsinger


 

Liebe Patientinnen und Patienten,

Thomas Wicke und der ehemalige Assistenzarzt Dr. Sven Schellberg haben die Praxis Prenzlauer Berg zum 31.12.2017 verlassen
 
Die Praxis Prenzlauer Berg war bis zum 31.12.2017 eine Praxisgemeinschaft aus zwei eigenständigen Praxen, der Praxis Dr. Tobias Glaunsinger und der Praxis Thomas Wicke.
 
Um kassenärztlich arbeiten zu dürfen, benötigt man in Deutschland für jeden selbständigen oder angestellten Arzt eine streng limitierte und nicht einfach erhältliche Genehmigung (Kassenarztsitz).
Bei seinem Weggang hat Thomas Wicke seinen eigenen und den zu ihm gehörenden zweiten Kassenarztsitz - auf welchem von Juli 2015 bis Juli 2017 Dr. André Manutscharow bei Herrn Wicke angestellt war - nach Berlin-Mitte verlegt. Somit fallen ab dem 02.01.2018 zwei von drei Arztstellen am Standort Danziger Str. 78B ersatzlos weg.
Ich habe im Sommer 2017 die Kassenärztliche Vereinigung darauf hingewiesen, dass eine (erforderliche) Zustimmung zur Verlegung dieser beiden Sitze de facto einem Wegfall der hausärztlichen Versorgung für mehrere Hundert Patienten am Standort Danziger Str. 78b entspricht. Hiergegen hatte die Kassenärztliche Vereinigung keine Einwände und begründete dies damit, dass der Prenzlauer Berg mit Hausärzten "überversorgt" sei. 
Herr Wicke hatte einen zweiten Kassenarztsitz vorübergehend übernommen, um den Herr Wicke und ich mich bemüht hatten. Zweck war, langfristig am Standort Danziger Str. 78b mindestens einen weiteren Arzt beschäftigen zu können. Diesen Sitz hat Herr Wicke jetzt nach Berlin-Mitte verlegt.
 
Eine Übernahme von Patienten, die bisher von Herrn Wicke, Herrn Dr. Manutscharow oder Herrn Dr. Schellberg rein hausärztlich betreut wurden, ist in meine Praxis nur sehr eingeschränkt möglich.
 
Grund hierfür ist, dass ich seit Jahren vorwiegend infektiologisch tätig bin.

Ich habe - im Gegensatz zu Herrn Wicke und Herrn Dr. Schellberg - die Zusatzbezeichnung Infektiologie nach Prüfung vor der Berliner Ärztekammer erlangt und bin zudem - ebenfalls im Gegensatz zu Herrn Wicke und Herrn Dr. Schellberg - von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie als Infektiologe (DGI) zertifiziert.

Überdies bin ich von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin als HIV-Schwerpunktpraxis anerkannt und berechtigt, HIV-Patienten im Rahmen der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/AIDS zu behandeln.
Somit verfüge ich über Expertenwissen, welches ich gezielt auch Patienten anderer Praxen nach Überweisung zur Mitbehandlung zur Verfügung stellen möchte. Hierfür benötige ich jedoch Zeit, die ich nicht mehr hätte, wenn ich alle sich bei mir vorstellenden Patienten auch vollumfänglich hausärztlich betreuen würde.
 
Für Patientinnen und Patienten, die bisher von Herrn Wicke, Herrn Dr. Manutscharow oder Herrn Dr. Schellberg betreut wurden, besteht also ab Anfang 2018 die Möglichkeit, sich am neuen Praxisstandort von Thomas Wicke in Berlin-Mitte behandeln zu lassen oder sich im Prenzlauer Berg eine neue Hausarztpraxis zu suchen.
 
Eine Übernahme zur weiteren ärztlichen Betreuung in meiner Praxis ist nur möglich

  • für Patienten mit chronischen Infektionen (HIV-Infektion, Virushepatitis etc.)
  • für Partner von Patienten, die wegen chronischer Infektionen bereits von mir behandelt werden
  • Zudem ist die MITbehandlung – neben der hausärztlichen Behandlung bei ihren Hausärzten - für Patienten möglich, die
    • an chronischen Infektionen (HIV-Infektion, Virushepatitis etc.) leiden
    • an sexuell übertragenen Infektionen leiden oder sich diesbezüglich untersuchen lassen möchten
 
Für Patienten, die sich bisher in meiner Behandlung befunden haben, ändert sich nichts.
 
Ich bedauere die Entwicklung, stehe Ihnen aber gern weiterhin mit meiner langjährigen Expertise als Infektiologe zur Verfügung.
 
Tobias Glaunsinger

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Dear patients,
Thomas Wicke, Dr. Schellberg and Dr. Manutscharow have left the rooms in Danziger Str. 78b. 

Due to capacity reasons patients formerly treated by Thomas Wicke, Dr. Schellberg or Dr. Manutscharow CANNOT be treated by Dr. Glaunsinger - except patients with HIV-Infection, Sexually Transmitted Diseases or Chronic Viral Hepatitis

Best regards 
Tobias Glaunsinger
 

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