Neuigkeiten aus der Praxis Prenzlauer Berg:

Liebe Patient*Innen,


mit der Unterstützung durch einen weiteren Arzt und nach dem Eintreffen lang erwarteter Laborreagenzien können wir Ihnen ab Februar ein breiteres Spektrum an Tests auf das SARS-Coronavirus-2 anbieten. 

Die im Folgenden beschriebenen Tests sind bei einer vorliegenden medizinischen Indikation auch zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in einem Einsendelabor durchführbar. Zu den medizinischen Indikationen für einen PCR-Test auf SARS-CoV-2 siehe HIER

Sollten Sie einen Test für private oder berufliche Reisen oder Aktivitäten, für den Besuch in einem Pflegeheim oder aus persönlichem Interesse benötigen, so werden die Untersuchungen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. In diesem Fall sind die Kosten für den Test von Ihnen selbst zu tragen. 

Privat Versicherten und Selbstzahlern stellen wir neben den Kosten für die reine Laboruntersuchung auch Gebühren für die ärztliche Beratung, die Abstrich- oder Blutentnahme und eine Hygiene-Pauschale in Rechnung. Gesetzlich Versicherten bieten wir an, die Kosten für die ärztliche Beratung und die Blutentnahme mit den Krankenkassen abzurechnen und ihnen nur die reinen Laborkosten in Rechnung zu stellen. 

Da unser neuer ärztlicher Kollege zunächst rein privatärztlich tätig ist und keine Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erbringen darf, stehen im Februar und März vorübergehend deutlich mehr Termine für privat Versicherte und Selbstzahler zur Verfügung. Voraussichtlich ab April wird Herr Straub dann auch gesetzlich Versicherte behandeln dürfen. 

Selbstzahler = Nicht Versicherte oder gesetzlich Versicherte, die alle Kosten selbst zu tragen bereit sind. 

Folgende Tests bieten wir Ihnen ab Februar 2021 in unserer Praxis an:


ANTIKÖRPER-Test

Der Test auf IgG-Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut zeigt an, ob sich das eigene Immunsystem in der Vergangenheit mit dem Coronavirus auseinandergesetzt hat. Der Test ist nicht geeignet, eine aktuell ablaufende Covid-19-Erkrankung zu bestätigen oder auszuschließen. Die IgG-Antikörper sind erst 3-6 Wochen nach Beginn der Symptome (4-7 Wochen nach Ansteckung) zuverlässig nachweisbar. 6 Wochen nach Symptombeginn finden sie sich bei 94-98%. Der Test zeigt also an, ob man in der Vergangenheit eine Covid-19-Erkrankung hatte.
Zu den Details um den Test siehe HIER.
 
Gesetzlich Versicherte: Kosten 20,11€
Termin HIER buchen.
 
Privat Versicherte und Selbstzahler: Kosten 42,60€ 
Termin HIER buchen.
 

ANTIGEN-Test 

Dieser Test aus einem Nasen-Rachen-Abstrich weist Eiweiße des Virus - und damit das Virus selbst - nach.
Das Verfahren ist nicht so empfindlich wie die PCR. Gerade in frühen - ggf. noch asymptomatischen (!) - Phasen der Infektion kann es sein, dass die Viruskonzentration an einem Tag noch zu gering, am nächsten Tag jedoch hoch genug für diesen Test ist. Der Antigen-Test weist ziemlich sicher Viruskonzentrationen nach, die ausreichend hoch sind, um das Virus auf Andere übertragen zu können. Ein negatives Testergebnis macht es also unwahrscheinlich, dass vom Getesteten Virus auf Andere übertragen werden kann. Es ist also eher ein Test auf Infektiosität als auf Infektion.
Vorteile des Tests: Schnelles Ergebnis in 15 min und sehr kostengünstig.
Nachteil: Testergebnisse sind nur 24 Stunden lang gültig, da frühe Infektionen mit starkem Anstieg der Viruskonzentration nicht sicher erfasst werden. 
Zu den Details um den Test siehe HIER.
 
Gesetzlich Versicherte: Kosten 22,11€
Termin bitte telefonisch absprechen: 44 03 99 72
 
Privat Versicherte und Selbstzahler: Kosten 33,18€ 
Termin HIER buchen.


PCR-Test

Die PCR ist DER Test auf das Vorliegen des Virus in einem Nasen-Rachen-Abstrich. Es handelt sich um ein hochempfindliches, technisch anspruchsvolles und damit teures, molekularbiologisches Verfahren, mit welchem spezifische Abschnitte der Erbinformation des Virus nachgewiesen werden. 
Vorteile: hoch empfindlich - kleinste Mengen des Virus werden nachgewiesen
Nachteile: zeitaufwändig - Ergebnis in unserem Praxislabor nach 1 Stunde und teuer
Zu den Details um den Test siehe HIER.
 
Gesetzlich Versicherte: Kosten 101,42€
Termin bitte telefonisch absprechen: 44 03 99 72
 
Privat Versicherte und Selbstzahler: Kosten 115,52€ 
Termin HIER buchen.

Für alle Befunde erhalten Sie einen schriftlichen Befund - meist am gleichen Tag.

Tobias Glaunsinger
 

Liebe Patient*Innen,


ich freue mich, Ihnen/Euch einen neuen ärztlichen Kollegen vorstellen zu können, der mich ab Februar 2021 zunächst rein privatärztlich und voraussichtlich ab April 2021 auch kassenärztlich unterstützt. 

Matthias Straub
ist wie ich Facharzt für Allgemeinmedizin und Infektiologe.



Er ist langjährig erfahren in der HIV-Medizin und hat zahlreiche Patient*Innen mit HIV und AIDS sowohl stationär, als auch ambulant behandelt. Das gesamte Spektrum der antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion ist ihm genauso vertraut wie die Behandlung der AIDS-definierenden opportunistischen Infektionen, der Tuberkulose und HIV-bedingter Tumoren. Zudem kennt er sich exzellent mit der Diagnostik und Therapie sexuell übertragener und einem weiten Spektrum anderer Infektionen aus.
Neben einer fundierten infektiologischen Ausbildung in der Infektionsklinik des Krankenhauses der Augustinerinnen in Köln hat er eine breite allgemeinmedizinische Ausbildung in verschiedenen Praxen und Kliniken erfahren. Seinen beruflichen Werdegang finden Sie HIER.

Matthias Straub wird ab Februar 2021 zunächst rein privatärztlich in der Praxis Prenzlauer Berg tätig sein. Die Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten zu Lasten der Krankenkassen ist ihm vorerst leider NICHT gestattet. Deshalb DARF er zunächst nur Leistungen erbringen, die vom Patienten selbst bezahlt werden müssen. 

Wir hoffen - und sind sehr optimistisch - dass Herr Straub ab April 2021 auch gesetzlich krankenversicherte Patienten behandeln darf. 

Mit dem Einstieg von Matthias Straub können wir Ihnen/Euch zahlreiche zusätzliche und kurzfristig verfügbare Termine in unserem gesamten Behandlungsspektrum anbieten. Wir sind damit auch wieder in der Lage, Patient*Innen zur hausärztlichen Betreuung in unserer Praxis aufzunehmen. 

Bitte beachten Sie, dass eine Terminbuchung zunächst NUR für privat versicherte Patient*Innen und Selbstzahler*Innen (nicht Versicherte oder gesetztlich Krankenversicherte, die die angebotenen ärztlichen Leistungen selbst zu bezahlen bereit sind) möglich ist. 

Termine bei Herrn STRAUB
!!! 
bis Ende März 2021 NUR für privat Versicherte und Selbstzahler !!!
 
  1. Erstvorstellung zur hausärztlichen Versorgung
    HIER klicken
     
  2. Erstvorstellung zur Behandlung einer HIV-Infektion
    HIER klicken
     
  3. Normaltermin (Wiedervorstellung) 
    HIER klicken
     
  4. Diagnostik und Behandlung sexuell übertragener Infektionen & HIV-Test 
    HIER klicken
     
  5. Beratung zur und Einleitung HIV-PräExpositionsProphylaxe (HIV-PrEP)
    HIER klicken
     
  6. Test auf SARS-2-Coronavirus-Antikörper aus dem Blut
    HIER klicken
     
  7. Test auf SARS-Coronavirus-2 aus dem Abstrich (PCR oder Antigen-Test)
    HIER klicken
Ich begrüße Matthias Straub herzlich in meinem Team und wünsche ihm einen guten Start. Ich bin mir sicher, mit ihm einen top geeigneten und super ausgebildeten Kollegen gefunden zu haben, der die hohe Expertise der Praxis teilt und Patienten-zugewandt die in der Vergangenheit oft knappen Kapazitäten meiner bei vielen Patient*Innen beliebten und geschätzten Praxis zu erweitern hilft. Auf eine gute Zusammenarbeit!

Tobias Glaunsinger
 

Liebe Patient*Innen,

die medizinischen Labore in Deutschland haben aktuell große Probleme, an Reagenzien und Verbrauchsmaterialien zu kommen. Die weltweite Nachfrage nach Labormaterialien ist durch die Corona-Krise so enorm angestiegen, dass immer wieder Materialien - vor allem für PCR-Tests - fehlen. 

Tests auf Gonokokken, Chlamydien, Mykoplasmen und zahlreiche weitere Erreger werden als PCR-Tests durchgeführt. Deshalb treten diese aktuell in Konkurrenz zur Corona-Virus-Testung. 

Unser Einsendelabor - eines der größten in Berlin/Brandenburg - bittet uns aktuell dringend um eine Reduktion der Anforderungen von PCR-Tests. Abgesehen von den fehlenden Materialien sind die Labor-Mitarbeiter*Innen seit März im absoluten Dauereinsatz und zunehmend erschöpft.

Aktuell konzentrieren wir uns deshalb im Sinne eines schonenden Ressourcen-Einsatzes auf die Untersuchung von Patienten mit Symptomen. Wir werden im Dezember, Januar und Februar keine frei buchbaren Termine zur Testung auf HIV und STI für GKV-versicherte Patienten anbieten.

Im Fall von Symptomen werden wir Ihnen natürlich weiterhin einen Termin zur Abklärung, PCR-Testung und Behandlung anbieten. Wenn Sie Beschwerden haben, die auf eine sexuell übertragbare Infektion hindeuten, schreiben Sie uns bitte eine email an: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de

Für privat Versicherte sind Terminbuchungen - auch für Screenings - über unsere Website weiterhin möglich, da ich in diesem Fall die Untersuchungen mit einem eigenen Gerät selbst in der Praxis durchführen, jedoch nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen kann. 

Wir bitten um Verständnis
Tobias Glaunsinger & Team

Liebe Patient*Innen,

hier einige Hinweise zu häufig gestellten Fragen:
 
Coronavirus-Test bei Symptomen: WANN?

Die medizinischen Labore kommen bezüglich der Coronavirus-Tests zunehmend an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Der PCR-Test ist ein technisch sehr aufwändiger, arbeits-, material- und kostenintensiver Test.
Um die vorhandenen Kapazitäten gezielt nutzen zu können, hat das Robert-Koch-Institut im November 2020 neue Kriterien veröffentlicht, welche Gruppen von Menschen mit Symptomen getestet werden sollten, und wer nicht. 

Getestet werden sollten Patienten mit Symptomen eines Atemwegs-Infekts, wenn:
- SCHWERE Erkrankungen vorliegen
- akut aufgetretene Störungen des GERUCHS-Sinns bestehen
- Symptome nach einem engem Kontakt mit einem Covid-19-Erkrankten auftreten
- folgende zusätzliche Kriterien bestehen:
- Pat. gehört einer Risikogruppe an
- Pat. arbeitet in Arztpraxis, Krankenhaus oder Pflegeheim
- Pat. hatte ein sehr hohes Infektionsrisiko
- Pat. hätte Infektion an viele Andere weitergeben können

Sie können mir bei der Einschätzung der Dringlichkeit eines Tests helfen, wenn Sie mir bei Erkältungsbeschwerden diesen Fragebogen ausfüllen und per email zurücksenden. 
 
NICHT getestet werden sollten:
Menschen mit leichten Symptomen ohne Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, für die o.g. Kriterien nicht zutreffen. 

In diesem Fall ist jedoch eine Coronavirus-Infektion nicht auszuschließen! Es sollte deshalb eine umgehende Isolation zu Hause für 7 Tage stattfinden!


Hierfür sind seit November auch wieder Krankschreibungen nach einer
Video-Konsultation, notfalls nach einem Telefonat mit dem Arzt möglich. 

Coronavirus-Test ohne Symptome: WANN?:

Ein Test bei Menschen ohne Symptome sollte nur sehr eingeschränkt erfolgen. Bitte beachten Sie die Hinweise oben zur stark angespannten Situation in den Labors.
Prinzipiell empfohlen - und die Kosten übernommen werden - bei Menschen ohne Symptome, wenn
- sie innerhalb der letzten 10 Tage engen Kontakt zu einem/einer an Covid-19 Erkrankten hatten
- die Corona Warn-App einen Risikokontakt innerhalb der letzten 10 Tage angezeigt hat
- es in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder einer Arztpraxis zu einem Ausbruch gekommen ist.

Seit dem 8.11.2020 ist ein Test bei Reiserückkehrern erst 5 Tage nach Rückkehr möglich. Einreisende sind bis dahin verpflichtet, sich unmittelbar nach der Rückkehr für 10 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben und sich bei den Gesundheitsbehörden anzumelden

Tests für Reiserückkehrer kann ich aus Kapazitätsgründen NICHT anbieten. Bitte wenden Sie sich ggf. an eine dieser Praxen

Tests für Reisende, die zur Einreise in ein anderes Land ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, kann ich in der Regel NICHT anbieten.  

Erkältung - Was jetzt?

Wenn Sie Erkältungsbeschwerden (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf-und Gliederschmerzen, Fieber...) haben UND in meiner HAUSÄRZTLICHEN Betreuung sind, empfehle ich folgendes Vorgehen: 

KOMMEN SIE bitte NICHT UNANGEMELDET IN DIE PRAXIS!
Wir kümmern uns gern um Sie! In einer Extra-Infektsprechstunde.
Hierfür bekommen Sie ggf. kurzfristig einen Termin von uns. 

Buchen Sie sich gern einen VIDEO-Akut-Termin.
Bei diesem Termin können wir kurz klären, ob eine weitere Untersuchung - ggf. ein "Corona-Test" nötig ist, oder ob eine Krankschreibung reicht. 

Senden Sie mir bitte diesen Fragebogen ausgefüllt per email zu.
Mithilfe dieser Informationen kann ich gut einschätzen, ob eine Testung nötig ist.
Zum Ausfüllen muss der Fragebogen nicht ausgedruckt werden. Die Ausfüll-Funktion eines PDF-Viewers (z.B. Acrobat Reader) reicht völlig. 

Sollten Sie beides nicht wünschen, können Sie uns auch gern anrufen (44 03 99 72) oder uns eine eMail schicken: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de

Patient*Innen, die nicht hausärztlich bei uns betreut werden, wenden sich bitet an Ihren Hausarzt! Sollten Sie keinen Hausarzt haben, so wenden Sie sich bitte bei der Sorge, an Covid-19 erkrankt zu sein, an eine Covid-19-Praxis
 
Corona-Warn-App meldet Risikokontakt: Was jetzt?

Wenn Sie eine Warnung über die Corona Warn-App erhalten haben UND in regelmäßiger HAUSÄRZTLICHER Behandlung bei mir sind, dann: 

KOMMEN SIE bitte NICHT UNANGEMELDET IN DIE PRAXIS!
Wir kümmern uns gern um Sie! In einer Extra-Infektsprechstunde.
Hierfür bekommen Sie ggf. kurzfristig einen Termin von uns. 

Buchen Sie sich gern einen VIDEO-Akut-Termin.
Bei diesem Termin können wir kurz klären, ob eine weitere Untersuchung - ggf. ein "Corona-Test" nötig ist.

Senden Sie mir bitte diesen Fragebogen ausgefüllt per email zu.
Mithilfe dieser Informationen kann ich gut einschätzen, ob eine Testung nötig ist.
Zum Ausfüllen muss der Fragebogen nicht ausgedruckt werden. Die Ausfüll-Funktion eines PDF-Viewers (z.B. Acrobat Reader) reicht völlig. 

Sollten Sie beides nicht wünschen, können Sie uns auch gern anrufen (44 03 99 72) oder uns eine eMail schicken: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de
 
Wenn Sie einen Kontakt zu einem/r Covid-19-Erkrankten hatten:

Wenn Sie Kontakt zu einem/einer an Covid-19 Erkrankten hatten UND sich in meiner HAUSÄRZTLICHEN Behandlung befinden, dann:

Senden Sie mir bitte diesen Fragebogen ausgefüllt per email zu.
Mithilfe dieser Informationen kann ich gut einschätzen, ob eine Testung nötig ist.Zum Ausfüllen muss der Fragebogen nicht ausgedruckt werden. Die Ausfüll-Funktion eines PDF-Viewers (z.B. Acrobat Reader) reicht völlig. 

Sollten Sie beides nicht wünschen, können Sie uns auch gern anrufen (44 03 99 72) oder uns eine eMail schicken: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de

Quarantäneregeln der Bezirke - Allgemeinverfügungen

Da die Berliner Gesundheitsämter bereits seit Mitte Oktober große Probleme haben, Infizierte und deren Kontaktpersonen zu kontaktieren und ihnen persönlich Quarantäneauflagen zu machen, haben die Berliner Bezirke Allgemeinverfügungen veröffentlicht. 

Hierin ist kurz gesagt beschrieben, dass 
- alle Personen mit einem positiven PCR-Test auf SARS-CoV-2 
- alle Personen mit Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung (Test ist erfolgt, Ergebnis steht noch aus)
- alle Personen mit engem Kontakt zu einem Covid-19-Infizierten 

verpflichtet sind, sich in die Heimisolation zu begeben und Kontakt zu ihrem zuständigen Gesundheitsamt aufzunehmen.  

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße 
Tobias Glaunsinger

Liebe Patientinnen und Patienten,                                                      Sonntag, 11.10.20


nach der sommerlichen Entspannung hat uns die Coronavirus-Pandemie mit Wucht wieder eingeholt. Spätestens jetzt sollte Jedem klar sein, dass die Gefahr einer zweiten Welle der Infektion real besteht. Diese wird durch die sinkenden Außentemperaturen gefördert. 

Ich habe mehrfach klar gemacht, dass ich keinen Zweifel an der Gefährlichkeit dieses Virus für bestimmte Gruppen der Bevölkerung habe. Auch für einen Teil meiner Patientinnen und Patienten. 
Auch wenn auch ich für meine Schutzmaßnahmen - die größtenteils auch gesetzlich vorgegeben sind - bereits von Patienten beschimpft und meine Praxis von diesen wutentbrannt verlassen wurde, werde ich diese im Interesse ALLER Patienten weiter konsequent durchsetzen. In Anpassung an die zunehmend schlechtere Möglichkeit, die Innenräume zu lüften, werde ich diese jetzt - mit dem erneuten Aufflammen der Infektionsaktivität - zudem weiter verstärken. 

Ich möchte, dass Ihr/Euer Besuch in meiner Praxis so sicher wie möglich ist!
Für Sie/Euch und für mein Team und mich.

Ich werde hier zunächst ein paar verbindliche Regeln aufzählen, die ich im unteren Teil des Textes begründen werde:

VERBINDLICHE REGELN für ALLE Patient*Innen:
 
KEIN UNKONTROLLIERTER ZUTRITT BEI SYMPTOMEN 
Bei
jeglicher Erkältungssymptomatik (Husten, Halsschmerz, Schnupfen...),
Fieber,
Kopf-/und Gliederschmerzen sowie bei einem
- neu aufgetretenen Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns
ist der Zutritt zur Praxis nur zu gesondert vereinbarten Terminen erlaubt.

Ohne vorherige Absprache eines solchen "Infekt-Termins" ist der Zutritt zu den Praxisräumen - auch bei Blutentnahme- oder Normalterminen - VERBOTEN

Bei entsprechenden Beschwerden bitte gern einen VIDEO-AKUT-Termin vereinbaren. Hierbei können wir klären, ob eine Untersuchung nötig oder/und ob eine alleinige Krankschreibung per Post möglich ist. Alternativ bitte vorherige Absprache via eMail: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de
oder unter Tel: 44039972
Bei entsprechenden Beschwerden NIE unaufgefordert in die Praxisräume kommen!

An der Eingangstür befindet sich ein Schild mit einer Klingel, die bei den o.g. Beschwerden (!) - in jedem Fall (auch bei einem Infekt-Termin) zu nutzen ist. Wir empfangen Sie/Euch dann an der Tür und geleiten Sie/Euch in einen getrennten Bereich der Praxis. 
 
KEIN UNKONTROLLIERTER ZUTRITT BEI RISIKOKONTAKT / POSITIVEM TEST
​​​​​​​Patient*Innen, die innerhalb der letzten 14 Tage
ein positives Covid-19-Test-Ergebnis erhalten haben oder
engen Kontakt mit einer positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Person hatten,

sind verpflichtet, uns dies im Vorfeld eines Besuchs in der Praxis mitzuteilen

Bei entsprechenden Konstellationen bitte gern einen VIDEO-AKUT-Termin vereinbaren. Alternativ bitte vorherige Absprache via eMail: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de oder unter Tel: 44039972
 
MUND-NASEN-SCHUTZ IST PFLICHT
Während des gesamten Aufenthalts in den Praxisräumen ist zwingend eine Mund-(UND!) Nasen-Bedeckung zu tragen!
Wir behalten uns vor, etwaige "Ausnahme-Atteste" auf ihren medizinischen Gehalt hin zu prüfen. Patient*Innen ohne Mund-Nasen-Bedeckung werden zum Schutz anderer Patient*Innen in jedem Fall abseits des Wartebereiches in der Praxis platziert. 

HÄNDE-DESINFEKTION
Am Praxis-Eingang und auf den Toiletten steht Händedesinfektionsmittel bereit. 
Jeder Patient ist angehalten, sich beim Eintritt in die Praxis die Hände zu desinfizieren.
 
ABSTAND HALTEN
Während des gesamten Aufenthalts in der Praxis ist - wann immer möglich - auf einen Abstand von 1,5 bis 2 Metern zu anderen Patient*Innen und Praxis-Mitarbeiter zu achten. 
 
PERSONENZAHL GERING HALTEN
Die Anzahl gleichzeitig anwesender Personen in den Praxisräumen sollte so gering wie möglich sein.

- Bitte kommen Sie/kommt erst kurz VOR Ihrem/Eurem Termin in die Praxis. Wir behalten uns vor, verspätet erscheinenden Patient*Innen ggf. einen neuen Termin zu geben. 

- Rezeptwünsche bitte im Vorfeld unter eMail: praxis@praxis-prenzlauer-berg.de mitteilen. Wir können dann die Rezepte vorbereiten und Ihnen/Euch schnell am Empfang aushändigen - ohne unnötiges Warten auf die nötige Arzt-Unterschrift. 

- Begleitpersonen (Ausnahme bei Pflegebedürftigen/Betreuten) ist das Warten in den Praxisräumen nicht gestattet.
 
VIDEO-SPRECHSTUNDEN
Nutzen Sie/nutzt bitte für reine Beratungen oder Befundbesprechungen unsere VIDEO-Sprechstunden.

Diese sind prinzipiell mit jedem smartphone, tablet oder Notebook/PC mit Mikrofon, Lautsprecher und Kamera möglich. Nach dem Wechsel der plattform ist die Einwahl noch einfacher. Eine Anleitung finden/t Sie/Ihr HIER

Folgende Termine bieten wir Ihnen in Form einer Video-Sprechstunde an:

Normal-Termin per VIDEO
Dieser Termin ist zum Beispiel für die Besprechung von Laborbefunden im Rahmen regelmäßiger Blutkontrollen bei chronischen Erkrankungen gut geeignet. 

AKUT-Termin per VIDEO
Dieser KURZ-Termin (5min) ist gut geeignet, um im Fall von akuten Beschwerden vorab zu klären, ob eine körperliche Untersuchung vor Ort in der Praxis nötig ist und wann diese stattfinden kann. 

WARUM das alles?
Unser Hygiene-Konzept erklärt: 

1. (Potenziell) Infizierte von potenziell gefährdeten Patienten trennen
Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist, die Untersuchung und Behandlung (mutmaßlich) SARS-CoV-2-infizierter Patient*Innen im Praxisalltag so sicher wie möglich von der Standard-Versorung aller anderen Patient*Innen zu trennen. Hierdurch soll bestmöglich verhindert werden, dass Nicht-Infizierte mit Infizierten in Kontakt kommen. 

Hierfür ist es zunächst ganz wichtig, dass Patient*Innen mit verdächtigen Symptomen und nach potenziellen Infektionssituationen nicht während der üblichen Standard-Termine in der Praxis erscheinen. Selbstverständlich kümmern wir uns weiter gern um Sie: Jedoch in einer getrennten Infekt-Sprechstunde, außerhalb unserer Standard-Sprechzeiten.
Diese Infekt-Termine werden in einem separaten Raum nach der regulären Sprechstunde durchgeführt. Bei diesen Terminen besteht die Möglichkeit - so ein Verdacht besteht - einen Abstrich auf SARS-CoV-2 zu machen.
Diese Termine stellen für mich ein Infektionsrisiko dar, weshalb ich Schutzkleidung tragen werde. Das ist anstrengend, ermüdend und sehr materialintensiv, weshalb ich die Anzahl dieser Termine auf ein nötiges Mindestmaß begrenzen möchte. Die Infekt-Termine sind nicht von Patient*Innen online selbst buchbar, sondern werden von den Praxis-Mitarbeitern vergeben. Voraussetzung ist eine vorherige Kontaktaufnahme der Patienten mit Symptomen zur Praxis. 

Wir empfehlen hierfür die Buchung eines VIDEO-Akut-Termins durch den/die Patienten/in. Bei diesem Termin kann kurz abgeklärt werden, ob eine körperliche Untersuchung - ggf. mit Abstrich - nötig, oder ob eine Krankschreibung per Post möglich ist. 
Alternativ können sich Patient*Innen mit Symptomen auch per eMail (praxis@praxis-prenzlauer-berg.de) oder Telefon (44 03 99 72) anmelden. 

Gleiches gilt für Patient*Innen, bei denen
- innerhalb der letzten 10 Tage ein Abstrich-Test auf das SARS-Coronavirus-2 positiv war oder die
- innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt zu einem/r SARS-Coronavirus-2-Infizierten hatten: KEIN unangemeldeter Zutritt in die Praxis! Unbedingt vorherige Anmeldung!

Patient*Innen, die dennoch mit Symptomen eines grippalen Infekts (Husten, Schnupfen, Fieber, Kopf-/Gliederschmerzen und/oder Geruchs-/Geschmacksverlust) in der Praxis erscheinen, ist der ZUTRITT VERBOTEN! 

Gleiches gilt für Patient*Innen, die einen Termin zur Infekt-Sprechstunde haben: KEIN EIGENSTÄNDIGER ZUTRITT ZUR PRAXIS!

An der Praxistür weist ein großes Schild noch einmal darauf hin:


Auf dem Schild ist ein Klingelknopf angebracht. Nach dem Klingeln werden Sie/werdet Ihr von unseren Mitarbeitern an der Eingangstür abgeholt und in das Untersuchungszimmer geleitet
Der Klingelknopf ist NUR BEI SYMPTOMEN oder nach Risikokontakten zu betätigen. Patient*Innen mit Standard-Terminen ohne Symptome kommen bitte OHNE zu klingeln in die Praxis. 

Sämtliche Praxis-Mitarbeiter sind verpflichtet, jegliche bei ihnen auftretende Symptome eines grippalen Infekts sowie Kontakte zu positiv Getesteten im privaten Umfeld umgehend der Praxisleitung zu melden. In diesen Fällen stehen sofort verfügbare PCR- und Antigen-Tests zum schnellen Ausschluss einer SARS-CoV-2-Infektion zur Verfügung und werden niedrigschwellig eingesetzt. 

2. Gefahr der Übertragung über Tröpfchen oder Aerosole minimieren
Die Übertragung des SARS-Coronavirus-2 erfolgt überwiegend durch Tröpfchen und Aerosole. In beiden Fällen handelt es sich um kleine Flüssigkeitstropfen, die Virus enthalten können. Beide entstehen beim Atmen, Sprechen, Singen und Husten/Niesen. Die größeren Tropfchen fliegen nur 1,5 bis 2 m weit und sinken nach kurzer Zeit zu Boden. Die kleineren Aerosole können sich längere Zeit in der Luft halten und dabei größere Distanzen zurücklegen. 

Masken, welche den Mund und die Nase (!) bedecken, können das Aus- und Einatmen von Tröpfchen und Aerosolen verringern. Alle Patient*Innen sind deshalb verpflichtet, während des gesamten Aufenthalts in der Praxis eine Bedeckung von Mund und Nase (!) zu tragen
Atemschutzmasken sollten dabei möglichst ohne Ausatemventil versehen sein, da dieses zu einer ungefilterten Freisetzung der Ausatemluft in die Umgebung führt. 

Alle Mitarbeiter*Innen mit direktem Kontakt zu Patienten (Labor) tragen FFP-2-Masken, um bestmöglich vor einer aerogenen Ansteckung geschützt zu sein. Mitarbeiter*Innen, die nicht direkt mit Patienten in Kontakt kommen (Anmeldung), tragen einen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz

Sämtliche Praxisräume werden - so es die Außentemperaturen zulassen - möglichst intensiv gelüftet. Hierdurch werden die Aerosole maximal verdünnt und das Risiko einer Virus-Übertragung durch die Luft minimiert. 
Um insbesondere bei kalter Witterung, die eine kontinuierliche Lüftung nicht zulässt, die Luftqualität zu überwachen, sind im Sprechzimmer, im Labor und im Wartezimmer CO2-Messgeräte installiert worden. 

 ​​​​​​​


Diese Messgeräte erfassen - auch optisch in Form einer Ampel - die Luftqualität. Spätestens beim Überschreiten von 1.000 ppm CO2 in der Raumluft springt die Ampel auf ROT und eine Lüftung sollte dringend erfolgen. Meine Mitarbeiter und ich werden diese Meßgeräte beachten und eine rechtzeitige Lüftung veranlassen. 

Zudem wurde für das Wartezimmer ein HEPA-Luftfilter angeschafft. Dieses Gerät filtert die Raumluft und entfernt kleine Partikel bis hin zu Viren aus der Raumluft. Das Gerät ist mit Sensoren ausgestattet, erfasst dadurch die Belastung der Luft und passt seine Lüftungsintensität daran an. 



3. Gefahr der Übertragung über Oberflächen minimieren
Wenngleich deutlich weniger häufig, kann das Virus auch über das Berühren kontaminierter Oberflächen übertragen werden. Hierbei stellen die Hände die wichtigste "Oberfläche" für die Kontaktinfektion - früher "Schmierinfektion" genannt - dar. 

Aus diesem Grund wird aus sämtliches Händeschütteln verzichtet. Wir empfangen Sie/Euch mit einem Lächeln. 

Am Eingang sowie auf den Toiletten - und selbstverständlich in allen Behandlungszimmern - stehen Desinfektionsmittelspender für die Händedesinfektion bereit. 
Jede/r Patient/in wird gebeten, sich beim Eintritt in die Praxis die Hände zu desinfizieren.

Sämtliche Türklinken, Stühle und Untersuchungsliegen werden täglich - spätestens nach jeder Sprechstunde - mit einem Flächendesinfektionsmittel gereinigt. 

4. Besonders gefährdete Patienten besonders schützen
Die Covid-19-Erkrankung stellt für einige Patienten ein besonders hohes Risiko für eine schwere gesundheitliche Schädigung dar. 

Dies betrifft insbesondere
- Menschen über (60 bis) 70 Jahre
- Patienten mit
   - schlecht kontrolliertem Bluthochdruck
   - Durchblutungsstörungen des Herzens / Herzinfarkten
   - Herzschwäche (Herzinfuffizienz)
   - chronischen Lungenerkrankungen wie schwerer COPD und
     schlecht kontrolliertem Asthma bronchiale
   - schlecht kontrolliertem Diabetes mellitus
   - schweren Nieren- und Lebererkrankungen (Leberzirrhose etc.)
   - stark eingeschränkter Immunfunktion (unbehandelte HIV-Infektion mit unter 200
     Helferzellen, Einnahme immunsupprimierender Medikamente...)
   - starkem Übergewicht

Wir werden Patient*Innen mit entsprechenden Risikofaktoren für einen besonders schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung deshalb noch einmal gesondert schützen, indem wir Ihnen/Euch gesonderte Wartebereiche - abseits der anderen wartenden Patienten - zuweisen. Wir bitten darum, dies als bestmögliche Fürsorge für Ihre/Eure Gesundheit zu verstehen und nicht als Ausgrenzung. 

5. Anzahl von Kontakten reduzieren
Das wesentliche Element der Ausbreitung von SARS-CoV-2 stellen Kontakte zwischen Menschen dar. Eine maximal mögliche Reduktion von Mensch-Mensch-Kontakten ist DER wesentliche Faktor zur Verminderung der Virusausbreitung.  

Ich ermuntere meine Patienten explizit dazu, das Angebot an VIDEO-Sprechstunden zu nutzen. Hierdurch sind kontaktfreie Arzt-Patienten-Konsultationen möglich. Wann immer nur eine sprechende Interaktion zwischen Arzt und Patient nötig ist (Befundbesprechungen, Beratungen) ist dies durch einen VIDEO-Termin einfach und für beide sicher möglich. 
Der Gesetzgeber hat die eigentlich gedeckelte Anzahl möglicher Video-Sprechstundentermine bis zum Jahresende von Limitationen befreit. VIDEO-Sprechstunden sind also bis zum Jahresende unbegrenzt möglich. 

Wenn Vor-Ort-Termine in der Praxis nötig sind, so sollten diese zu möglichst wenig Kontakten zwischen Patienten sowie zwischen Patienten und Praxis-Mitarbeitern führen.
Dies wird erreicht durch
- eine Vergrößerung von Sitz-Abständen im Wartezimmer durch Reduktion der Stühle
- das Verteilen weiterer Sitzmöglichkeiten in den Gängen der Praxis 
- die Vergrößerung zeitlicher Abstände zwischen den Terminen, was zu einer zeitlichen Entzerrung gleichzeitig anwesender Patienten in der Praxis führt
- das bestmögliche Verhindern von längeren Wartezeiten durch zeitnahes Erscheinen von Patienten kurz vor ihrem Termin, ggf. das Abweisen und neu Terminieren verspätet erscheinender Patienten sowie durch bestmögliche Termintreue seitens des Praxis-Teams
- das wan immer mögliche Einhalten von Mindest-Abständen von 1,5 bis 2 m zwischen Personen in der Praxis
- das Verbot von Begleitpersonen in der Praxis (Ausnahme: Pflegebedürftige und Betreute)

Liebe Patientinnen und Patienten, der kommende Herbst und Winter werden wahrscheinlich noch einmal große Anstrengungen von uns allen erfordern, um die Ausbreitung des SARS-Coronavirus-2 bestmöglich zu verhindern. Ich kann Sie und Euch nur bitten, nicht nachlässig oder "Corona-müde" zu werden - so sehr ich das verstehe! Es nervt! Mich auch! Gemeinsam schaffen wir das!

Ihr/Euer 
​​​​​​​Tobias Glaunsinger

Liebe Patientinnen und Patienten,


mit großer Freude habe ich wahrgenommen, dass sich viele von Ihnen/Euch für meine Versuche interessiert haben, etwas Klarheit in den Dschungel an Informationen über das neue Coronavirus zu bringen. Die positiven Rückmeldungen bestärken mich, von Zeit zu Zeit weitere Updates zu liefern und insbesondere auch häufig gefragte Themen anzusprechen. Der Übersichtlichkeit halber fasse ich meine bisherigen Veröffentlichungen schrittweise mit neuen zusammen und werde alles etwas besser gliedern:  


Chronologie

 
Mitte Dezember 2019 kommt es in der zentralchinesischen Stadt Wuhan zu einer Häufung von schweren Lungenentzündungen ohne nachweisbare Erklärung.

Am 30.Dezember 2019 warnt Li Wenliang, ein Augenarzt aus einem Krankenhaus in Wuhan, seine Kollegen in sozialen Netzwerken vor dem mutmaßlichen Ausbruch eines neuartigen Virus, welches SARS-artige Erkrankungen mache. Er wird am 3. Januar 2020 unter Androhung von Strafen zum Schweigen gebracht. Er selbst wird am 12. Januar 2020 ins Krankenhaus aufgenommen, nachdem er Husten, Fieber und Luftnot bekommen hatte. Später wird bei ihm Covid-19 diagnostiziert. Er stirbt am 6. Februar 2020.

Am 31. Dezember 2019 melden die chinesischen Behörden an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass ein unbekannter Erreger als Ursache der gehäuften Lungenentzündungen vermutet wird. Es wird spekuliert, dass der Erreger auf dem Huanan Seafood Wholesale Market“ von Tieren auf Menschen übergegangen sei, da ein Großteil der ersten Erkrankten einen Zusammenhang mit dem Markt hatten.

Am 7. Januar 2020 wird ein bis dato unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren als Grund der Infektionen identifiziert. Es wird zunächst als „neuartiges CoronaVirus (2019-nCoV) bezeichnet“.

Am 12. Januar 2020 wird das Genom des Virus entschlüsselt und veröffentlicht. Kurze Zeit später wird das erste Nachweisverfahren – unter anderem von Forschern aus der Berliner Charité – entwickelt.

Am 21. Januar 2020 wird der erste Fall in den USA bekannt.

Am 23. Januar 2020 verhängt die chinesische Regierung in Wuhan und der Region Hubei drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und startet ein bis dahin nie dagewesenes, extrem aufwändiges Programm zur Seuchenkontrolle.

Am 24. Januar 2020 sind bereits 830 Infektionen in 9 Ländern außerhalb Chinas bekannt. Die ersten Fälle in Europa werden aus Frankreich berichtet.

Am 28. Januar 2020 wird die erste Infektion in Deutschland im Landkreis Starnberg/Bayern berichtet. Ein Mann aus einem Autozulieferer-Betrieb hat sich während des Besuchs einer chinesischen Kollegin an dieser infiziert. Der Ausbruch kann zunächst gut kontrolliert werden.

Am 30. Januar 2020 erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektion zum Globalen Gesundheitsnotstand. Am gleichen Tag wird eine Frau aus Bayern positiv getestet, nachdem sie sich wenige Tage zuvor in Tirol auf einer Berghütte aufgehalten hat.

Am 04. Februar 2020 wird ein Kreuzfahrtschiff, die „Diamond Princess“ im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt, nachdem auf dem Schiff 10 Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekannt wurden. In den nächsten zwei Wochen infizieren sich mindestens 700 Menschen auf dem Schiff, 4 sterben.

Am 8. Februar 2020 kommt es zu einem Ausbruch in Südkorea, nachdem es bei einer Massenhochzeit einer Sekte zu vielen Ansteckungen gekommen ist. Südkorea wird in den kommenden Wochen zu einem der am stärksten betroffenen Länder.

Am 11. Februar 2020 erhält das neuartige Coronavirus einen offiziellen Namen: SARS-CoV-2. Die Erkrankung, die durch das Virus ausgelöst wird, bekommt den Namen Covid-19, abgeleitet von CoronavirusDisease und dem ersten Auftreten im Jahr 2019.

Am 15. Februar 2020 nimmt ein Paar in Gangelt (Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfahlen) an einer Karnevalssitzung teil. Das Paar hat sich zuvor unwissentlich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Diese Karnevalssitzung gilt als Ausgangspunkt eines der stärksten lokalen Ausbrüche in Deutschland.

Am 19. Februar 2020 findet in Bergamo (Norditalien) ein Fußballspiel im Rahmen der Champions League zwischen den Clubs Atalanta Bergamo und FC Valencia statt. 44.000 italienische und 2.000 spanische Fußballfans reisen für dieses Spiel an. Die An- und Abreise in Bussen von/nach Milano, das stundenlange Verweilen im Stadion und ausgelassene Feiern nach dem Spiel in überfüllten Bars wird von einigen Epidemiologen als „biologische Bombe“ bezeichnet. Ob dieses Spiel die in den kommenden Wochen folgenden massiven Coronavirus-Ausbrüche in Bergamo und Norditalien sowie in Spanien angeheizt hat, ist nicht sicher belegt. Die Vermutung liegt jedoch sehr nah…

Am 20.Februar 2020 wird der erste Patient mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auf eine Intensivstation ins Codogno Hospital (Region Lombardei, Norditalien) aufgenommen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden erhöht sich die Anzahl der Patienten bereits auf 36. Die Epidemie in Italien hat begonnen.

Am 21. Februar 2020 sind in China mindestens 75.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 2.200 sind daran gestorben.

Am 23.Februar 2020 ist Italien das am stärksten betroffene Land Europas – mehrere Städte in Norditalien werden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wird abgebrochen.

Am 25. Februar 2020 wird das Virus bei einem Mann in Göppingen/Baden-Württemberg festgestellt, der zuvor in Mailand gewesen ist.

Am 26. Februar 2020 sind in Italien mehr als 150 Menschen infiziert. Österreich stellt den Zugverkehr mit Italien ein. Drei weitere Infektionsfälle werden aus Baden-Württemberg gemeldet. Alle Infizierten hatten sich zuvor in Norditalien aufgehalten.

Am 27. Februar 2020 berichtet die Stadt Heinsberg von 20 bestätigten Infektionen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Erkrankten während der Karnevalssitzung am 15. Februar 2020 angesteckt haben. Sechs weitere Infektionen werden aus Baden-Württemberg, je eine aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg sowie 14 aus NRW gemeldet.

Am 28. Februar 2020 gibt es in ganz Deutschland nachgewiesene Infektionen. Schwerpunkte sind Ausbrüche in Heinsberg, Bayern und Baden-Württemberg. Im Kreis Heinsberg sind jetzt 37 Infektionen nachgewiesen, die alle auf das infizierte Ehepaar auf der Karnevalssitzung am 15. Februar zurückzuführen sind. Am Tag darauf sind es bereits 60 Fälle.

Am 1. März 2020 wird der erste Fall aus Berlin gemeldet. Das Überraschende: Es war ein Zufallsfund. Der Patient stellte sich mit grippalen Beschwerden in einer Notaufnahme vor, wurde jedoch nach kurzer Behandlung wieder nach Haus entlassen. Bei einem parallel zu einem Test auf Influenza durchgeführten Test auf SARS-CoV-2 wurde die Coronavirus-Infektion – zufällig – nachgewiesen.

Am 2. März 2020 gibt es 150 Infizierte in Deutschland. Bereits am 6. März werden es 500 sein. Der erste Fall in Brandenburg wird bei einem Mann festgestellt, der sich zuvor in Südtirol aufgehalten hatte.

Am 9. März 2020 wird in ganz Italien eine Reisebeschränkung und eine weitgehende Ausgangssperre verhängt. Das gesamte Land wird zur Sperrzone erklärt. In Deutschland gibt es die ersten beiden Todesfälle, einer davon in Gangelt, Kreis Heinsberg.

Am 11. März 2020 erklärt die WHO offiziell, dass es sich um eine Pandemie handelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht das Thema zur Chefsache und erklärt erstmals, dass sich wahrscheinlich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung mit dem Virus infizieren werden.

Am 13. März 2020 wird der erste Fall aus einem Pflegeheim in Wolfsburg/Niedersachsen gemeldet. Im Verlauf werden mindestens 79 Bewohner positiv getestet, 27 sterben.

Am 20. März 2020 beschließen Bayern und das Saarland erste Ausgangsbeschränkungen.

Am 21. März 2020 meldet Italien 793 Todesfälle durch Covid-19. Die Kliniken in Bergamo sind völlig überlastet.

Am 22. März 2020 sind in Deutschland mehr als 18.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, davon 55 gestorben. Der Bund beschließt ein weitgehendes Kontaktverbot.

Am 27. März 2020 wird bekannt, dass sich der britische Premierminister Boris Johnson, der noch vor kurzem die Infektion verharmlost und Kontaktbeschränkungen abgelehnt hat, an Covid-19 erkrankt ist. Einige Tage später wird er erst ins Krankenhaus, kurz darauf auf eine Intensivstation aufgenommen.

Am 30. März 2020 lässt die US-Marine ein Lazarettschiff mit 1.000 Betten im Hafen von New York City anlegen, weil die Krankenhäuser überlastet sind. Zuvor war bekannt geworden, dass mitten in New York City Leichen in Kühlwagen gelagert werden, weil die Kapazität der Leichenhallen und Bestatter überschritten wurde.

Am 31. März 2020 bezeichnet der UN-Generalsekretär Guterres die Coronavirus-Infektion als die größte Herausforderung an die Welt seit dem 2. Weltkrieg.

Am 08. April 2020 sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen mit dem Virus infiziert oder haben die Infektion überstanden. 1.816 sind infolge Covid-19 gestorben. Eine beeindruckende Grafik zur Ausbreitung in Deutschland finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland#/media/Datei:COVID-19_spread_in_Germany_(27_February_to_22_March_2020).gif

Am 23. April 2020 veröffentlicht die New York Times Daten zur Übersterblichkeit, also zur das erwartete Maß übersteigenden Sterblichkeit in verschiedenen Ländern: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html

Am 24. April 2020 berichtet das Projekt Euromomo („European Mortality Monitoring Project“), welches die Sterblichkeitsstatistik in Europa erfasst, dass die Coronavirus-Epidemie tödlicher ist als die Grippe. Ein großer Teil der europäischen Länder melden eine mehr als 15-fach erhöhte Sterblichkeit verglichen den für diese Zeit üblichen Sterberaten. Allein in der 13. Kalenderwoche seien in den meldenden Ländern 18.000 Verstorbene zusätzlich gezählt worden als im Mittel der vorangehenden Jahre in der gleichen Kalenderwoche. Die eindrucksvollen Daten finden Sie hier: https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/


Das Virus

Der Erreger von Covid-19 – SARS-CoV-2 gehört zur Gruppe der Coronaviren. Diese haben ihren Namen aufgrund ihres Aussehens. In ihrer Hülle befinden sich stachelartig nach außen gerichtete Eiweiße („spike“-Proteine), welche die Viren wie mit einer Krone (lateinisch „Corona“) geschmückt aussehen lassen. Die Virusgruppe ist seit den 1960er Jahren als Auslöser von Infektionen bei Menschen und Tieren bekannt.

Als krankmachend („pathogen“) für den Menschen waren bis Ende letzten Jahres sieben Vertreter bekannt. Vier sind typische Auslöser von Erkältungskrankheiten (HCoV-229E, HCov-NL63, HCoV-OC43, HKU1). Sie sind jedes Jahr für bis zu 15% der Erkältungsinfekte verantwortlich. Ein weiteres der bereits bekannten Coronaviren – HECoV – kann Darminfektionen (Durchfall) auslösen.

Im Jahr 2002/2003 kam es zu einem Ausbruch eines bis dahin nicht bekannten, zu diesem Zeitpunkt „neuartigen“ Coronavirus, welches zu einer akuten schweren Infektionen der Atemwege bei Menschen (Severe Acute Respiratory Syndrome) geführt hat. Das auslösende Virus wurde SARS-CoV genannt. Die meisten Fälle wurden in China, Taiwan, Singapur und Hongkong registriert. Außerhalb von Asien war Kanada mit 251 Fällen am stärksten betroffen. Die Ausbreitung dieses SARS-Virus kam 2003 zum Stehen und seitdem traten keine erneuten Ausbrüche auf. Im Rahmen der Epidemie kam zu 8.096 bekannten Infektionen und zu 774 Todesfällen (Fallsterblichkeit 9,5%).

Im Jahr 2012 kam es erneut zu einer Häufung akuter schwerer Lungenentzündungen mit einem SARS-ähnlichen Krankheitsbild, diesmal auf der arabischen Halbinsel. Schnell wurde ein weiteres, zu diesem Zeitpunkt „neuartiges“ Coronavirus als Auslöser identifiziert. Das bevorzugte Vorkommen der Erkrankung auf der arabischen Halbinsel führten zur Namensgebung Middle East Respiratory Syndrome. Das auslösende Virus wurde als MERS-CoV bezeichnet. Neben einem größeren Ausbruch 2015 in Südkorea, wohin das Virus durch einen Reisenden von der arabischen Halbinsel eingeschleust wurde, fanden (und finden) die meisten Infektionen in Saudi-Arabien statt. Ende Februar 2020 waren der WHO insgesamt 2.519 Erkrankungen bekannt, von denen 866 zum Tode führten (Fallsterblichkeit 34%).

Das jetzt neuartige Coronavirus hat die größte Ähnlichkeit mit dem SARS-Erreger. Dies hat jetzt zur Namensgebung SARS-CoV-2 geführt. Es stammt ursprünglich – genau wie SARS-CoV – aus dem Tierreich. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist es von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden. Wie und wann der Übertritt zum Menschen erfolgte und ob es ein weiteres Tier (Pangolin?) als Bindeglied dieser Übertragungskette gegeben hat, ist noch immer nicht endgültig geklärt.

Im Gegensatz zum „alten“ SARS-CoV ist das neue SARS-CoV-2 sehr viel leichter von Mensch zu Mensch übertragbar. Während sich SARS-CoV vor allem in der Lunge vermehrt, findet beim „neuen“ SARS-CoV-2 – zumindest zu Beginn der Erkrankung – eine sehr starke Vermehrung im Rachen statt. Es kommt zu sehr hohen Viruskonzentrationen in Mund-Rachen-Nasen-Sekreten (Speichel etc.). Folglich kann eine Übertragung durch kleinste Tröpfchen, die beim Husten und Niesen, aber auch beim Sprechen, Singen und Atmen entstehen, erfolgen. SARS-CoV-2 ist ein behülltes Virus, das heißt es besitzt eine (sehr empfindliche!) Membran. Dadurch ist es sehr empfindlich gegen Austrocknung, Hitze, Desinfektionsmittel und Seifen.

Übertragung & Ausbreitung


Wann ist man infektiös?
Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, sind meist nur in einem relativ kurzen Zeitfenster (7 Tage) im Rahmen normaler sozialer Kontakte infektiös. Davon abzugrenzen sind zusätzlich besondere Ansteckungsrisiken im medizinischen Bereich – beispielsweise bei einer Intubation oder einer Endoskopie der Bronchien (Bronchoskopie).

Im Bereich der Alltagskontakte besteht bereits 1-2 Tage VOR dem Auftreten der ersten Symptome bei einem Infizierten die Gefahr, das Virus auf andere zu übertragen!
Es können also auch Menschen andere anstecken, die sich selbst für gesund halten!
Es wird sogar geschätzt, dass der Tag VOR dem Beginn der ersten Symptome der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ist, das Virus auf andere zu übertragen! Etwa 44% – fast die Hälfte (!) – aller Übertragungen findet statt, BEVOR der Virusträger seine eigene Infektion in Form von Symptomen bemerkt!  

Einmal mit Symptomen erkrankt, lässt die Gefahr, andere anzustecken recht schnell nach. Forscher aus München und aus der Charité haben anhand intensiver Untersuchungen an Infizierten zeigen können, dass sich das Virus nur in den ersten Tagen stark im Rachen vermehrt.  Später im Krankheitsverlauf verlagert sich die Virusvermehrung zunehmend in die Lungen. In den ersten fünf Tagen mit Symptomen konnte man das Virus aus dem Rachen gut nachweisen, danach zunehmend seltener. „Lebendes“ = infektiöses Virus ließ sich aus dem Rachen in Zellkultur nur innerhalb der ersten vier symptomatischen Tage anzüchten. Man kann also vermuten, dass es für soziale Kontakte ein infektiöses Zeitfenster gibt, welches 2 Tage vor Beginn der Symptome beginnt und bis etwa 5 (maximal 8) Tage nach Beginn der Symptome anhält. Jenseits dieser Zeiten ist eine Ansteckung – zumindest bei leichtem bis moderaten Krankheitsverlauf, also ohne Notwendigkeit eines Krankehausauftenthalts, im Rahmen sozialer Kontakte – unwahrscheinlich. Bei medizinischen Maßnahmen – zum Beispiel bei einer Intubation oder einer Bronchoskopie – hat der Arzt direkten Zugang zu den tiefen Atemwegen in der Lunge, in denen sich das Virus auch später noch sehr stark vermehren kann. Hier ist – auch später noch – von einer Infektionsgefahr auszugehen!


Abstand & Mundschutz!
Die Übertragung durch kleinste Tröpfchen in der Luft gilt als wichtigster Übertragungsweg! Diese Tröpfchen entstehen sehr zahlreich beim Husten/Niesen, aber auch beim Sprechen, Singen und atmen. Da sich zumindest die größeren Tröpfchen zumeist nur in einem Radius von 1,5 ( bis 2) Metern um den infizierten Menschen ausbreiten, gilt die Beachtung eines Mindestabstands zu anderen Menschen als sehr effektive Maßnahme, um sich vor einer Infektion durch Einatmen dieser Tröpfchen zu schützen. Dieser Abstand ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen es nur zu einem geringen Austausch der umgebenden Luft (geschlossene Räume!) kommt. Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung durch die Luft geringer, weil die Luft stärker ausgetauscht, das Virus dadurch verdünnt wird. Dennoch: Auch im Außenbereich verringert ein Mindestabstand zu anderen Menschen die Infektionsgefahr!

„Chirurgische“ Atemmasken (Mund-Nasen-Schutz) oder (selbstgenähte) Baumwoll-/Stoffmasken hindern vor allem größere Tröpfchen daran, vom Maskenträger in die umgebende Luft abgegeben zu werden. Sie stellen also vor allem einen Schutz für die Menschen in der Umgebung des Trägers dar. Zu einem gewissen Grad ist jedoch auch der Träger dieser Art von Masken vor dem Einatmen infektiöser Tröpfchen geschützt. Dieser Schutz ist jedoch nicht vollständig! Zum einen könnten kleinste Tröpfchen durch den Stoff hindurchdringen, zum anderen könnten diese beim Atmen am (nicht dicht das Gesicht abschließenden) Rand der Maske vorbei „angesaugt“ werden. Dennoch: Auch wenn diese Masken keinen hundertprozentigen Schutz bieten, so sind sie dennoch sinnvoll! Vor allem zum Schutz der anderen, jedoch auch etwas zum Selbstschutz. Und wenn mein Gegenüber und ich eine Maske tragen, haben beide etwas von beiden Effekten. Prägnanter als im vorliegenden Text kann man es nicht zusammenfassen:

Wichtig ist dennoch, an einen Mindestabstand zu anderen zu denken!

Im Gegensatz zum Mund-Nasen-Schutz – egal ob als Einwegartikel oder waschbar aus Stoff – gibt es professionelle, filtrierende Masken. Diese Schutzmasken müssen – je nach Bauart – 80% (FFP-1), 95% (FFP-2 oder KN95) und 99% (FFP-3) der in der Einatemluft enthaltenen Partikel bis zu einer bestimmten Größe herausfiltern. Wichtig dafür ist ein dicht abschließender Sitz der Maske auf der Gesichtshaut! Ein Vollbart macht das richtige Tragen dieser Masken beispielsweise nahezu unmöglich. Hinzu kommt, dass der dichte Abschluss dieser Masken, verbunden mit dem erhöhten Atemwiderstand durch das Filtergewebe, das Atmen deutlich erschwert. 

Im Privatbereich sind diese filtrierenden Masken kaum nötig – besonders gefährdete Gruppen vielleicht ausgenommen. Hinzu kommen die hohen Ansprüche an den sicheren, dicht abschließenden Sitz und das zuweilen deutlich erschwerte Atmen. Eine FFP-Maske auf einem Vollbart oder unter Aussparung er Nase getragen ist sinnlos!


Desinfektionsmittel?
Daneben sind Infektionen über kontaminierte Oberflächen möglich. Im Privathaushalt ist die Nutzung von Desinfektionsmitteln jedoch NICHT erforderlich und nicht ratsam! Dies gilt auch in Zeiten von SARS-2. 

Die umhüllten (mit einer sehr empfindlichen (!), für das Virus äußerst wichtigen Membran umgebenen) Coronaviren sind außerhalb des Körpers sehr leicht durch Austrocknung, Hitze und Seife unschädlich zu machen.
Gründliches Händewaschen mit Seife sowie normales Reinigen von Oberflächen mit Haushaltreinigern und von Wäsche mit üblichen Waschmitteln reicht meist aus, um das Virus zumindest massiv zu schädigen und zu reduzieren. Bei allen Infektionen ist es nie der einzelne Erreger, der eine Infektion auslöst, sondern eine mindestens nötige Erregermenge (Infektionsdosis), die zum Auslösen einer Infektion übertragen werden muss. Deshalb ist es nicht nötig, jedes Virus unschädlich zu machen. Dies wird einem auch so gut wie nie gelingen.

Da nur eine intakte Haut eine gute Barriere gegen Bakterien und Viren darstellt, sollte man bei häufigem Händewaschen an die regelmäßige Nutzung von Handcremes denken!

Desinfektionsmittel sind in Arztpraxen und Krankenhäusern wichtig, wo sich Ärzte und Pflegekräfte nicht nach jedem Patientenkontakt die Hände waschen KÖNNEN. Auch die beste Haut hält es nicht aus, sich fünfzig oder mehr mal am Tag die Hände zu waschen. Da jedoch auch Desinfektionsmittel auch im medizinischen Fachhandel aktuell nur schwer zu bekommen sind, kann ich nur an Sie alle appellieren: Waschen Sie sich gründlich mit Seife die Hände und lassen Sie die verfügbaren Desinfektionsmittel für das medizinische Personal! Sie werden uns potenziell brauchen!


Handschuhe?
Immer öfter sehe ich Menschen beim Einkaufen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch als Patienten in der Praxis mit Einweghandschuhen. Hiervor kann ich nur dringend warnen und nachdrücklich empfehlen, diese „hygienische Sauerei“ sein zu lassen!

Einweghandschuhe sind nie ein Ersatz für Händehygiene! Auch ein Chirurg muss sich gründlich die Hände waschen und desinfizieren bevor er die Operationshandschuhe anzieht und nachdem er sie wieder auszieht. Einweghandschuhe sind nur für eine KURZE TRAGEZEIT und nie als Alternative zum Händewaschen/Händedesinfektion gedacht! Sie dienen lediglich dazu, den direkten Kontakt der Hände mit potenziell infektiösen, giftigen, schädigenden oder ekelerregenden Stoffen und Ausscheidungen zu verhindern. Wichtig ist die Händereinigung vor und nach dem Tragen der Handschuhe und eine KURZE Tragezeit!

Werden diese Handschuhe über längere Zeit getragen, kommt es unweigerlich zum Schwitzen der Haut in/unter den Handschuhen. Dies führt zu einer Schädigung der für eine Infektionsabwehr wichtigen Barrierefunktion der Haut. Hinzu kommt, dass sich in dem warm-feuchten Millieu schnell eine Vielzahl von Keimen vermehren können. Diese können dann über die aufgeweichte Haut mit geschädigter Barrierefunktion schnell in den Körper eindringen. Somit sind diese Handschuhe nicht nur nicht hilfreich, sondern potenziell sogar schädlich!

Obendrein sind viele Einmalhandschuhe gar nicht für ein längeres Tragen ausgelegt und werden schnell porös. An einen OP-Handschuh werden höhere Materialansprüche angelegt als an einen medizinischen Schutzhandschuh und dieser muss mehr aushalten als ein nicht als Medizinprodukt geprüfter Handschuh aus dem Supermarkt...

Zusammenfassend kann man sagen, dass folgende Regeln gut geeignet sind, um die Gefahr der eigenen Infektion und die der Umgebung zu vermindern:

Hustenetikette

Husten und Niesen Sie immer in die Ellenbeuge, nicht in die Hand und nie frei in die Luft! Dies gilt auch, wenn Sie einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP-Maske tragen!      
Durch die hohen Luftgeschwindigkeiten beim Husten können Coronaviren selbst durch FFP-Masken nach Außen in die (Raum-)Luft gelangen! Und ein Teil des Virus kann sich in sehr kleinen Tröpfchen (Aerosol) über mehrere Stunden in der Raumluft aufhalten (und potenziell infektiös sein).    
Ein sehr anschauliches Experiment der Bauhaus-Universität zeigt, warum diese kleinen Maßnahmen so wirksam sein können: https://vimeo.com/399120258

Abstand halten           

Halten Sie – wann immer möglich – einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Ihren Mitmenschen.          
Hiervon ausgenommen sind Lebenspartner und Angehörige des eigenen Haushalts. Diese sind zwar durchaus auch gefährdet, sich an Ihnen – oder diese Sie – anzustecken. In Partnerschaften und im eigenen Haushalt ist das Risiko einer Ansteckung durch das enge Zusammenleben jedoch so hoch, dass man dies durch eine Abstandsregelung kaum senken kann.     
Etwas anders verhält es sich mit Angehörigen, die ein (sehr) hohes Risiko haben, besonders schwer an einer Covid-19-Infektion zu erkranken. Hier könnten das Schlafen und der Aufenthalt in getrennten Zimmern einer Wohnung und ggf. das getrennte Essen das Risiko einer Übertragung – und damit einer Gefährdung des besonders gefährdeten Angehörigen – vermindern helfen.

Meiden von Menschenansammlungen / zu Hause bleiben      

Je weniger Kontakt Sie zu potenziellen Virusträgern haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.           

Häufiges Lüften          

Je stärker die Luft in einem Raum ausgetauscht wird, desto mehr wird ein in der Luft enthaltener Stoff verdünnt. Lassen Sie also öfter mal die „dicke Luft“ raus!

Händehygiene

Waschen Sie sich häufiger gründlich die Hände, insbesondere wenn Sie im Außenbereich Gegenstände berührt haben (Türklinken, Einkaufswagen…). Achten Sie auf die Hautpflege mit einer Handcreme! Aber bitte: KEINE EINWEGHANDSCHUHE!

Nicht ins Gesicht fassen          

Die Schleimhäute der Augen, der Nase und des Mundes sind potenzielle Eintrittspforten für Coronaviren. Versuchen Sie sich zu disziplinieren, sich nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen. Dies gilt insbesondere in Umgebungen, in denen man kontaminierte Oberflächen (Türklinken, Einkaufswagen…) angefasst haben könnte. Hierdurch könnte das Virus von der Hand ins Gesicht und weiter ins Auge, Mund oder Nase „verschmiert“ werden. Achten Sie bitte auch darauf, die Innenseite Ihrer Schutzmaske niemals mit den (kontaminierten) Fingern zu berühren!
 

Ausbruch – Epidemie – Pandemie:
Unterschiede und deren Bedeutung


SARS-CoV-2: neues Virus trifft auf unvorbereitetes Immunsystem
SARS-CoV-2
ist ein für den Menschen neues, bisher nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkulierendes Virus. Dies bedingt, dass sich die Immunsysteme der Menschen noch nie mit diesem Virus auseinandergesetzt haben – die Menschen sind bezogen auf dieses Virus „immunologisch naiv“. Es gibt also zum Beginn der Pandemie in der Bevölkerung noch keinerlei Immunität gegen das Virus.

Dies ist wichtig, um zu verstehen, dass sich das Virus deshalb sehr schnell in der Population ausbreiten kann. Die Immunsysteme der Menschen haben dieses und sehr eng verwandte Viren bisher nie gesehen und werden quasi „überrascht“. Da jede Immunreaktion gegen einen bisher unbekannten Erreger - also das "Erkennen" des Eindringlings und die Bildung von Abwehrkräften - zunächst ein paar Tage Zeit braucht, kann sich das Virus im Körper der Infizierten zunächst ungehemmt vermehren. Hierbei kommt es zu sehr hohen Virus-Konzentrationen. Diese treten im Fall von SARS-CoV-2 ausgerechnet in den (leicht in die Umgebung freigesetzten) Rachensekreten auf. Hierdurch ist vor allem in den ersten Tagen der Infektion eine sehr leichte Übertragung auf andere Menschen – die sich wiederum über die Aufnahme des Virus in den Nasen-Rachen-Raum infizieren – möglich. 

Genau hierin liegt der wesentliche Unterschied zu einer Infektion mit den anderen „bekannten“ Erkältungs-Coronaviren. Da letztere seit langer Zeit in der Bevölkerung zirkulieren und sich fast jeder Erwachsene im Laufe seines Lebens bereits ein- oder mehrmals mit jedem dieser Viren infiziert hat, hat dessen Immunsystem einen gewissen Grad von Vorbereitung auf eine erneute Infektion – eine (Teil-)Immunität – entwickelt. Kommt es zu einer erneuten Infektion, kann das Immunsystem das Virus schnell erkennen und mit bereits vorgefertigten spezifischen Abwehrmechanismen bekämpfen. Hierdurch kann eine erneute Erkrankung vollständig verhindert (Immunität) oder zumindest abgeschwächt (Teil-Immunität) werden. Denselben Effekt hätte eine Impfung.

Trifft ein für die Menschheit völlig neuartiges Virus auf eine immunologisch nicht vorbereitete („immunologisch naive“) Bevölkerung, kann es sich also rasend schnell ausbreiten. Je effektiver/einfacher die Übertragung ist, desto schneller ist die Ausbreitung. Je leichter empfängliche Menschen mit infektiösen Sekreten in Kontakt kommen, desto leichter ist die Übertragung.
SARS-CoV-2 vermehrt sich sehr stark im Nasen-Rachen-Raum. Infektiöse Tröpfchen werden bei jedem Husten, Sprechen, sogar beim schlichten Atmen in die Umgebung freigesetzt. Empfängliche Menschen in der Umgebung werden durch simples Einatmen dieser Tröpfchen infiziert.

Dies unterscheidet SARS-CoV-2 beispielsweise von SARS oder HIV:
Das „alte“ SARS-Virus vermehrte sich vorwiegend in der Lunge. Der Weg der infektiösen Tröpfchen aus die Tiefer der Lunge nach Außen war sehr viel komplizierter als der Weg vom Rachen nach außen. Deshalb waren Mensch-zu-Mensch-Übertragungen zwar möglich, aber sehr viel unwahrscheinlicher als bei SARS-CoV-2. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass sie SARS-Epidemie 2003 nach „nur“ fast 8.000 Infektionsfällen zum Stillstand gebracht werden konnte.
HIV, gegen das es in der Bevölkerung auch keine erworbene Immunität gibt, vermehrt sich vor allem im von außen schwer zugänglichen lymphatischen Gewebe. Der Kontakt empfänglicher Menschen zu infektiösen „Sekreten“ Infizierter  – wie Blut, Sperma, Rektal- oder Vaginalsekret – ist (fast) nur bei intensiven, sehr intimen Kontakten möglich. Eine Ansteckung beim Einkaufen ist nahezu ausgeschlossen.

Je weniger das Immunsystem auf das Virus vorbereitet ist, desto besser kann es sich im Körper vermehren. Je besser sich das Virus vermehren kann, um so höher ist die Viruskonzentration in den Erkrankten und um so effektiver ist die Übertragung. Dies trifft nicht nur auf SARS-CoV-2 zu. Beispielsweise kann sich HIV zu Beginn einer Infektion extrem stark im Körper vermehren. In dieser Zeit ist das Risiko, die Infektion auf andere zu übertragen, mehr als 20x höher als später, wenn das Immunsystem das Virus erkannt hat und an der ungehemmten Vermehrung hindert.
Gleichzeitig führt eine anfangs ungehemmte Ausbreitung des Virus im Körper zu einer potenziell starken Schädigung von empfänglichen Organen. Ein klassischer Teufelskreis.


Vergleich Influenza/Virusgrippe
Ähnliche Phänomene kennen wir vom Grippevirus („Influenza-Virus“). Dieses wird ähnlich wie SARS-CoV-2 über Tröpfchen übertragen und neigt sehr stark dazu, seine genetischen Eigenschaften – und dadurch seinen Aufbau – zu verändern. Es kommt in einer Vielzahl unterschiedlicher Typen vor, die einer ständigen Veränderung unterworfen sind.
So lange dieser Wandel nicht zu stark ausgeprägt ist, unterscheiden sich die veränderten Viren nur geringfügig von den vorherigen. In diesem Fall erkennt das Immunsystem von Erwachsenen – die im Laufe der Jahre vielfach Kontakt zu und Infektionen durch Grippeviren hatten – die (gering) veränderten Viren zumindest zum Teil wieder und kann sich schnell auf deren Bekämpfung einstellen. Für Kleinkinder hingegen ist der Kontakt zu Grippeviren oft der erste Kontakt (sie sind für diese Viren „immunologisch naiv“). Deshalb haben sie oft sehr viel höhere Viruskonzentrationen in ihren Nasen- und Bronchial-Sekreten, sind deshalb für ihre Eltern und die Umgebung so ansteckend und selbst öfter und schwerer an Grippe erkrankt.

Ändert sich der genetische Code und damit das Aussehen eines Grippevirus jedoch stark, so trifft es wieder auf eine für diesen (jetzt stark veränderten) Virustyp „immunologisch naive“ Bevölkerung. Es kommt zu einer schnellen, weltweiten Ausbreitung des veränderten Virus („Grippe-Pandemie“ oder "pandemische Grippe"). Die Unfähigkeit der Immunsysteme, das Virus schnell unter Kontrolle zu bringen, führt anfangs zu deren unkontrollierten Vermehrung und dadurch bedingte vermehrte Schädigung des Organismus. Die Folge sind auch deutlich mehr Todesfälle. Die bekanntesten Influenza-Pandemien waren die „Spanische Grippe“ von 1918/19, der weltweit etwa 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen, die „Asiatische Grippe“ 1957 und die „Hongkong-Grippe“ 1968-1970, welche weltweit jeweils etwa eine Million Menschenleben forderten und die „Russische Grippe“, die Ende der 1970er Jahre etwa eine halbe Million Menschen tötete.   
Davon klar abgrenzen muss man die „saisonale Grippe“, die jedes Jahr in den Wintermonaten mit – im Vergleich zu den Vorjahren – nur leicht veränderten Influenza-Viren auftritt. Gegen diese Virustypen gibt es in der Bevölkerung eine gewisse (Teil-)Immunität aus vorherigen Infektionen und zusätzlich durch Impfungen. Dennoch können auch diesen – verglichen mit pandemischen Influenza-Wellen relativ „harmlosen“ – saisonalen Grippewellen in einigen Jahren sehr viele Menschen zum Opfer fallen. Beispielsweise forderte die letzte sehr starke Grippewelle 2017/2018 in Deutschland etwa 25.000 Menschenleben. Die Opferzahlen bei einer pandemischen Influenza liegen meist bei einem Vielfachen dessen. Dies sollte man verstehen, wenn man – zuweilen auch von nicht sehr gut informierten Ärzten – hört, „dass die Grippe ja auch jedes Jahr zu Tausenden Toten in Deutschland führe und man deswegen ja auch keine Kontaktsperren mache…“.


Der hinkende Vergleich mit den Grippetoten: Fallsterblichkeit vs. Übersterblichkeit
Immer wieder wird von Kritikern der aktuellen Schutzmaßnahmen der Vergleich der Opferzahlen zwischen denen der Grippe (hier wird dann gern die Grippesaison 2017/2018 angeführt) und denen von Covid-19 ins Feld geführt. Gern wird dann angeführt, dass man wegen 25.000 geschätzten Grippetoten in der Saison 2017/2018 in Deutschland ja auch keinen „lockdown“ gemacht habe. Dagegen würden die aktuell 6.649 Covid-19-Todesfälle (Stand 03.05.2020) ja nahezu minimal sein. Hier muss man sich allerdings klar machen, dass diese beiden Zahlen überhaupt nicht vergleichbar sind! 

Etwas verwirrend für viele Laien (und einige schlecht informierte „Spezialisten“) sind in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Arten der Ermittlung von Opferzahlen
Die aktuell überall gemeldeten Todeszahlen infolge von Covid-19 beziehen sich nur auf Todesfälle, bei denen der Erreger im Körper der Opfer nachgewiesen wurde ("Fallsterblichkeit"). Wenn jemand allein und unbemerkt zu Hause (an Covid-19) verstirbt und nicht auf das Virus getestet wird, taucht er in dieser Statistik jedoch nicht auf.
Im häufigen Modell der „Übersterblichkeit“ hingegen werden zunächst einmal sämtliche Todesfälle in der Bevölkerung – egal welcher Ursache – in einem bestimmten Zeitraum gezählt. Danach werden diese Fallzahlen mit denen in anderen Zeiträumen verglichen.
Wenn als Vergleichszeiträume beispielsweise die Dauer der Grippesaison und eine gleich lange Periode außerhalb der Grippesaison gewählt werden, so werden die „überzähligen“ Toten – also die Differenz der erwarteten mit den tatsächlichen Todesfällen – der Grippe zugeschrieben. Hierin gehen dann auch die Todesfälle ein, bei denen das Grippevirus zwar nicht direkt nachgewiesen wurde, die aber dennoch ohne die Grippe nicht aufgetreten wären. Durch die Betrachtung der Übersterblichkeit werden die tatsächlichen Opferraten eines Ereignisses also objektiver gemessen als durch die Fallsterblichkeit, bei der nur nachgewiesene und damit bekannte Fälle betrachtet werden. 
Die Übersterblichkeit durch Covid-19 wird jedoch erst nach dem Ende der Pandemie klar zu beziffern sein. Die aktuell überall gemeldeten Opferzahlen stellen die Fallsterblichkeit dar. Hingegen beziehen sich die 25.000 Todesopfer der Grippesaison 2017/2018 in Deutschland auf die Übersterblichkeit. Jeglicher Vergleich mit den aktuellen Opferzahlen an Covid-19 hinkt also!

Erste Daten, die das Ausmaß der Übersterblichkeit durch Covid-19 in verschiedenen Ländern erahnen lassen, werden jedoch langsam publiziert:
https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html
oder
https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/
oder für Deutschland:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_162_12621.html

Die pandemische Coronavirus-Infektion sollte man nie mit einer saisonalen Influenza vergleichen! Wenn, dann eher mit einer pandemischen Influenza, auf keinen Fall aber mit den saisonalen Erkältungs-Coronavirusinfektionen!


Warum die Ausbreitung verlangsamen?
Wie einfach es das neue Coronavirus hatte, sich rasend schnell in einer globalisierten Welt mit unzähligen Flugverbindungen zu verbreiten, sehen wir gerade live. Es trifft auf eine empfängliche, weil für dieses Virus „immunologisch naive“ Bevölkerung. Es gibt – im Gegensatz zur (pandemischen) Grippe – keine Impfstoffe und keine Medikamente. Realistischerweise ist davon auszugehen, dass sich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung früher oder später mit dem Virus infizieren wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.   
Da auch das beste Gesundheitssystem nur begrenzte Ressourcen hat, da ein verfügbares Beatmungsgerät zur gleichen Zeit nur für einen  Patienten zur Verfügung steht, ist es jedoch ganz entscheidend, wie schnell sich das Virus ausbreitet.
Bei einer sehr schnellen Ausbreitung besteht – auch hier in Deutschland (!) – die Gefahr, dass wir das sehen, was aus China im Januar und aus Italien, Spanien und New York City im März bekannt wurde: Ein völlig überfordertes Medizin-System, welches dem massenhaften Anfall schwerstkranker Patienten nicht gewachsen war. In der Folge konnte Menschen, die im Normalfall eine gute Chance gehabt hätten, nicht mehr geholfen werden. Ärzte mussten entscheiden, wer beatmet wird und wer stirbt. Das ist auch ein Grund dafür, warum die Sterblichkeit in einer Pandemie größer ist als bei kleineren Ausbrüchen.

Modellrechnungen des Robert-Koch-Instituts für Deutschland gehen in Abhängigkeit verschiedener Faktoren von unter 10 Millionen bis über 60 Millionen Infektionen und von unter 30.000 bis über 350.000 Todesfällen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie aus. Die große Varianz der Schätzungen erklärt sich zum einen durch die Möglichkeit unterschiedlich starker saisonaler Schwankungen (das Virus könnte sich im Sommer schlechter ausbreiten als im Winter). Zum anderen wird die Möglichkeit eingerechnet, dass es doch eine gewisse Teilimmunität geben könnte (vielleicht haben ja doch einige Menschen etwas Immunschutz nach einer Auseinandersetzung mit anderen Coronaviren: „Kreuzimmunität“). Schließlich fließen aber sehr unterschiedlich gut durchgeführte Grade der Isolation Kranker und der Quarantäne potenziell Infizierter in die Rechnungen ein. In diesem Modell wird ganz klar, dass vor allem Maßnahmen zur Isolation Kranker und zur Quarantäne potenziell Infizierter von herausragender Bedeutung sind, die Infizierten- und Opferzahlen möglichst gering zu halten. Die Modellrechnung zeigt zudem, dass zwischen unter 50.000 und bis zu 650.000 Krankenhausbetten nötig wären, um die schwer an Covid-19 Erkrankten adäquat zu versorgen. 


Die Kurve abflachen ("flatten the curve")
Die Strategie vieler Regierungen ist es deshalb, die Geschwindigkeit der Ausbreitung so gut es geht einzudämmen. Man will so gut es geht versuchen, den gleichzeitigen Anfall schwer erkrankter Menschen auf das Maß zu reduzieren, das noch auf gutem Niveau behandelt werden kann. Die Kurve des Diagramms, dass die Anzahl der Erkrankten auf der y-Achse in Bezug zur Zeit auf der x-Achse darstellt, soll abgeflacht werden („flatten the curve“).
Dieses kurze Video veranschaulicht das gut: https://www.youtube.com/watch?v=Buqviy1e9uM&feature=youtu.be

Eine der wichtigsten Stellschrauben, das zu erreichen ist es, die Kontakte von Menschen untereinander so stark es geht zu beschränken. Die Washington Post einige wunderbare Animationen veröffentlich, die den Effekt von Quarantäne und Einschränkung sozialer Kontakte/Bewegungsfreiheit auf die Ausbreitung der Infektion  veranschaulichen. Sehr sehenswert! 

https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/world/corona-simulator/?fbclid=IwAR3LPQpcM3b0Lwxjg2iZngwIAgIeZL9tosVsU_52dkDzFbAshYEjqBbrX8Q

In Deutschland haben wir die befürchtete Überlastung der Intensivstationen in den meisten Regionen bisher – glücklicherweise – nicht erleben müssen! Wir haben jedoch auch das Glück, die Ausbreitung der Infektion sehr früh erkannt zu haben. Wir haben so Zeit gehabt – die Bilder aus Italien und Spanien vor Augen – uns auf das Virus vorzubereiten. Mit großem Aufwand wurden zusätzliche Kapazitäten und Betten auf Intensivstationen zur Behandlung schwersterkrankter Covid-19-Patienten geschaffen.
In einem Intensivregister (https://www.intensivregister.de/#/intensivregister werden tagtäglich freie Intensivbetten erfasst, damit Patienten gezielt in Krankenhäuser mit freien Behandlungskapazitäten gebracht werden können. Durch die zunehmende Schließung von Schulen, Gaststätten und Geschäften, durch „home office“, Reisebeschränkungen und das Verbot von Menschenansammlungen konnte die Geschwindigkeit der Ausbreitung massiv gebremst werden.
Jetzt hört man einige rufen: „Wo sind denn jetzt die ganzen Toten?“ und „Lasst uns zurück zur Normalität, es ist doch gar nichts passiert!“. So verständlich dieser Wunsch ist, ist es aber sehr wahrscheinlich ein Erfolg genau jener Maßnahmen, dass wir (noch) keine sich stapelnden Särge in Eislaufhallen und Kirchen sehen, wie in Spanien und Italien. Es ist aber wie immer: Das, was man durch Vorsicht verhindert hat, kann man nicht sehen, nur vermuten und schätzen. „There is no glory in prevention…“ Ich hoffe sehr, dass wir nicht durch unsere Ungeduld unseren Vorsprung verspielen…

Covid-19: Die Erkrankung durch SARS-CoV-2

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Aufnahme des Virus bis zum Beginn von Symptomen, beträgt im Mittel 5 Tage. Hierbei ist jedoch auch eine kürzere Zeit von 3 Tagen sowie eine Dauer von bis zu 13 Tagen möglich. 

Weiterer Text folgt demnächst

Risikogruppen für einen schweren Verlauf von Covid-19

Das Risiko, im Rahmen einer Infektion mit SARS-CoV-2 einen schweren Verlauf zu entwickeln, ist prinzipiell für jeden Menschen in jeder Altersgruppe gegeben. 
Es zeichnete sich jedoch bereits früh im Rahmen der Pandemie ab, dass einige Patientengruppen ein deutlich höheres Risiko haben, einen schweren oder gar lebensbedrohlichen Verlauf der Infektion zu entwickeln. Hier ein Überblick, was dazu aktuell bekannt ist: 

Ältere Menschen
Menschen ab einem Alter von 50-60 Jahren, vor allem aber ab 70 Jahren haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen schweren Verlauf der Erkrankung zu entwickeln. Das Risiko, an einer Covid-19-Erkrankung zu versterben, steigt mit höherem Alter deutlich an. Sehr deutlich war dies bereits anhand der ersten Auswertungen aus China zu sehen. Hier war deutlich nachweisbar, dass mit zuehmenden Alter ein immer größerer Anteil der Erkrankten im Rahmen der Infektion verstirbt (Case Fatality Rate):


In China ist die Fallsterblichkeit (Case Fatality Ratio) ab einem Alter von 50 Jahren leicht, ab 70 Jahren deutlich angestiegen:



aus: Verity et al: Lancet online März 2020

Eine ganz ähnliche Zunahme tötlicher Verläufe zeigte sich auch während des schweren Ausbruchs in Nord-Italien im Frühjahr 2020:



Jetzt wird viel darüber diskutiert, warum ältere Menschen ein höheres Risiko haben, schwerer zu erkranken. Diskutiert werden eine zunehmende Schwächung des Immunsystems, die höhere Wahrscheinlichkeit und Anzahl chronischer Erkrankungen sowie eine schlechtere Anpassungsfähigkeit älterer Menschen an schwere körperliche Belastungen. Wahrscheinlich sind viele einzelne Faktoren für das resultierende Gesamtrisiko verantwortlich. Ein körperlich fitter 80-Jähriger kann durchaus einen sehr viel leichteren Verlauf haben als ein untrainierter und übergewichtiger 50-jähriger Diabetiker... 

Männliches Geschlecht
Auffallend sind in allen Auswertungen zu schweren und tötlichen Verläufen, dass Männer hiervon immer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Woran dies liegt, ist auch nicht endgültig geklärt. Eine anfängliche Vermutung lag darin, dass Männer in china deutlich öfter rauchen als Frauen. Wahrscheinlich reicht dies als Erklärung jedoch nicht aus. 

Immunschwäche
Anfangs wurde vermutet, dass eine Immunschwäche ganz allgemein ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf ist. Diese pauschale Aussage lässt sich jedoch so nicht mehr halten. 

So geht eine gut antiretroviral behandelte HIV-Infektion - zumindest mit einer Helferzellzahl über 200/µl und einer HIV-Viruslast unter der Nachweisgrenze - sehr wahrscheinlich NICHT mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 einher. Hierzu haben sich mittlerweile auch mehrere Fachgesellschaften und Expertengremien geäußert

Auch andere Formen der Immunschwäche sind nicht automatisch mit einem erhöhten Risiko für schwere Verlaufsformen von Covid-19 gleichzusetzen. Vielmehr scheinen insbesondere auch die Anzahl und Schwere von Begleiterkrankungen sowie die "Fitness" des Herz-Kreislaufsystems eine ganz große Rolle zu spielen. 

Da man mittlerweile davon ausgeht, dass zumindest bei einem Teil der schwer verlaufenden Infektionen eine Überreaktion des Immunsystems ("Zytokin-Sturm") eine entscheidende Ursache für die ausgeprägte Schädigung der Lunge und anderer Organe darstellt, kann ein gewisses Maß an Immunschwäche sogar protektiv, also schützend sein

Chronische Lungenerkrankungen
Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Chronische Stoffwechselerkrankungen
Diabetes mellitus
Adipositas

 

Wen, wann und wie testen?


Abstrich-Test = PCR:

Dies ist der "klassische" Coronavirus-Test. Bei diesem Verfahren wird das Virus selbst über seine Erbinformation nachgewiesenDer Test ist sinnvoll, um zu klären, ob JETZT GERADE eine Virusvermehrung im Körper stattfindet und der zu Testende aktuell INFEKTIÖS ist. Dieser Zeitraum ist mit 5-7 Tagen sehr kurz und beginnt meist wenige (3-6) Tage nach der Ansteckung

Dies ist der Test, den Behörden nach der Einreise aus Corona-Risikogebieten zur Vermeidung einer Quarantäne fordern. Dieser Test wird auch von einigen Ländern vor der Einreise gefordert. 

Für diesen Test ist ein ABSTRICH tief aus dem Nasen-Rachen-Raum erforderlich.
Zur Entnahme des Abstrichs muss der Arzt durch einen Schutzanzug vor einer Infektion geschützt sein. Aus diesem Grund führen wir diese Tests nur zu bestimmten Zeiten - außerhalb unserer regulären Sprechzeiten - durch. 

Aus Kapazitätsgründen (nur ein Arzt in der Praxis) können wir diese Tests nur bei Patienten durchführen, die sich hausärztlich bzw. aufgrund einer chronischen Infektionskrankheit bereits in unserer dauerhaften Behandlung befinden.

Wann testen MIT Symptomen?

Der PCR-Test ist ein technisch sehr aufwändiger, arbeits-, material- und kostenintensiver Test. Um die vorhandenen Kapazitäten gezielt nutzen zu können, hat das Robert-Koch-Institut neue Kriterien veröffentlicht, welche Gruppen von Menschen mit Symptomen getestet werden sollten, und wer nicht. 

Getestet werden sollten Patienten mit Symptomen eines Atemwegs-Infekts, wenn:
- SCHWERE Erkrankungen vorliegen
- akut aufgetretene Störungen des GERUCHS-Sinns bestehen
- Symptome nach einem engem Kontakt mit einem Covid-19-Erkrankten auftreten
- folgende zusätzliche Kriterien bestehen:
  - Pat. gehört einer Risikogruppe an
  - Pat. arbeitet in Arztpraxis, Krankenhaus oder Pflegeheim
  - Pat. hatte ein sehr hohes Infektionsrisiko
  - Pat. hätte Infektion an viele Andere weitergeben können

Sie können mir bei der Einschätzung der Dringlichkeit eines Tests helfen, wenn Sie mir bei Erkältungsbeschwerden diesen Fragebogen ausfüllen und per email zurücksenden. 

NICHT getestet werden sollten:
Menschen mit leichten Symptomen ohne Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, für die o.g. Kriterien sicht zutreffen. 
In diesem Fall ist jedoch eine Coronavirus-Infektion nicht auszuschließen! Es sollte deshalb eine umgehende Isolation zu Hause für 7 Tage stattfinden!
Hierfür sind seit November auch wieder Krankschreibungen nach einer
Video-Konsultation, notfalls nach einem Telefonat mit dem Arzt möglich. 

Krankschreibungen sind ab November auch wieder nach einem VIDEO-Termin möglich. Das Porto für die Zusendung der Krankschreibung wird von den Krankenkassen übernommen. Also: Bei leichten Infekten Video-Akut-Termin buchen! 

Wann testen OHNE Symptome?

Ein Test bei Menschen ohne Symptome sollte nur sehr eingeschränkt erfolgen.
Prinzipiell empfohlen - und die Kosten übernommen werden - bei Menschen ohne Symptome, wenn
- sie innerhalb der letzten 10 Tage engen Kontakt zu einem/einer an Covid-19 Erkrankten hatten
- die Corona Warn-App einen Risikokontakt innerhalb der letzten 10 Tage angezeigt hat
- es in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder einer Arztpraxis zu einem Ausbruch gekommen ist

Seit dem 8.11.2020 ist ein Test bei Reiserückkehrern erst 5 Tage nach Rückkehr möglich. Einreisende sind zudem verpflichtet, sich unmittelbar nach der Rückkehr für 10 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben und sich bei den Gesundheitsbehörden anzumelden

Tests für Reiserückkehrer kann ich aus Kapazitätsgründen NICHT anbieten. Bitte wenden Sie sich ggf. an eine dieser Praxen

Tests für Reisende, die zur Einreise in ein anderes Land

Newsletteranmeldung

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung zu. Zur Datenschutzerklärung