Neuigkeiten aus der Praxis Prenzlauer Berg:

Liebe Patient*Innen,

ich bilde mich für Sie/Euch fort. 

Ich werde am Freitag, den 11.09.2020 am Workshop der Deutschen HIV-Schwerpunktpraxen teil und komoderiere dort einen Workshop zu sexuell übertragenen Infektionen. 

Aus diesem Grund reise ich am Donnerstagabend (10.09.20) nach Köln, wo ich am Freitag und Samstag an der Fortbildung teilnehme.

Aus diesem Grund findet am Freitag, den 11.09.2020 keine Sprechstunde statt.
Geplante Blutentnahmen können stattfinden. 

Tobias Glaunsinger

Liebe Patientinnen und Patienten,

die Video-Sprechstunde in unserer Praxis ist noch einfacher und besser geworden. 

Bis vor kurzem hatte unser Partner Samedi, über welchen wir unsere Terminverwaltung und die Videosprechstunden abwickeln, uns die Video-Sprechstunde über einen Kooperationspartner (www.mediTyme.de) ermöglicht. 
Mittlerweile hat Samedi selbst eine Plattform für die Video-Sprechstunde entwickelt. Diese erfüllt - wie die von mediTyme - alle datenschutzrechtlichen Anfoderungen und Vorgaben und ist von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zertifiziert. 

Erfreulich ist jedoch: Diese neue Video-Sprechstunde ist noch einfacher zu bedienen und läuft noch stabiler. Eine Anleitung finden Sie HIER

Folgende Termine bieten wir Ihnen in Form einer Video-Sprechstunde an:

Normal-Termin per VIDEO
Dieser Termin ist zum Beispiel für die Besprechung von Laborbefunden im Rahmen regelmäßiger Blutkontrollen bei chronischen Erkrankungen gut geeignet. 

AKUT-Termin per VIDEO
Dieser Termin ist gut geeignet, um im Fall von akuten Beschwerden vorab zu klären, ob eine körperliche Untersuchung vor Ort in der Praxis nötig ist und wann diese stattfinden kann. 

Bitte beachten Sie, dass ein Video-Termin nicht eine ärztliche Untersuchung ersetzen kann! Im Fall von körperlichen Beschwerden ist es also ggf. nötig, einen vort-Ort-Termin zur körperlichen Untersuchung zu vereinbaren. 

Tobias Glaunsinger & Team

Liebe Patientinnen und Patienten,

für viele ist es schwer auseinanderzuhalten: Nasen-Rachen-Abstrich, Bluttest, PCR, Antikörpertest, Corona-Test bei Rückkehr aus Risikogebiet: Welcher Test? Wann? Und Wo???


Abstrich-Test = PCR:

Dies ist der "klassische" Coronavirus-Test. Bei diesem Verfahren wird das Virus selbst über seine Erbinformation nachgewiesen

Der Test ist sinnvoll, um zu klären, ob JETZT GERADE eine Virusvermehrung im Körper stattfindet und der zu Testende aktuell INFEKTIÖS ist. Dieser Zeitraum ist mit 5-7 Tagen sehr kurz und beginnt meist wenige (3-6) Tage nach der Ansteckung

Dies ist der Test, den Behörden nach der Einreise aus Corona-Risikogebieten zur Vermeidung einer Quarantäne fordern. Dieser Test wird auch von einigen Ländern vor der Einreise gefordert. 

Für diesen Test ist ein ABSTRICH tief aus dem Nasen-Rachen-Raum erforderlich.
Zur Entnahme des Abstrichs muss der Arzt durch einen Schutzanzug vor einer Infektion geschützt sein. Aus diesem Grund führen wir diese Tests nur zu bestimmten Zeiten - außerhalb unserer regulären Sprechzeiten - durch. 

Aus Kapazitätsgründen (nur ein Arzt in der Praxis) können wir diese Tests nur bei Patienten durchführen, die sich hausärztlich bzw. aufgrund einer chronischen Infektionskrankheit bereits in unserer dauerhaften Behandlung befinden.

Die Testung neuer Patienten, die noch nie bei uns in Behandlung waren oder die Testung von Patienten, die nur zur Testung/Behandlung von sexuell übertragenen Infektionen in unserer Behandlung waren, ist in unserer Praxis NICHT möglich.
Wenden Sie sich bitte ggf. an eine der Praxen, die sich gegenüber der Kassenärztlichen vereinigung Berlin auch zur Testung neuer Patienten und Reiserückkehrer bereit erklärt haben. Eine ständig aktualisierte Übersicht über diese Praxen finden Sie HIER

Die KOSTEN des Tests werden in folgenden Situationen von den Krankenkassen-/versicherungen bzw. vom Gesundheitsamt übernommen:
- es bestehen Symptome, die an eine Covid-19-Erkrankung denken lassen
- es gab eine Warnung durch die Corona-App
- bis 72 Std. nach Rückkehr aus dem Ausland
- nach Anordnung durch das Gesundheitsamt

In anderen Fällen - beispielsweise vor einer geplanten Reise, bei der das Zielland ein negatives Testergebnis zur Einreise voraussetzt - sind die Kosten für den Test vom Patienten selbst zu tragen. Sie belaufen sich auf etwa 155,-€
 


Blut-Test = Antikörpertest:

Hierbei handelt es sich um ein indirektes Verfahren, bei welchem NICHT das Virus im Körper nachgewiesen wird, sondern Antikörper gegen das Virus. Antikörper sind Eiweiße, die das Immunsystem produziert, nachdem es sich mit einem Krankheitserreger auseinandergesetzt hat.
Für die Produktion dieser Antikörper benötigt das Immunsystem 1-2 Wochen Zeit, ein Nachweis ist also erst 2-3 Wochen nach der Ansteckung möglich. Die Antikörper werden erst gebildet, nachdem das Virus vom Immunsystem "erkannt" und bereits (unter anderem durch diese Antikörper) bekämpft wird. Zu diesem Zeitpunkt ist i.d.R. kein Virus mehr im Rachen-Abstrich nachweisbar. 
Antikörper gegen das Virus sind meist über mehrere Monate nach einer durchgemachten Infektion nachweisbar, können im Verlauf jedoch auch wieder negativ werden. 

Der Antikörpertest ist also geeignet, um eine vor mindestens 2-3 Wochen (oder länger zurückliegend) abgelaufene Infektion mit dem SARS-Coronavirus-2 nachzuweisen. Der Test eignet sich NICHT zum Nachweis einer frischen = aktuell ablaufenden Infektion. Der Test ist auch KEIN Ersatz für einen Abstrichtest=PCR-Test, welcher von den Behörden für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gefordert wird. 

Der Test auf Antikörper gegen das SARS-Coronavirus-2 kann in unserer Praxis durchgeführt werden. Zum verwendeten Verfahren und dessen Aussagekraft klicken Sie bitte HIER.
Die Kosten für den Test werden von den Krankenkassen nur übernommen, wenn der Test zur Klärung einer Krankheits-Symptomatik sinnvoll ist. Um "aus Interesse" zu erfahren, ob man eine Infektion mit oder ohne Symptome durchgemacht hat, handelt es sich um eine selbst zu zahlende Leistung (20,11€). 

 

Liebe Patientinnen und Patienten,
 

Update Corona-Regelungen


Während der ersten Welle von Coronavirus-Infektionen hatten die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Gesetzlichen Krankenkassen schnell und unbürokratisch Übergangsregelungen erlassen, um Kontakte zwischen Patient und Arztpraxis auf ein Minimum zu reduzieren. Ziel war es, dass Patienten so wenig wie nötig das Haus verlassen mussten. Eine Reihe dieser Übergangsregelungen sind mittlerweile ausgelaufen. Hier eine Übersicht zum 01.07.2020:
  • Krankschreibung nach Anruf in der Praxis:   
    NICHT mehr möglich
    Krankschreibung sind nur nach persönlicher Vorstellung in der Sprechstunde möglich
     
  • Rezeptausstellung ohne Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte:
    NICHT mehr möglich
    Vor jeder erstmaligen Arztkonsultation und vor jedem erstmaligen Rezept im Quartal muss die elektronische Gesundheitskarte vorgelegt und in der Arztpraxis eingelesen werden
     
  • Post-Versand von Rezepten, Krankschreibungen, Überweisungsscheinen etc.:
    NICHT mehr zu Lasten der Krankenkassen möglich
    Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Porto nicht mehr. Ein Post-Versand ist nur nach vorheriger Hinterlegung frankierter und adressierter Umschläge in der Praxis möglich. 
     
  • Telefon-Termine als Ersatz für Termin in der Sprechstunde
    NICHT mehr möglich
    Ein Telefonat als Ersatz für einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt in der Praxis oder als Ersatz für einen Termin in der VIDEO-Sprechstunde ist nicht mehr erlaubt. Die Krankenkassen fordern zwingend einen persönlichen oder einen VIDEO-Sprechstunden-Kontakt. 
     
  • VIDEO-Sprechstunde
    WEITERHIN übergangsweise unbeschränkt MÖGLICH
    In "normalen" Zeiten sind die Anzahl der Termine, die ein Arzt als Video-Sprechstunde durchführen darf, auf 20% seiner Konsultationen beschränkt. Diese Beschränkung ist aktuell weiterhin ausgesetzt. Es ist deshalb weiterhin möglich, für reine Befundbesprechungen VIDEO-Termine statt Termine in der Praxis auszumachen
    Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir bei wiederholt nicht wahrgenommenen Video-Terminen oder bei wiederholten technischen Problemen keine neuen Video-Termine vergeben. Bitte bedenken Sie: Auch ein Video-Termin ist eine feste Verabredung, für die eine feste Zeit der Sprechstunde blockiert wird. Fallen diese Termine - egal ob aus Versäumnis oder aus technischen Gründen - aus, so ist hier limitierte Sprechstundenzeit umsonst blockiert worden, die anderen Patienten nicht für zeitnahe Termine zur Verfügung stand. 

Hygiene-Massnahmen 


Auch wenn die meisten von Ihnen/Euch es schätzen, dass wir uns intensiv Gedanken über einen möglichst risikoarmen Arztbesuch machen, gab es doch auch vereinzelt Unverständnis, einmal sogar scharfe und sogar beleidigende Kritik an unserem Hygiene-Konzept. 
Da wir uns jedoch - auch wenn es Einige vergessen haben sollten oder verdrängen wollen - weiterhin in einer pandemischen Infektionssituation befinden, legen wir weiterhin wert auf einige Hygiene-Regeln, die Ihnen/Euch den Besuch in unserer Praxis und uns die Arbei in der Praxis so sicher wie möglich machen.

Ein paar wichtige Punkte möchte ich hier - zum Teil aus gegebenen Anlass - noch einmal zusammenfassen:
  1. Kommen Sie bitte nicht unangemeldet in die Praxis, wenn Sie an
    Fieber, Husten, Halsschmerzen,
    - Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns
     oder
    - Durchfall leiden.
    In diesen Fällen rufen Sie uns bitte UNBEDINGT vorher an!

    Auch, wenn Sie zu einem schon lange verabredeten Labortermin oder Routinetermin kommen!
     
  2. In der Praxis herrscht für Mitarbeiter und Patienten die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.
    Dieser verringert nachweislich die Übertragung des Coronavirus auf Menschen in der Umgebung und kann zudem helfen, eine Coronavirusinfektion zu verhindern. 
    Zudem ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Praxis auch durch die aktuelle Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus des Landes Berlin in der Fassung vom 23. Juni 2020 gesetzlich vorgeschrieben. 
    Aus gegebenem Anlass weise ich darauf hin, dass ich das Hausrecht in den Praxisräumen habe und nicht verpflichtet bin, etwaige Atteste, die den Besitzer vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreien, zu akzeptieren. Natürlich respektieren wir gesundheitlich bedingte Einschränkungen, werden Sie dann aber - im Interesse der anderen wartenden Patienten - bitten, sich ohne eine Mund-Nasen-Bedeckung etwas abseits vom allgemeinen Wartezimmer aufzuhalten.  
     
  3. Wir werden - solange es die Witterung zulässt - im Wartezimmer ein Fenster weit geöffnet halten, um eine möglichst gute Durchlüftung des Wartebereichs zu ermöglichen. Sollte es Sie stören, durch das geöffnete Fenster im Wartezimmer gesehen werden zu können, so haben Sie die Möglichkeit, im Gang zu warten. 
     
  4. Wir haben die Sitzgelegenheiten im Wartezimmer reduziert, um einen ausreichenden Abstand zwischen den Wartenden zu ermöglichen. 
     
  5. Wir bitten Sie, stets einen ausreichenden Abstand zu anderen Patienten während Ihres Aufenthalts in der Praxis zu wahren
     
  6. Selbstverständlich werden wir Ihnen nicht die Hand zur Begrüßung reichen - ein Lächeln von uns ist Ihnen aber sicher!  ;-)
     
  7. Am Eingang zur Praxis sowie in den Toiletten haben Sie die Möglichkeit, sich Ihre Hände zu desinfizieren. Zudem werden alle Türgriffe, Stühle im Wartezimmer und Untersuchungsliegen regelmäßig desinfiziert. 
     
  8. Nach vorübergehender Einstellung unserer Wartezimmer-Getränke bieten wir Ihnen diese wieder an. Wir versichern Ihnen, dass sämtliches Mehrweg-Geschirr bei mindestens 60°C in der Geschirrspülmaschine gereinigt wurde. Alternativ bieten wir Ihnen jedoch auch Einweg-Becher an. 
Wir wünschen Ihnen/Euch einen schönen Sommer!

Tobias Glaunsinger & Team

Liebe Patienten,

vielen von Ihnen/Euch, die immer wieder nachgefragt haben, kann ich ab sofort einen Test auf Coronavirus-Antikörper anbieten


Mit diesem Test werden IgG-Antikörper gegen das SARS-Coronavirus 2 nachgewiesen, die für eine durchgemachte Infektion sprechen. Zum Einsatz kommt in meiner Praxis ein hochspezifischer und sehr empfindlicher Labortest der Firma biomerieux, einem sehr nahmhaften Hersteller mikrobiologisch-virologischer Labortestverfahren. 

Die Untersuchung ist - wenn keine aktuellen Beschwerden bestehen, zu deren Klärung eine solche Antikörperdiagnostik beitragen kann - keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. 

Der Test kostet 20,11€ und das Ergebnis ist in der Regel am gleichen Tag verfügbar. 

Um Vor- und Nachteile, Aussagen und Limitationen des Tests verstehen zu können, hier ein paar Details:

Zur Diagnostik auf das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) stehen zwei Labortestverfahren zur Verfügung:

Virus-Direktnachweis (PCR)
Dieser Test sollte immer bei Verdacht auf eine akute = gerade ablaufende Covid-19-Erkrankung durchgeführt werden. Bei diesem Test wird mit einem molekularbiologischen Verfahren die Erbinformation des Erregers nachgewiesen. Diese befindet sich im Kern des Virus und ist nachweisbar, wenn das Virus selbst in ausreichend hoher Konzentration im Untersuchungsmaterial vorhanden ist. 
Dieser Test ist nur aus Abstrichen aus den Atemwegen sinnvoll. In der Regel werden diese Abstriche durch einen Rachen-Abstrich gewonnen. Hierbei wird ein Abstrichtupfer über die Nase bis tief in den Nasen-Rachen-Raum eingeführt (Nasopharynx-Abstrich) bzw. über den Mund bis an die hintere Rachenwand (Oropharynx-Abstrich). Das Virus ist in den ersten 5-7 Tagen der Covid-19-Symptome aus diesen Abstrichen nachweisbar. Im späteren Krankheitsverlauf ist das Virus nur noch in Materialien tief aus der Lunge mit diesem Verfahren nachweisbar. 

In der zweiten/dritten Woche der Symptome ist das Virus oft nicht mehr über diesen PCR-Test nachweisbar. Da das Virus jedoch mittlerweile vom Immunsystem erkannt wurde und dieses mit Abwehrmaßnahmen begonnen hat, können jetzt Antikörper im Blut nachweisbar sein. 

Antikörpertest
Bei diesem Verfahren wird nicht das Virus selbst nachgewiesen, sondern die Immunreaktion gegen/auf das Virus. Als ein Teil der Immunabwehr bildet das Immunsystem virusspezifische Antikörper. Dabei handelt es sich um Eiweiße, die Funktionen in der Neutralisierung und weiteren Bekämpfung des Virus erfüllen. Diese sind dabei ganz spezifisch gegen das Virus maßgeschneidert. Der Nachweis dieser ganz einzigartigen Eiweiße im Blut ist also Ausdruck einer erfolgten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Virus. Die abgelaufene oder aktuell ablaufende Auseinandersetzung zwischen Immunsystem und Virus wird also mit diesem Test nachgewiesen. 

Zwischen Eindringen des Virus in den Körper und Bildung der ersten Antikörper durch das Immunsystem vergehen jedoch meist 10-20 Tage. Der Antikörpertest aus dem Blut ist also nicht - oder kaum - zur Diagnose einer Covid-19-Infektion im akuten Stadium geeignet. 
Der Test auf Antikörper kann jedoch ab der zweiten Krankheitswoche - wenn die PCR bereits nicht mehr sicher aussagekräftig ist - sinnvoll sein, um länger anhaltende Symptome einer Covid-19-Erkrankung zuzuordnen. In diesem Fall - also zur Abklärung konkreter Symptome/Beschwerden - werden die Kosten dieser Antikörpertests auch von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen. 

Eine andere Fragestellung an solche Tests kann sein: Habe ich bereits - eventuell ohne Symtome gehabt zu haben - eine Coronavirus-Infektion durchgemacht? 

Um seriös zu bleiben, muss gesagt werden, dass die Aussagekraft von Antikörpertests von Experten durchaus kontrovers diskutiert wird:

Zum einen besteht die Möglichkeit, dass diese Tests vereinzelt Antikörper als vermeintlich gegen SARS-CoV-2 gerichtete Antikörper nachweisen, die sehr hohe Ähnlichkeit haben, jedoch nach einer Auseinandersetzung des Immunsystems mit eng verwandten anderen Viren gebildet wurden. Hier kommen insbesondere vor Kurzem abgelaufene Erkältungskrankheiten infrage, die durch die vier seit langem bekannten Erkältungs-Coronaviren ausgelöst wurden. Letztere könnten zur Bildung von Antikörpern geführt haben, die der Test fälschlicherweise als Antikörper gegen das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) nachweist. Hierbei handelt es sich dann um ein "falsch-positives" Testergebnis.
Je weniger solche falsch-positive Testergebnisse auftreten, desto höher ist die Spezifität. Der von mir verwendete Test hat nach umfangreichen Untersuchungen der Herstellerfirma eine Spezifität von 99,9%! In einer Untersuchung an 989 Proben fand sich nur ein falsch-positives Ergebnis.
Im Idealfall sollte jeder "positive" Befund mit einem zweiten "Bestätigungstest" verifiziert werden. Diese Tests sind jedoch labortechnisch so aufwändig, dass sie nicht breit zur Nachtestung aller "positiven" Antikörpertests eingesetzt werden können. Es bleibt also bei einem "positiven" Testergebnis eine gewisse Unsicherheit, dass dieses positive Ergebnis auch "falsch positiv" sein könnte und nicht Ausdruck einer abgelaufenen SARS-CoV-2-Infektion ist. 

Falls keine Covid-19-verdächtigen Symptome vorgelegen haben, ist diese Vortestwahrscheinlichkeit von der Häufigkeit von SARS-CoV-2-Antikörpern in der Bevölkerung abhängig. Je weniger Menschen Antikörper haben, desto geringer ist die "Vortestwahrscheinlichkeit", desto schwerer wiegen falsch-positive Ergebnisse

Hier ein Beispiel, um dies zu erklären:
Kämen wir auf die Idee, alle 3,7 Mio Berliner auf SARS-CoV-2-Antikörper zu testen, so müssten mit einem 100% empfindlichen Test, all jene Berliner positiv getestet werden, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten.
Offiziell haben sich in Berlin bis zum heutigen Tag 6.874 Menschen (Stand: 03.06.2020) mit SARS-CoV-2 angesteckt. Dies sind jedoch nur die bekannten und im Labor positiv getesteten Fälle. Geht man von einer Dunkelziffer aus - also Menschen, die entweder ohne Symptome unbemerkt eine Infektion durchgemacht haben oder Menschen, die zwar Erkältungssymptome hatten, aber nicht getestet wurden obwohl die Symptome durch SARS-CoV-2 bedingt waren - so kommen wir auf vielleicht 15.000 bereits Antikörper tragende Menschen in Berlin (Prävalenz 0,4%).
Geht man davon aus, dass der Test eine Spezifität von 99,9% hat, so werden 0,1% der Testergebnisse "falsch-positiv" sein, entspricht bei 3,7 Mio Berlinern insgesamt 3.700 falsch-positiven Befunden. Der Anteil richtig-positiver Befunde beträgt dann: 15.000/(15.000+3.700) = 0,80. Das heißt, 80% der positiven Antikörper-Ergebnisse sind richtig-positiv und entsprechen einer durchgemachten Covid-19-Erkrankung (Positiver Prädiktiver Wert). In einem von fünf Fällen ist jedoch das Ergebnis falsch und entspricht eben nicht einer durchgemachten Infektion und somit nicht einer Immunität gegen das Virus. Wäre die Durchseuchung in der Bevölkerung bei 15% (statt 0,4%), so ergäbe dies einen PPW von  98%. Dann: 185.000 richtig-positive/(185.000 richtig-positive+3.700 falsch-positive) = 0,98.

Die Vortestwahrscheinlichkeit ist jedoch deutlich höher, wenn der/die Getestete eine Covid-19-verdächtige Symptomatik hatte oder hat! Letztere besteht typischerweise aus Fieber, trockenem Husten, Schlappheit, oft einem Ausfall des Geruchssinns und oft auch Durchfall. Wer also solche Symptome seit März 2020 hatte, bei dem dürfte die Aussagekraft eines positiven SARS-CoV-2-Antikörpertests sehr viel höher sein. 

Ein zweiter Kritikpunkt an diesen Tests liegt in der Frage, was ein positives Testergebnis praktisch bedeutet. Nicht jeder SARS-CoV-2-spezfische Antikörper ist in der Lage, das Virus zu neutralisieren und somit an der Ausbreitung zu hemmen. Dies wäre jedoch sehr wahrscheinlich nötig, um eine Immunität gegen das Virus zu vermitteln. Experten schätzen zwar, dass eine abgelaufene SARS-CoV-2-Infektion mit einer zumindest vorübergehenden Immunität einhergeht. Es ist jedoch nicht bekannt, ob jeder "richtig-positive" Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 immer mit einer Immunität gegen das Virus einhergeht

All diese Unsicherheiten bedenkend, gibt es dennoch bei vielen Menschen ein Interesse daran, ihren "Antikörperstatus" zu erfahren. Neben einer Vielzahl von mehr oder weniger gut geeigneten, nicht selten jedoch qualitativ fragwürdigen Schnelltests, gibt es eine Reihe sehr solider Tests von namhaften Diagnostika-Herstellern, die vor allem in Laborautomaten zum Einsatz kommen. 
Einen dieser Antikörpertests kann ich Ihnen ab sofort in meiner Praxis anbieten. Es handelt sich um einen Test der sehr angesehenen französischen Firma biomerieux, die eine Vielzahl von diagnostischen Verfahren im Bereich der Mikrobiologie und Virologie entwickelt und vertreibt. Den von biomerieux entwickelten Tests auf IgG-Antikörper gegen SARS-CoV-2 kann ich mit einem Laborautomaten in meiner Praxis durchführen.
Die Untersuchung dauert 30 min, ein Ergebnis liegt also meist am gleichen Tag vor. Der Test ist hochgradig standardisiert, die Analysegenauigkeit wird durch regelmäßige Kalibrierungen und Kontrollmessungen überprüft. Der Test hat nach Herstellerangaben eine 99,9%ige Spezifität und eine sehr hohe Sensitivität. Eine Abrechnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ist mit diesem Test nicht möglich. Hier könnte aber - bei gegebener Indikation - eine Testung in einem Einsendelabor erfolgen. 

Privatpatienten und Selbstzahlern kann ich den Test zum Preis von 20,11€ anbieten. 

Falls Sie Intersse haben, sprechen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine email: glaunsinger@praxis-prenzlauer-berg.de

Schönes Wochenende

Tobias Glaunsinger
 

Liebe Patientinnen und Patienten,


mit großer Freude habe ich wahrgenommen, dass sich viele von Ihnen/Euch für meine Versuche interessiert haben, etwas Klarheit in den Dschungel an Informationen über das neue Coronavirus zu bringen. Die positiven Rückmeldungen bestärken mich, von Zeit zu Zeit weitere Updates zu liefern und insbesondere auch häufig gefragte Themen anzusprechen. Der Übersichtlichkeit halber fasse ich meine bisherigen Veröffentlichungen schrittweise mit neuen zusammen und werde alles etwas besser gliedern:  


Chronologie

 
Mitte Dezember 2019 kommt es in der zentralchinesischen Stadt Wuhan zu einer Häufung von schweren Lungenentzündungen ohne nachweisbare Erklärung.

Am 30.Dezember 2019 warnt Li Wenliang, ein Augenarzt aus einem Krankenhaus in Wuhan, seine Kollegen in sozialen Netzwerken vor dem mutmaßlichen Ausbruch eines neuartigen Virus, welches SARS-artige Erkrankungen mache. Er wird am 3. Januar 2020 unter Androhung von Strafen zum Schweigen gebracht. Er selbst wird am 12. Januar 2020 ins Krankenhaus aufgenommen, nachdem er Husten, Fieber und Luftnot bekommen hatte. Später wird bei ihm Covid-19 diagnostiziert. Er stirbt am 6. Februar 2020.

Am 31. Dezember 2019 melden die chinesischen Behörden an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass ein unbekannter Erreger als Ursache der gehäuften Lungenentzündungen vermutet wird. Es wird spekuliert, dass der Erreger auf dem Huanan Seafood Wholesale Market“ von Tieren auf Menschen übergegangen sei, da ein Großteil der ersten Erkrankten einen Zusammenhang mit dem Markt hatten.

Am 7. Januar 2020 wird ein bis dato unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren als Grund der Infektionen identifiziert. Es wird zunächst als „neuartiges CoronaVirus (2019-nCoV) bezeichnet“.

Am 12. Januar 2020 wird das Genom des Virus entschlüsselt und veröffentlicht. Kurze Zeit später wird das erste Nachweisverfahren – unter anderem von Forschern aus der Berliner Charité – entwickelt.

Am 21. Januar 2020 wird der erste Fall in den USA bekannt.

Am 23. Januar 2020 verhängt die chinesische Regierung in Wuhan und der Region Hubei drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und startet ein bis dahin nie dagewesenes, extrem aufwändiges Programm zur Seuchenkontrolle.

Am 24. Januar 2020 sind bereits 830 Infektionen in 9 Ländern außerhalb Chinas bekannt. Die ersten Fälle in Europa werden aus Frankreich berichtet.

Am 28. Januar 2020 wird die erste Infektion in Deutschland im Landkreis Starnberg/Bayern berichtet. Ein Mann aus einem Autozulieferer-Betrieb hat sich während des Besuchs einer chinesischen Kollegin an dieser infiziert. Der Ausbruch kann zunächst gut kontrolliert werden.

Am 30. Januar 2020 erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektion zum Globalen Gesundheitsnotstand. Am gleichen Tag wird eine Frau aus Bayern positiv getestet, nachdem sie sich wenige Tage zuvor in Tirol auf einer Berghütte aufgehalten hat.

Am 04. Februar 2020 wird ein Kreuzfahrtschiff, die „Diamond Princess“ im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt, nachdem auf dem Schiff 10 Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekannt wurden. In den nächsten zwei Wochen infizieren sich mindestens 700 Menschen auf dem Schiff, 4 sterben.

Am 8. Februar 2020 kommt es zu einem Ausbruch in Südkorea, nachdem es bei einer Massenhochzeit einer Sekte zu vielen Ansteckungen gekommen ist. Südkorea wird in den kommenden Wochen zu einem der am stärksten betroffenen Länder.

Am 11. Februar 2020 erhält das neuartige Coronavirus einen offiziellen Namen: SARS-CoV-2. Die Erkrankung, die durch das Virus ausgelöst wird, bekommt den Namen Covid-19, abgeleitet von CoronavirusDisease und dem ersten Auftreten im Jahr 2019.

Am 15. Februar 2020 nimmt ein Paar in Gangelt (Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfahlen) an einer Karnevalssitzung teil. Das Paar hat sich zuvor unwissentlich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Diese Karnevalssitzung gilt als Ausgangspunkt eines der stärksten lokalen Ausbrüche in Deutschland.

Am 19. Februar 2020 findet in Bergamo (Norditalien) ein Fußballspiel im Rahmen der Champions League zwischen den Clubs Atalanta Bergamo und FC Valencia statt. 44.000 italienische und 2.000 spanische Fußballfans reisen für dieses Spiel an. Die An- und Abreise in Bussen von/nach Milano, das stundenlange Verweilen im Stadion und ausgelassene Feiern nach dem Spiel in überfüllten Bars wird von einigen Epidemiologen als „biologische Bombe“ bezeichnet. Ob dieses Spiel die in den kommenden Wochen folgenden massiven Coronavirus-Ausbrüche in Bergamo und Norditalien sowie in Spanien angeheizt hat, ist nicht sicher belegt. Die Vermutung liegt jedoch sehr nah…

Am 20.Februar 2020 wird der erste Patient mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auf eine Intensivstation ins Codogno Hospital (Region Lombardei, Norditalien) aufgenommen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden erhöht sich die Anzahl der Patienten bereits auf 36. Die Epidemie in Italien hat begonnen.

Am 21. Februar 2020 sind in China mindestens 75.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 2.200 sind daran gestorben.

Am 23.Februar 2020 ist Italien das am stärksten betroffene Land Europas – mehrere Städte in Norditalien werden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wird abgebrochen.

Am 25. Februar 2020 wird das Virus bei einem Mann in Göppingen/Baden-Württemberg festgestellt, der zuvor in Mailand gewesen ist.

Am 26. Februar 2020 sind in Italien mehr als 150 Menschen infiziert. Österreich stellt den Zugverkehr mit Italien ein. Drei weitere Infektionsfälle werden aus Baden-Württemberg gemeldet. Alle Infizierten hatten sich zuvor in Norditalien aufgehalten.

Am 27. Februar 2020 berichtet die Stadt Heinsberg von 20 bestätigten Infektionen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Erkrankten während der Karnevalssitzung am 15. Februar 2020 angesteckt haben. Sechs weitere Infektionen werden aus Baden-Württemberg, je eine aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg sowie 14 aus NRW gemeldet.

Am 28. Februar 2020 gibt es in ganz Deutschland nachgewiesene Infektionen. Schwerpunkte sind Ausbrüche in Heinsberg, Bayern und Baden-Württemberg. Im Kreis Heinsberg sind jetzt 37 Infektionen nachgewiesen, die alle auf das infizierte Ehepaar auf der Karnevalssitzung am 15. Februar zurückzuführen sind. Am Tag darauf sind es bereits 60 Fälle.

Am 1. März 2020 wird der erste Fall aus Berlin gemeldet. Das Überraschende: Es war ein Zufallsfund. Der Patient stellte sich mit grippalen Beschwerden in einer Notaufnahme vor, wurde jedoch nach kurzer Behandlung wieder nach Haus entlassen. Bei einem parallel zu einem Test auf Influenza durchgeführten Test auf SARS-CoV-2 wurde die Coronavirus-Infektion – zufällig – nachgewiesen.

Am 2. März 2020 gibt es 150 Infizierte in Deutschland. Bereits am 6. März werden es 500 sein. Der erste Fall in Brandenburg wird bei einem Mann festgestellt, der sich zuvor in Südtirol aufgehalten hatte.

Am 9. März 2020 wird in ganz Italien eine Reisebeschränkung und eine weitgehende Ausgangssperre verhängt. Das gesamte Land wird zur Sperrzone erklärt. In Deutschland gibt es die ersten beiden Todesfälle, einer davon in Gangelt, Kreis Heinsberg.

Am 11. März 2020 erklärt die WHO offiziell, dass es sich um eine Pandemie handelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht das Thema zur Chefsache und erklärt erstmals, dass sich wahrscheinlich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung mit dem Virus infizieren werden.

Am 13. März 2020 wird der erste Fall aus einem Pflegeheim in Wolfsburg/Niedersachsen gemeldet. Im Verlauf werden mindestens 79 Bewohner positiv getestet, 27 sterben.

Am 20. März 2020 beschließen Bayern und das Saarland erste Ausgangsbeschränkungen.

Am 21. März 2020 meldet Italien 793 Todesfälle durch Covid-19. Die Kliniken in Bergamo sind völlig überlastet.

Am 22. März 2020 sind in Deutschland mehr als 18.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert, davon 55 gestorben. Der Bund beschließt ein weitgehendes Kontaktverbot.

Am 27. März 2020 wird bekannt, dass sich der britische Premierminister Boris Johnson, der noch vor kurzem die Infektion verharmlost und Kontaktbeschränkungen abgelehnt hat, an Covid-19 erkrankt ist. Einige Tage später wird er erst ins Krankenhaus, kurz darauf auf eine Intensivstation aufgenommen.

Am 30. März 2020 lässt die US-Marine ein Lazarettschiff mit 1.000 Betten im Hafen von New York City anlegen, weil die Krankenhäuser überlastet sind. Zuvor war bekannt geworden, dass mitten in New York City Leichen in Kühlwagen gelagert werden, weil die Kapazität der Leichenhallen und Bestatter überschritten wurde.

Am 31. März 2020 bezeichnet der UN-Generalsekretär Guterres die Coronavirus-Infektion als die größte Herausforderung an die Welt seit dem 2. Weltkrieg.

Am 08. April 2020 sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen mit dem Virus infiziert oder haben die Infektion überstanden. 1.816 sind infolge Covid-19 gestorben. Eine beeindruckende Grafik zur Ausbreitung in Deutschland finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland#/media/Datei:COVID-19_spread_in_Germany_(27_February_to_22_March_2020).gif

Am 23. April 2020 veröffentlicht die New York Times Daten zur Übersterblichkeit, also zur das erwartete Maß übersteigenden Sterblichkeit in verschiedenen Ländern: https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html

Am 24. April 2020 berichtet das Projekt Euromomo („European Mortality Monitoring Project“), welches die Sterblichkeitsstatistik in Europa erfasst, dass die Coronavirus-Epidemie tödlicher ist als die Grippe. Ein großer Teil der europäischen Länder melden eine mehr als 15-fach erhöhte Sterblichkeit verglichen den für diese Zeit üblichen Sterberaten. Allein in der 13. Kalenderwoche seien in den meldenden Ländern 18.000 Verstorbene zusätzlich gezählt worden als im Mittel der vorangehenden Jahre in der gleichen Kalenderwoche. Die eindrucksvollen Daten finden Sie hier: https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/


Das Virus

Der Erreger von Covid-19 – SARS-CoV-2 gehört zur Gruppe der Coronaviren. Diese haben ihren Namen aufgrund ihres Aussehens. In ihrer Hülle befinden sich stachelartig nach außen gerichtete Eiweiße („spike“-Proteine), welche die Viren wie mit einer Krone (lateinisch „Corona“) geschmückt aussehen lassen. Die Virusgruppe ist seit den 1960er Jahren als Auslöser von Infektionen bei Menschen und Tieren bekannt.

Als krankmachend („pathogen“) für den Menschen waren bis Ende letzten Jahres sieben Vertreter bekannt. Vier sind typische Auslöser von Erkältungskrankheiten (HCoV-229E, HCov-NL63, HCoV-OC43, HKU1). Sie sind jedes Jahr für bis zu 15% der Erkältungsinfekte verantwortlich. Ein weiteres der bereits bekannten Coronaviren – HECoV – kann Darminfektionen (Durchfall) auslösen.

Im Jahr 2002/2003 kam es zu einem Ausbruch eines bis dahin nicht bekannten, zu diesem Zeitpunkt „neuartigen“ Coronavirus, welches zu einer akuten schweren Infektionen der Atemwege bei Menschen (Severe Acute Respiratory Syndrome) geführt hat. Das auslösende Virus wurde SARS-CoV genannt. Die meisten Fälle wurden in China, Taiwan, Singapur und Hongkong registriert. Außerhalb von Asien war Kanada mit 251 Fällen am stärksten betroffen. Die Ausbreitung dieses SARS-Virus kam 2003 zum Stehen und seitdem traten keine erneuten Ausbrüche auf. Im Rahmen der Epidemie kam zu 8.096 bekannten Infektionen und zu 774 Todesfällen (Fallsterblichkeit 9,5%).

Im Jahr 2012 kam es erneut zu einer Häufung akuter schwerer Lungenentzündungen mit einem SARS-ähnlichen Krankheitsbild, diesmal auf der arabischen Halbinsel. Schnell wurde ein weiteres, zu diesem Zeitpunkt „neuartiges“ Coronavirus als Auslöser identifiziert. Das bevorzugte Vorkommen der Erkrankung auf der arabischen Halbinsel führten zur Namensgebung Middle East Respiratory Syndrome. Das auslösende Virus wurde als MERS-CoV bezeichnet. Neben einem größeren Ausbruch 2015 in Südkorea, wohin das Virus durch einen Reisenden von der arabischen Halbinsel eingeschleust wurde, fanden (und finden) die meisten Infektionen in Saudi-Arabien statt. Ende Februar 2020 waren der WHO insgesamt 2.519 Erkrankungen bekannt, von denen 866 zum Tode führten (Fallsterblichkeit 34%).

Das jetzt neuartige Coronavirus hat die größte Ähnlichkeit mit dem SARS-Erreger. Dies hat jetzt zur Namensgebung SARS-CoV-2 geführt. Es stammt ursprünglich – genau wie SARS-CoV – aus dem Tierreich. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist es von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden. Wie und wann der Übertritt zum Menschen erfolgte und ob es ein weiteres Tier (Pangolin?) als Bindeglied dieser Übertragungskette gegeben hat, ist noch immer nicht endgültig geklärt.

Im Gegensatz zum „alten“ SARS-CoV ist das neue SARS-CoV-2 sehr viel leichter von Mensch zu Mensch übertragbar. Während sich SARS-CoV vor allem in der Lunge vermehrt, findet beim „neuen“ SARS-CoV-2 – zumindest zu Beginn der Erkrankung – eine sehr starke Vermehrung im Rachen statt. Es kommt zu sehr hohen Viruskonzentrationen in Mund-Rachen-Nasen-Sekreten (Speichel etc.). Folglich kann eine Übertragung durch kleinste Tröpfchen, die beim Husten und Niesen, aber auch beim Sprechen, Singen und Atmen entstehen, erfolgen. SARS-CoV-2 ist ein behülltes Virus, das heißt es besitzt eine (sehr empfindliche!) Membran. Dadurch ist es sehr empfindlich gegen Austrocknung, Hitze, Desinfektionsmittel und Seifen.

Übertragung & Ausbreitung


Wann ist man infektiös?
Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, sind meist nur in einem relativ kurzen Zeitfenster (7 Tage) im Rahmen normaler sozialer Kontakte infektiös. Davon abzugrenzen sind zusätzlich besondere Ansteckungsrisiken im medizinischen Bereich – beispielsweise bei einer Intubation oder einer Endoskopie der Bronchien (Bronchoskopie).

Im Bereich der Alltagskontakte besteht bereits 1-2 Tage VOR dem Auftreten der ersten Symptome bei einem Infizierten die Gefahr, das Virus auf andere zu übertragen!
Es können also auch Menschen andere anstecken, die sich selbst für gesund halten!
Es wird sogar geschätzt, dass der Tag VOR dem Beginn der ersten Symptome der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ist, das Virus auf andere zu übertragen! Etwa 44% – fast die Hälfte (!) – aller Übertragungen findet statt, BEVOR der Virusträger seine eigene Infektion in Form von Symptomen bemerkt!  

Einmal mit Symptomen erkrankt, lässt die Gefahr, andere anzustecken recht schnell nach. Forscher aus München und aus der Charité haben anhand intensiver Untersuchungen an Infizierten zeigen können, dass sich das Virus nur in den ersten Tagen stark im Rachen vermehrt.  Später im Krankheitsverlauf verlagert sich die Virusvermehrung zunehmend in die Lungen. In den ersten fünf Tagen mit Symptomen konnte man das Virus aus dem Rachen gut nachweisen, danach zunehmend seltener. „Lebendes“ = infektiöses Virus ließ sich aus dem Rachen in Zellkultur nur innerhalb der ersten vier symptomatischen Tage anzüchten. Man kann also vermuten, dass es für soziale Kontakte ein infektiöses Zeitfenster gibt, welches 2 Tage vor Beginn der Symptome beginnt und bis etwa 5 (maximal 8) Tage nach Beginn der Symptome anhält. Jenseits dieser Zeiten ist eine Ansteckung – zumindest bei leichtem bis moderaten Krankheitsverlauf, also ohne Notwendigkeit eines Krankehausauftenthalts, im Rahmen sozialer Kontakte – unwahrscheinlich. Bei medizinischen Maßnahmen – zum Beispiel bei einer Intubation oder einer Bronchoskopie – hat der Arzt direkten Zugang zu den tiefen Atemwegen in der Lunge, in denen sich das Virus auch später noch sehr stark vermehren kann. Hier ist – auch später noch – von einer Infektionsgefahr auszugehen!


Abstand & Mundschutz!
Die Übertragung durch kleinste Tröpfchen in der Luft gilt als wichtigster Übertragungsweg! Diese Tröpfchen entstehen sehr zahlreich beim Husten/Niesen, aber auch beim Sprechen, Singen und atmen. Da sich zumindest die größeren Tröpfchen zumeist nur in einem Radius von 1,5 ( bis 2) Metern um den infizierten Menschen ausbreiten, gilt die Beachtung eines Mindestabstands zu anderen Menschen als sehr effektive Maßnahme, um sich vor einer Infektion durch Einatmen dieser Tröpfchen zu schützen. Dieser Abstand ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen es nur zu einem geringen Austausch der umgebenden Luft (geschlossene Räume!) kommt. Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung durch die Luft geringer, weil die Luft stärker ausgetauscht, das Virus dadurch verdünnt wird. Dennoch: Auch im Außenbereich verringert ein Mindestabstand zu anderen Menschen die Infektionsgefahr!

„Chirurgische“ Atemmasken (Mund-Nasen-Schutz) oder (selbstgenähte) Baumwoll-/Stoffmasken hindern vor allem größere Tröpfchen daran, vom Maskenträger in die umgebende Luft abgegeben zu werden. Sie stellen also vor allem einen Schutz für die Menschen in der Umgebung des Trägers dar. Zu einem gewissen Grad ist jedoch auch der Träger dieser Art von Masken vor dem Einatmen infektiöser Tröpfchen geschützt. Dieser Schutz ist jedoch nicht vollständig! Zum einen könnten kleinste Tröpfchen durch den Stoff hindurchdringen, zum anderen könnten diese beim Atmen am (nicht dicht das Gesicht abschließenden) Rand der Maske vorbei „angesaugt“ werden. Dennoch: Auch wenn diese Masken keinen hundertprozentigen Schutz bieten, so sind sie dennoch sinnvoll! Vor allem zum Schutz der anderen, jedoch auch etwas zum Selbstschutz. Und wenn mein Gegenüber und ich eine Maske tragen, haben beide etwas von beiden Effekten. Prägnanter als im vorliegenden Text kann man es nicht zusammenfassen:

Wichtig ist dennoch, an einen Mindestabstand zu anderen zu denken!

Im Gegensatz zum Mund-Nasen-Schutz – egal ob als Einwegartikel oder waschbar aus Stoff – gibt es professionelle, filtrierende Masken. Diese Schutzmasken müssen – je nach Bauart – 80% (FFP-1), 95% (FFP-2 oder KN95) und 99% (FFP-3) der in der Einatemluft enthaltenen Partikel bis zu einer bestimmten Größe herausfiltern. Wichtig dafür ist ein dicht abschließender Sitz der Maske auf der Gesichtshaut! Ein Vollbart macht das richtige Tragen dieser Masken beispielsweise nahezu unmöglich. Hinzu kommt, dass der dichte Abschluss dieser Masken, verbunden mit dem erhöhten Atemwiderstand durch das Filtergewebe, das Atmen deutlich erschwert.  

Diese filtrierenden Masken werden für den Schutz des medizinischen Personals in besonders infektionsgefährdeten Situationen dringend benötigt. Die Intubation eines an einer Covid-19-Lungenentzündung leidenden, luftnötigen Patienten stellt für den Arzt ohne diese speziellen Masken ein hohes Risiko für eine Infektion dar, weil er direkt infektiösen Tröpfchen aus der Lunge des Patienten ausgesetzt wäre.
Bedingt durch das weltweite, nahezu gleichzeitige und unvorhergesehene Auftreten des neuartigen Coronavirus kam es seit Jahresbeginn zu einem sprunghaft massiven Anstieg der Nachfrage nach diesen Masken. Der größte Teil der Produktion dieser Masken wurde in den letzten Jahren nach China verlagert. Ausgerechnet in das Land, in dem die Pandemie ihren Ursprung hatte. Chinas Industrieproduktion ist durch die Infektion jedoch zeitweise massiv reduziert worden. Hinzu kam, dass China im Januar einen Großteil der Masken für den Eigenschutz benötigte.
Obwohl sich die Verfügbarkeit langsam bessert, herrscht im so dringend auf diese FFP-Masken angewiesenen medizinischen Bereich weltweit ein gefährlicher Mangel. Deshalb meine dringende Bitte: Kaufen Sie den medizinischen Einrichtungen nicht diese existenznotwendigen Arbeitsmittel weg! Je größer die Nachfrage, desto schwerer sind diese zu bekommen. Und um so mehr steigt der Preis. Ich selbst habe zwischenzeitlich im Fachhandel für Arztpraxen bis zu 15 Euro für eine Maske bezahlt, die zu „normalen“ Zeiten für 2,50€ zu haben ist. Die Kosten dafür trage ich zu 100%, hier gibt es keine „Corona-Zuschüsse“ für die Anschaffung von Schutzausrüstung in Arztpraxen.

Im Privatbereich sind diese filtrierenden Masken kaum nötig – besonders gefährdete Gruppen vielleicht ausgenommen. Hinzu kommen die hohen Ansprüche an den sicheren, dicht abschließenden Sitz und das zuweilen deutlich erschwerte Atmen. Eine FFP-Maske auf einem Vollbart oder unter Aussparung er Nase getragen ist sinnlos!


Desinfektionsmittel?
Daneben sind Infektionen über kontaminierte Oberflächen möglich. Im Privathaushalt ist die Nutzung von Desinfektionsmitteln jedoch NICHT erforderlich und nicht ratsam! Dies gilt auch in Zeiten von SARS-2. 

Die umhüllten (mit einer sehr empfindlichen (!), für das Virus äußerst wichtigen Membran umgebenen) Coronaviren sind außerhalb des Körpers sehr leicht durch Austrocknung, Hitze und Seife unschädlich zu machen.
Gründliches Händewaschen mit Seife sowie normales Reinigen von Oberflächen mit Haushaltreinigern und von Wäsche mit üblichen Waschmitteln reicht meist aus, um das Virus zumindest massiv zu schädigen und zu reduzieren. Bei allen Infektionen ist es nie der einzelne Erreger, der eine Infektion auslöst, sondern eine mindestens nötige Erregermenge (Infektionsdosis), die zum Auslösen einer Infektion übertragen werden muss. Deshalb ist es nicht nötig, jedes Virus unschädlich zu machen. Dies wird einem auch so gut wie nie gelingen.

Da nur eine intakte Haut eine gute Barriere gegen Bakterien und Viren darstellt, sollte man bei häufigem Händewaschen an die regelmäßige Nutzung von Handcremes denken!

Desinfektionsmittel sind in Arztpraxen und Krankenhäusern wichtig, wo sich Ärzte und Pflegekräfte nicht nach jedem Patientenkontakt die Hände waschen KÖNNEN. Auch die beste Haut hält es nicht aus, sich fünfzig oder mehr mal am Tag die Hände zu waschen. Da jedoch auch Desinfektionsmittel auch im medizinischen Fachhandel aktuell nur schwer zu bekommen sind, kann ich nur an Sie alle appellieren: Waschen Sie sich gründlich mit Seife die Hände und lassen Sie die verfügbaren Desinfektionsmittel für das medizinische Personal! Sie werden uns potenziell brauchen!


Handschuhe?
Immer öfter sehe ich Menschen beim Einkaufen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch als Patienten in der Praxis mit Einweghandschuhen. Hiervor kann ich nur dringend warnen und nachdrücklich empfehlen, diese „hygienische Sauerei“ sein zu lassen!

Einweghandschuhe sind nie ein Ersatz für Händehygiene! Auch ein Chirurg muss sich gründlich die Hände waschen und desinfizieren bevor er die Operationshandschuhe anzieht und nachdem er sie wieder auszieht. Einweghandschuhe sind nur für eine KURZE TRAGEZEIT und nie als Alternative zum Händewaschen/Händedesinfektion gedacht! Sie dienen lediglich dazu, den direkten Kontakt der Hände mit potenziell infektiösen, giftigen, schädigenden oder ekelerregenden Stoffen und Ausscheidungen zu verhindern. Wichtig ist die Händereinigung vor und nach dem Tragen der Handschuhe und eine KURZE Tragezeit!

Werden diese Handschuhe über längere Zeit getragen, kommt es unweigerlich zum Schwitzen der Haut in/unter den Handschuhen. Dies führt zu einer Schädigung der für eine Infektionsabwehr wichtigen Barrierefunktion der Haut. Hinzu kommt, dass sich in dem warm-feuchten Millieu schnell eine Vielzahl von Keimen vermehren können. Diese können dann über die aufgeweichte Haut mit geschädigter Barrierefunktion schnell in den Körper eindringen. Somit sind diese Handschuhe nicht nur nicht hilfreich, sondern potenziell sogar schädlich!

Obendrein sind viele Einmalhandschuhe gar nicht für ein längeres Tragen ausgelegt und werden schnell porös. An einen OP-Handschuh werden höhere Materialansprüche angelegt als an einen medizinischen Schutzhandschuh und dieser muss mehr aushalten als ein nicht als Medizinprodukt geprüfter Handschuh aus dem Supermarkt...

Zusammenfassend kann man sagen, dass folgende Regeln gut geeignet sind, um die Gefahr der eigenen Infektion und die der Umgebung zu vermindern:

Hustenetikette

Husten und Niesen Sie immer in die Ellenbeuge, nicht in die Hand und nie frei in die Luft! Dies gilt auch, wenn Sie einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP-Maske tragen!      
Durch die hohen Luftgeschwindigkeiten beim Husten können Coronaviren selbst durch FFP-Masken nach Außen in die (Raum-)Luft gelangen! Und ein Teil des Virus kann sich in sehr kleinen Tröpfchen (Aerosol) über mehrere Stunden in der Raumluft aufhalten (und potenziell infektiös sein).    
Ein sehr anschauliches Experiment der Bauhaus-Universität zeigt, warum diese kleinen Maßnahmen so wirksam sein können: https://vimeo.com/399120258

Abstand halten           

Halten Sie – wann immer möglich – einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Ihren Mitmenschen.          
Hiervon ausgenommen sind Lebenspartner und Angehörige des eigenen Haushalts. Diese sind zwar durchaus auch gefährdet, sich an Ihnen – oder diese Sie – anzustecken. In Partnerschaften und im eigenen Haushalt ist das Risiko einer Ansteckung durch das enge Zusammenleben jedoch so hoch, dass man dies durch eine Abstandsregelung kaum senken kann.     
Etwas anders verhält es sich mit Angehörigen, die ein (sehr) hohes Risiko haben, besonders schwer an einer Covid-19-Infektion zu erkranken. Hier könnten das Schlafen und der Aufenthalt in getrennten Zimmern einer Wohnung und ggf. das getrennte Essen das Risiko einer Übertragung – und damit einer Gefährdung des besonders gefährdeten Angehörigen – vermindern helfen.

Meiden von Menschenansammlungen / zu Hause bleiben      

Je weniger Kontakt Sie zu potenziellen Virusträgern haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.           

Häufiges Lüften          

Je stärker die Luft in einem Raum ausgetauscht wird, desto mehr wird ein in der Luft enthaltener Stoff verdünnt. Lassen Sie also öfter mal die „dicke Luft“ raus!

Händehygiene

Waschen Sie sich häufiger gründlich die Hände, insbesondere wenn Sie im Außenbereich Gegenstände berührt haben (Türklinken, Einkaufswagen…). Achten Sie auf die Hautpflege mit einer Handcreme! Aber bitte: KEINE EINWEGHANDSCHUHE!

Nicht ins Gesicht fassen          

Die Schleimhäute der Augen, der Nase und des Mundes sind potenzielle Eintrittspforten für Coronaviren. Versuchen Sie sich zu disziplinieren, sich nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen. Dies gilt insbesondere in Umgebungen, in denen man kontaminierte Oberflächen (Türklinken, Einkaufswagen…) angefasst haben könnte. Hierdurch könnte das Virus von der Hand ins Gesicht und weiter ins Auge, Mund oder Nase „verschmiert“ werden. Achten Sie bitte auch darauf, die Innenseite Ihrer Schutzmaske niemals mit den (kontaminierten) Fingern zu berühren!
 

Ausbruch – Epidemie – Pandemie:
Unterschiede und deren Bedeutung


SARS-CoV-2: neues Virus trifft auf unvorbereitetes Immunsystem
SARS-CoV-2
ist ein für den Menschen neues, bisher nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkulierendes Virus. Dies bedingt, dass sich die Immunsysteme der Menschen noch nie mit diesem Virus auseinandergesetzt haben – die Menschen sind bezogen auf dieses Virus „immunologisch naiv“. Es gibt also zum Beginn der Pandemie in der Bevölkerung noch keinerlei Immunität gegen das Virus.

Dies ist wichtig, um zu verstehen, dass sich das Virus deshalb sehr schnell in der Population ausbreiten kann. Die Immunsysteme der Menschen haben dieses und sehr eng verwandte Viren bisher nie gesehen und werden quasi „überrascht“. Da jede Immunreaktion gegen einen bisher unbekannten Erreger - also das "Erkennen" des Eindringlings und die Bildung von Abwehrkräften - zunächst ein paar Tage Zeit braucht, kann sich das Virus im Körper der Infizierten zunächst ungehemmt vermehren. Hierbei kommt es zu sehr hohen Virus-Konzentrationen. Diese treten im Fall von SARS-CoV-2 ausgerechnet in den (leicht in die Umgebung freigesetzten) Rachensekreten auf. Hierdurch ist vor allem in den ersten Tagen der Infektion eine sehr leichte Übertragung auf andere Menschen – die sich wiederum über die Aufnahme des Virus in den Nasen-Rachen-Raum infizieren – möglich. 

Genau hierin liegt der wesentliche Unterschied zu einer Infektion mit den anderen „bekannten“ Erkältungs-Coronaviren. Da letztere seit langer Zeit in der Bevölkerung zirkulieren und sich fast jeder Erwachsene im Laufe seines Lebens bereits ein- oder mehrmals mit jedem dieser Viren infiziert hat, hat dessen Immunsystem einen gewissen Grad von Vorbereitung auf eine erneute Infektion – eine (Teil-)Immunität – entwickelt. Kommt es zu einer erneuten Infektion, kann das Immunsystem das Virus schnell erkennen und mit bereits vorgefertigten spezifischen Abwehrmechanismen bekämpfen. Hierdurch kann eine erneute Erkrankung vollständig verhindert (Immunität) oder zumindest abgeschwächt (Teil-Immunität) werden. Denselben Effekt hätte eine Impfung.

Trifft ein für die Menschheit völlig neuartiges Virus auf eine immunologisch nicht vorbereitete („immunologisch naive“) Bevölkerung, kann es sich also rasend schnell ausbreiten. Je effektiver/einfacher die Übertragung ist, desto schneller ist die Ausbreitung. Je leichter empfängliche Menschen mit infektiösen Sekreten in Kontakt kommen, desto leichter ist die Übertragung.
SARS-CoV-2 vermehrt sich sehr stark im Nasen-Rachen-Raum. Infektiöse Tröpfchen werden bei jedem Husten, Sprechen, sogar beim schlichten Atmen in die Umgebung freigesetzt. Empfängliche Menschen in der Umgebung werden durch simples Einatmen dieser Tröpfchen infiziert.

Dies unterscheidet SARS-CoV-2 beispielsweise von SARS oder HIV:
Das „alte“ SARS-Virus vermehrte sich vorwiegend in der Lunge. Der Weg der infektiösen Tröpfchen aus die Tiefer der Lunge nach Außen war sehr viel komplizierter als der Weg vom Rachen nach außen. Deshalb waren Mensch-zu-Mensch-Übertragungen zwar möglich, aber sehr viel unwahrscheinlicher als bei SARS-CoV-2. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass sie SARS-Epidemie 2003 nach „nur“ fast 8.000 Infektionsfällen zum Stillstand gebracht werden konnte.
HIV, gegen das es in der Bevölkerung auch keine erworbene Immunität gibt, vermehrt sich vor allem im von außen schwer zugänglichen lymphatischen Gewebe. Der Kontakt empfänglicher Menschen zu infektiösen „Sekreten“ Infizierter  – wie Blut, Sperma, Rektal- oder Vaginalsekret – ist (fast) nur bei intensiven, sehr intimen Kontakten möglich. Eine Ansteckung beim Einkaufen ist nahezu ausgeschlossen.

Je weniger das Immunsystem auf das Virus vorbereitet ist, desto besser kann es sich im Körper vermehren. Je besser sich das Virus vermehren kann, um so höher ist die Viruskonzentration in den Erkrankten und um so effektiver ist die Übertragung. Dies trifft nicht nur auf SARS-CoV-2 zu. Beispielsweise kann sich HIV zu Beginn einer Infektion extrem stark im Körper vermehren. In dieser Zeit ist das Risiko, die Infektion auf andere zu übertragen, mehr als 20x höher als später, wenn das Immunsystem das Virus erkannt hat und an der ungehemmten Vermehrung hindert.
Gleichzeitig führt eine anfangs ungehemmte Ausbreitung des Virus im Körper zu einer potenziell starken Schädigung von empfänglichen Organen. Ein klassischer Teufelskreis.


Vergleich Influenza/Virusgrippe
Ähnliche Phänomene kennen wir vom Grippevirus („Influenza-Virus“). Dieses wird ähnlich wie SARS-CoV-2 über Tröpfchen übertragen und neigt sehr stark dazu, seine genetischen Eigenschaften – und dadurch seinen Aufbau – zu verändern. Es kommt in einer Vielzahl unterschiedlicher Typen vor, die einer ständigen Veränderung unterworfen sind.
So lange dieser Wandel nicht zu stark ausgeprägt ist, unterscheiden sich die veränderten Viren nur geringfügig von den vorherigen. In diesem Fall erkennt das Immunsystem von Erwachsenen – die im Laufe der Jahre vielfach Kontakt zu und Infektionen durch Grippeviren hatten – die (gering) veränderten Viren zumindest zum Teil wieder und kann sich schnell auf deren Bekämpfung einstellen. Für Kleinkinder hingegen ist der Kontakt zu Grippeviren oft der erste Kontakt (sie sind für diese Viren „immunologisch naiv“). Deshalb haben sie oft sehr viel höhere Viruskonzentrationen in ihren Nasen- und Bronchial-Sekreten, sind deshalb für ihre Eltern und die Umgebung so ansteckend und selbst öfter und schwerer an Grippe erkrankt.

Ändert sich der genetische Code und damit das Aussehen eines Grippevirus jedoch stark, so trifft es wieder auf eine für diesen (jetzt stark veränderten) Virustyp „immunologisch naive“ Bevölkerung. Es kommt zu einer schnellen, weltweiten Ausbreitung des veränderten Virus („Grippe-Pandemie“ oder "pandemische Grippe"). Die Unfähigkeit der Immunsysteme, das Virus schnell unter Kontrolle zu bringen, führt anfangs zu deren unkontrollierten Vermehrung und dadurch bedingte vermehrte Schädigung des Organismus. Die Folge sind auch deutlich mehr Todesfälle. Die bekanntesten Influenza-Pandemien waren die „Spanische Grippe“ von 1918/19, der weltweit etwa 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen, die „Asiatische Grippe“ 1957 und die „Hongkong-Grippe“ 1968-1970, welche weltweit jeweils etwa eine Million Menschenleben forderten und die „Russische Grippe“, die Ende der 1970er Jahre etwa eine halbe Million Menschen tötete.   
Davon klar abgrenzen muss man die „saisonale Grippe“, die jedes Jahr in den Wintermonaten mit – im Vergleich zu den Vorjahren – nur leicht veränderten Influenza-Viren auftritt. Gegen diese Virustypen gibt es in der Bevölkerung eine gewisse (Teil-)Immunität aus vorherigen Infektionen und zusätzlich durch Impfungen. Dennoch können auch diesen – verglichen mit pandemischen Influenza-Wellen relativ „harmlosen“ – saisonalen Grippewellen in einigen Jahren sehr viele Menschen zum Opfer fallen. Beispielsweise forderte die letzte sehr starke Grippewelle 2017/2018 in Deutschland etwa 25.000 Menschenleben. Die Opferzahlen bei einer pandemischen Influenza liegen meist bei einem Vielfachen dessen. Dies sollte man verstehen, wenn man – zuweilen auch von nicht sehr gut informierten Ärzten – hört, „dass die Grippe ja auch jedes Jahr zu Tausenden Toten in Deutschland führe und man deswegen ja auch keine Kontaktsperren mache…“.


Der hinkende Vergleich mit den Grippetoten: Fallsterblichkeit vs. Übersterblichkeit
Immer wieder wird von Kritikern der aktuellen Schutzmaßnahmen der Vergleich der Opferzahlen zwischen denen der Grippe (hier wird dann gern die Grippesaison 2017/2018 angeführt) und denen von Covid-19 ins Feld geführt. Gern wird dann angeführt, dass man wegen 25.000 geschätzten Grippetoten in der Saison 2017/2018 in Deutschland ja auch keinen „lockdown“ gemacht habe. Dagegen würden die aktuell 6.649 Covid-19-Todesfälle (Stand 03.05.2020) ja nahezu minimal sein. Hier muss man sich allerdings klar machen, dass diese beiden Zahlen überhaupt nicht vergleichbar sind! 

Etwas verwirrend für viele Laien (und einige schlecht informierte „Spezialisten“) sind in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Arten der Ermittlung von Opferzahlen
Die aktuell überall gemeldeten Todeszahlen infolge von Covid-19 beziehen sich nur auf Todesfälle, bei denen der Erreger im Körper der Opfer nachgewiesen wurde ("Fallsterblichkeit"). Wenn jemand allein und unbemerkt zu Hause (an Covid-19) verstirbt und nicht auf das Virus getestet wird, taucht er in dieser Statistik jedoch nicht auf.
Im häufigen Modell der „Übersterblichkeit“ hingegen werden zunächst einmal sämtliche Todesfälle in der Bevölkerung – egal welcher Ursache – in einem bestimmten Zeitraum gezählt. Danach werden diese Fallzahlen mit denen in anderen Zeiträumen verglichen.
Wenn als Vergleichszeiträume beispielsweise die Dauer der Grippesaison und eine gleich lange Periode außerhalb der Grippesaison gewählt werden, so werden die „überzähligen“ Toten – also die Differenz der erwarteten mit den tatsächlichen Todesfällen – der Grippe zugeschrieben. Hierin gehen dann auch die Todesfälle ein, bei denen das Grippevirus zwar nicht direkt nachgewiesen wurde, die aber dennoch ohne die Grippe nicht aufgetreten wären. Durch die Betrachtung der Übersterblichkeit werden die tatsächlichen Opferraten eines Ereignisses also objektiver gemessen als durch die Fallsterblichkeit, bei der nur nachgewiesene und damit bekannte Fälle betrachtet werden. 
Die Übersterblichkeit durch Covid-19 wird jedoch erst nach dem Ende der Pandemie klar zu beziffern sein. Die aktuell überall gemeldeten Opferzahlen stellen die Fallsterblichkeit dar. Hingegen beziehen sich die 25.000 Todesopfer der Grippesaison 2017/2018 in Deutschland auf die Übersterblichkeit. Jeglicher Vergleich mit den aktuellen Opferzahlen an Covid-19 hinkt also!

Erste Daten, die das Ausmaß der Übersterblichkeit durch Covid-19 in verschiedenen Ländern erahnen lassen, werden jedoch langsam publiziert:
https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html
oder
https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/
oder für Deutschland:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_162_12621.html

Die pandemische Coronavirus-Infektion sollte man nie mit einer saisonalen Influenza vergleichen! Wenn, dann eher mit einer pandemischen Influenza, auf keinen Fall aber mit den saisonalen Erkältungs-Coronavirusinfektionen!


Warum die Ausbreitung verlangsamen?
Wie einfach es das neue Coronavirus hatte, sich rasend schnell in einer globalisierten Welt mit unzähligen Flugverbindungen zu verbreiten, sehen wir gerade live. Es trifft auf eine empfängliche, weil für dieses Virus „immunologisch naive“ Bevölkerung. Es gibt – im Gegensatz zur (pandemischen) Grippe – keine Impfstoffe und keine Medikamente. Realistischerweise ist davon auszugehen, dass sich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung früher oder später mit dem Virus infizieren wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.   
Da auch das beste Gesundheitssystem nur begrenzte Ressourcen hat, da ein verfügbares Beatmungsgerät zur gleichen Zeit nur für einen  Patienten zur Verfügung steht, ist es jedoch ganz entscheidend, wie schnell sich das Virus ausbreitet.
Bei einer sehr schnellen Ausbreitung besteht – auch hier in Deutschland (!) – die Gefahr, dass wir das sehen, was aus China im Januar und aus Italien, Spanien und New York City im März bekannt wurde: Ein völlig überfordertes Medizin-System, welches dem massenhaften Anfall schwerstkranker Patienten nicht gewachsen war. In der Folge konnte Menschen, die im Normalfall eine gute Chance gehabt hätten, nicht mehr geholfen werden. Ärzte mussten entscheiden, wer beatmet wird und wer stirbt. Das ist auch ein Grund dafür, warum die Sterblichkeit in einer Pandemie größer ist als bei kleineren Ausbrüchen.

Modellrechnungen des Robert-Koch-Instituts für Deutschland gehen in Abhängigkeit verschiedener Faktoren von unter 10 Millionen bis über 60 Millionen Infektionen und von unter 30.000 bis über 350.000 Todesfällen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie aus. Die große Varianz der Schätzungen erklärt sich zum einen durch die Möglichkeit unterschiedlich starker saisonaler Schwankungen (das Virus könnte sich im Sommer schlechter ausbreiten als im Winter). Zum anderen wird die Möglichkeit eingerechnet, dass es doch eine gewisse Teilimmunität geben könnte (vielleicht haben ja doch einige Menschen etwas Immunschutz nach einer Auseinandersetzung mit anderen Coronaviren: „Kreuzimmunität“). Schließlich fließen aber sehr unterschiedlich gut durchgeführte Grade der Isolation Kranker und der Quarantäne potenziell Infizierter in die Rechnungen ein. In diesem Modell wird ganz klar, dass vor allem Maßnahmen zur Isolation Kranker und zur Quarantäne potenziell Infizierter von herausragender Bedeutung sind, die Infizierten- und Opferzahlen möglichst gering zu halten. Die Modellrechnung zeigt zudem, dass zwischen unter 50.000 und bis zu 650.000 Krankenhausbetten nötig wären, um die schwer an Covid-19 Erkrankten adäquat zu versorgen. 


Die Kurve abflachen ("flatten the curve")
Die Strategie vieler Regierungen ist es deshalb, die Geschwindigkeit der Ausbreitung so gut es geht einzudämmen. Man will so gut es geht versuchen, den gleichzeitigen Anfall schwer erkrankter Menschen auf das Maß zu reduzieren, das noch auf gutem Niveau behandelt werden kann. Die Kurve des Diagramms, dass die Anzahl der Erkrankten auf der y-Achse in Bezug zur Zeit auf der x-Achse darstellt, soll abgeflacht werden („flatten the curve“).
Dieses kurze Video veranschaulicht das gut: https://www.youtube.com/watch?v=Buqviy1e9uM&feature=youtu.be

Eine der wichtigsten Stellschrauben, das zu erreichen ist es, die Kontakte von Menschen untereinander so stark es geht zu beschränken. Die Washington Post einige wunderbare Animationen veröffentlich, die den Effekt von Quarantäne und Einschränkung sozialer Kontakte/Bewegungsfreiheit auf die Ausbreitung der Infektion  veranschaulichen. Sehr sehenswert! 

https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/world/corona-simulator/?fbclid=IwAR3LPQpcM3b0Lwxjg2iZngwIAgIeZL9tosVsU_52dkDzFbAshYEjqBbrX8Q

In Deutschland haben wir die befürchtete Überlastung der Intensivstationen in den meisten Regionen bisher – glücklicherweise – nicht erleben müssen! Wir haben jedoch auch das Glück, die Ausbreitung der Infektion sehr früh erkannt zu haben. Wir haben so Zeit gehabt – die Bilder aus Italien und Spanien vor Augen – uns auf das Virus vorzubereiten. Mit großem Aufwand wurden zusätzliche Kapazitäten und Betten auf Intensivstationen zur Behandlung schwersterkrankter Covid-19-Patienten geschaffen.
In einem Intensivregister (https://www.intensivregister.de/#/intensivregister werden tagtäglich freie Intensivbetten erfasst, damit Patienten gezielt in Krankenhäuser mit freien Behandlungskapazitäten gebracht werden können. Durch die zunehmende Schließung von Schulen, Gaststätten und Geschäften, durch „home office“, Reisebeschränkungen und das Verbot von Menschenansammlungen konnte die Geschwindigkeit der Ausbreitung massiv gebremst werden.
Jetzt hört man einige rufen: „Wo sind denn jetzt die ganzen Toten?“ und „Lasst uns zurück zur Normalität, es ist doch gar nichts passiert!“. So verständlich dieser Wunsch ist, ist es aber sehr wahrscheinlich ein Erfolg genau jener Maßnahmen, dass wir (noch) keine sich stapelnden Särge in Eislaufhallen und Kirchen sehen, wie in Spanien und Italien. Es ist aber wie immer: Das, was man durch Vorsicht verhindert hat, kann man nicht sehen, nur vermuten und schätzen. „There is no glory in prevention…“ Ich hoffe sehr, dass wir nicht durch unsere Ungeduld unseren Vorsprung verspielen…

Covid-19: Die Erkrankung durch SARS-CoV-2

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Aufnahme des Virus bis zum Beginn von Symptomen, beträgt im Mittel 5 Tage. Hierbei ist jedoch auch eine kürzere Zeit von 3 Tagen sowie eine Dauer von bis zu 13 Tagen möglich. 

Weiterer Text folgt demnächst

Risikogruppen für einen schweren Verlauf von Covid-19

Das Risiko, im Rahmen einer Infektion mit SARS-CoV-2 einen schweren Verlauf zu entwickeln, ist prinzipiell für jeden Menschen in jeder Altersgruppe gegeben. 
Es zeichnete sich jedoch bereits früh im Rahmen der Pandemie ab, dass einige Patientengruppen ein deutlich höheres Risiko haben, einen schweren oder gar lebensbedrohlichen Verlauf der Infektion zu entwickeln. Hier ein Überblick, was dazu aktuell bekannt ist: 

Ältere Menschen
Menschen ab einem Alter von 50-60 Jahren, vor allem aber ab 70 Jahren haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen schweren Verlauf der Erkrankung zu entwickeln. Das Risiko, an einer Covid-19-Erkrankung zu versterben, steigt mit höherem Alter deutlich an. Sehr deutlich war dies bereits anhand der ersten Auswertungen aus China zu sehen. Hier war deutlich nachweisbar, dass mit zuehmenden Alter ein immer größerer Anteil der Erkrankten im Rahmen der Infektion verstirbt (Case Fatality Rate):


In China ist die Fallsterblichkeit (Case Fatality Ratio) ab einem Alter von 50 Jahren leicht, ab 70 Jahren deutlich angestiegen:



aus: Verity et al: Lancet online März 2020

Eine ganz ähnliche Zunahme tötlicher Verläufe zeigte sich auch während des schweren Ausbruchs in Nord-Italien im Frühjahr 2020:



Jetzt wird viel darüber diskutiert, warum ältere Menschen ein höheres Risiko haben, schwerer zu erkranken. Diskutiert werden eine zunehmende Schwächung des Immunsystems, die höhere Wahrscheinlichkeit und Anzahl chronischer Erkrankungen sowie eine schlechtere Anpassungsfähigkeit älterer Menschen an schwere körperliche Belastungen. Wahrscheinlich sind viele einzelne Faktoren für das resultierende Gesamtrisiko verantwortlich. Ein körperlich fitter 80-Jähriger kann durchaus einen sehr viel leichteren Verlauf haben als ein untrainierter und übergewichtiger 50-jähriger Diabetiker... 

Männliches Geschlecht
Auffallend sind in allen Auswertungen zu schweren und tötlichen Verläufen, dass Männer hiervon immer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Woran dies liegt, ist auch nicht endgültig geklärt. Eine anfängliche Vermutung lag darin, dass Männer in china deutlich öfter rauchen als Frauen. Wahrscheinlich reicht dies als Erklärung jedoch nicht aus. 

Immunschwäche
Anfangs wurde vermutet, dass eine Immunschwäche ganz allgemein ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf ist. Diese pauschale Aussage lässt sich jedoch so nicht mehr halten. 

So geht eine gut antiretroviral behandelte HIV-Infektion - zumindest mit einer Helferzellzahl über 200/µl und einer HIV-Viruslast unter der Nachweisgrenze - sehr wahrscheinlich NICHT mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 einher. Hierzu haben sich mittlerweile auch mehrere Fachgesellschaften und Expertengremien geäußert

Auch andere Formen der Immunschwäche sind nicht automatisch mit einem erhöhten Risiko für schwere Verlaufsformen von Covid-19 gleichzusetzen. Vielmehr scheinen insbesondere auch die Anzahl und Schwere von Begleiterkrankungen sowie die "Fitness" des Herz-Kreislaufsystems eine ganz große Rolle zu spielen. 

Da man mittlerweile davon ausgeht, dass zumindest bei einem Teil der schwer verlaufenden Infektionen eine Überreaktion des Immunsystems ("Zytokin-Sturm") eine entscheidende Ursache für die ausgeprägte Schädigung der Lunge und anderer Organe darstellt, kann ein gewisses Maß an Immunschwäche sogar protektiv, also schützend sein

Chronische Lungenerkrankungen
Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Chronische Stoffwechselerkrankungen
Diabetes mellitus
Adipositas

 

Wen, wann und wie testen?

Text folgt demnächst

Medikamente gegen SARS-CoV-2

Text folgt demnächst

Impfung gegen SARS-CoV-2

Text​​​​​​​ folgt demnächst

Liebe Patientinnen und Patienten,

Thomas Wicke und der ehemalige Assistenzarzt Dr. Sven Schellberg haben die Praxis Prenzlauer Berg zum 31.12.2017 verlassen
 
Die Praxis Prenzlauer Berg war bis zum 31.12.2017 eine Praxisgemeinschaft aus zwei eigenständigen Praxen, der Praxis Dr. Tobias Glaunsinger und der Praxis Thomas Wicke.
 
Um kassenärztlich arbeiten zu dürfen, benötigt man in Deutschland für jeden selbständigen oder angestellten Arzt eine streng limitierte und nicht einfach erhältliche Genehmigung (Kassenarztsitz).
Bei seinem Weggang hat Thomas Wicke seinen eigenen und den zu ihm gehörenden zweiten Kassenarztsitz - auf welchem von Juli 2015 bis Juli 2017 Dr. André Manutscharow bei Herrn Wicke angestellt war - nach Berlin-Mitte verlegt. Somit fallen ab dem 02.01.2018 zwei von drei Arztstellen am Standort Danziger Str. 78B ersatzlos weg.
Ich habe im Sommer 2017 die Kassenärztliche Vereinigung darauf hingewiesen, dass eine (erforderliche) Zustimmung zur Verlegung dieser beiden Sitze de facto einem Wegfall der hausärztlichen Versorgung für mehrere Hundert Patienten am Standort Danziger Str. 78b entspricht. Hiergegen hatte die Kassenärztliche Vereinigung keine Einwände und begründete dies damit, dass der Prenzlauer Berg mit Hausärzten "überversorgt" sei. 
Herr Wicke hatte einen zweiten Kassenarztsitz vorübergehend übernommen, um den Herr Wicke und ich mich bemüht hatten. Zweck war, langfristig am Standort Danziger Str. 78b mindestens einen weiteren Arzt beschäftigen zu können. Diesen Sitz hat Herr Wicke jetzt nach Berlin-Mitte verlegt.
 
Eine Übernahme von Patienten, die bisher von Herrn Wicke, Herrn Dr. Manutscharow oder Herrn Dr. Schellberg rein hausärztlich betreut wurden, ist in meine Praxis nur sehr eingeschränkt möglich.
 
Grund hierfür ist, dass ich seit Jahren vorwiegend infektiologisch tätig bin.

Ich habe - im Gegensatz zu Herrn Wicke und Herrn Dr. Schellberg - die Zusatzbezeichnung Infektiologie nach Prüfung vor der Berliner Ärztekammer erlangt und bin zudem - ebenfalls im Gegensatz zu Herrn Wicke und Herrn Dr. Schellberg - von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie als Infektiologe (DGI) zertifiziert.

Überdies bin ich von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin als HIV-Schwerpunktpraxis anerkannt und berechtigt, HIV-Patienten im Rahmen der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/AIDS zu behandeln.
Somit verfüge ich über Expertenwissen, welches ich gezielt auch Patienten anderer Praxen nach Überweisung zur Mitbehandlung zur Verfügung stellen möchte. Hierfür benötige ich jedoch Zeit, die ich nicht mehr hätte, wenn ich alle sich bei mir vorstellenden Patienten auch vollumfänglich hausärztlich betreuen würde.
 
Für Patientinnen und Patienten, die bisher von Herrn Wicke, Herrn Dr. Manutscharow oder Herrn Dr. Schellberg betreut wurden, besteht also ab Anfang 2018 die Möglichkeit, sich am neuen Praxisstandort von Thomas Wicke in Berlin-Mitte behandeln zu lassen oder sich im Prenzlauer Berg eine neue Hausarztpraxis zu suchen.
 
Eine Übernahme zur weiteren ärztlichen Betreuung in meiner Praxis ist nur möglich

  • für Patienten mit chronischen Infektionen (HIV-Infektion, Virushepatitis etc.)
  • für Partner von Patienten, die wegen chronischer Infektionen bereits von mir behandelt werden
  • Zudem ist die MITbehandlung – neben der hausärztlichen Behandlung bei ihren Hausärzten - für Patienten möglich, die
    • an chronischen Infektionen (HIV-Infektion, Virushepatitis etc.) leiden
    • an sexuell übertragenen Infektionen leiden oder sich diesbezüglich untersuchen lassen möchten
 
Für Patienten, die sich bisher in meiner Behandlung befunden haben, ändert sich nichts.
 
Ich bedauere die Entwicklung, stehe Ihnen aber gern weiterhin mit meiner langjährigen Expertise als Infektiologe zur Verfügung.
 
Tobias Glaunsinger

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Dear patients,
Thomas Wicke, Dr. Schellberg and Dr. Manutscharow have left the rooms in Danziger Str. 78b. 

Due to capacity reasons patients formerly treated by Thomas Wicke, Dr. Schellberg or Dr. Manutscharow CANNOT be treated by Dr. Glaunsinger - except patients with HIV-Infection, Sexually Transmitted Diseases or Chronic Viral Hepatitis

Best regards 
Tobias Glaunsinger
 

Newsletteranmeldung

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung zu. Zur Datenschutzerklärung